Schwierige Zeiten für die Umweltberichterstattung in Russland: Nach Informationen der russischen Tageszeitung Isvestia hat der Leiter der russischen Naturschutzbehörde Rosprirodnadsor, Wladimir Kirillow, die Einrichtung einer Kommission angeordnet, die neben der Pressestelle künftig alle Medienanfragen prüfen und bei Bedarf Informationen für geheim erklären soll.
"Rosprirodnadsor ist eine der wichtigsten Informationsquellen der russischen Regierung über die Umweltsituation in Russland" schreibt die norwegische Umweltorganisation Bellona auf ihrer Website. Diese Form der Prüfung journalistischer Anfragen könnte die "Berichterstattung über Russlands Umwelt sehr viel schwieriger machen" und zu langen Verzögerungen führen. "Sofern die Sonderkommission die Information überhaupt herausgeben möchte."
Zuletzt widersprüchliche Information
Hintergrund der verschärften Informationskontrolle ist die teilweise widersprüchliche und fehlerhafte Berichterstattung über die Überschwemmung in der Schwarzmeer-Region Krasnodar, bei der über 170 Menschen ums Leben kamen. Dort war unter anderem von meterhohen Tsunami-Wellen die Rede gewesen, obwohl die nächste Küste über 20 Kilometer entfernt ist.
Nach Informationen von Isvestia dürfen Mitarbeiter von Rosprirodnadsor Informationen zu Notfällen künftig nicht mehr kommentieren. Dafür wird die neue Kommission verantwortlich sein. Damit, so die Zeitung, solle das Ausbrechen von Panik in der Bevölkerung vermieden werden.
Dies sei der falsche Weg, kritisiert der russische Umwelt- und Nuklearexperte von Bellona, Igor Kudrik. "Das beste Mittel Panik in der Bevölkerung zu vermeiden, ist ehrlich zu sein. Die von Rosprirodnadsor vorgeschlagene Kommission wird weiteres Misstrauen gegenüber Informationen aus der Behörde schüren."
(APA)
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