Temperaturen von mehr als Null Grad Celsius hat der Marsroboter "Curiosity" auf dem Roten Planeten gemessen. Der Roboter habe in seiner direkten Nähe auf der Marsoberfläche im Gale-Krater am Donnerstag einen Höchstwert von "276 Kelvin", das entspricht 2,85 Grad Celsius, gemessen, sagte einer der für die Mission zuständigen Wissenschafter, John Grotzinger vom kalifornischen Institut für Technologie (Caltech) am Freitag. "Das ist ein sehr wichtiger Moment für die Wissenschaft, denn zuletzt hat es auf dem Mars vor genau 30 Jahren eine langfristige Wetterstation gegeben."
"Curiosity" war nach einer mehr als achtmonatigen Reise durchs All am 5. August erfolgreich auf dem Mars gelandet. Er sendete bereits spektakuläre Farbbilder, auf denen die Landschaft des Kraters Gale zu sehen ist, in dem sich der Roboter befindet. "Curiosity" soll während seiner zweijährigen Mission Erkundungen am dort liegenden 5000 Meter hohen Mount Sharp vornehmen.
Grotzinger stellte am Freitag vier neue Aufnahmen vor. Auf einem Foto waren deutlich die verschiedenen Gesteinsschichten der Hügel am Fuße des Mount Sharp zu erkennen. "Wahrscheinlich gibt es dort in allen Schichten hydrierte Mineralien", sagte er. Die Forscher vermuten, dass es im Gale-Krater früher Wasser gab und dass die Gesteinsschichten Spuren von früherem Leben auf dem Mars enthalten könnten.
Curiosity on Tour
"Curiosity" soll in ein paar Wochen seinen Landeplatz verlassen und losrollen. In einigen Tagen werde die Fahrtüchtigkeit des Forschungsroboters erstmals getestet. Die Wissenschafter haben auch schon ein erstes Ziel ausgesucht: "Glenelg" sei ein Punkt auf dem Mars, an dem drei verschiedene geologische Formationen zusammenstießen, so NASA-Manager John Grotzinger. Die Fahrt zu dem mehrere Kilometer von der Landestelle entfernten Ort werde wahrscheinlich vier bis sechs Wochen dauern. In Glenelg werde "Curiosity" (Neugier) erstmals seinen Bohrer einsetzen.
Ende kommender Woche sollen die Überprüfungen aller wissenschaftlichen Instrumente an Bord des Rovers abgeschlossen sein. Dann würden erste wissenschaftliche Tests an der Landestelle durchgeführt, sagte Grotzinger.
(APA/dpa)
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