24.05.2013 23:13 Merkliste 0

Brasilien: Wie man Moskitos mit Moskitos bekämpft

20.08.2012 | 18:10 |   (Die Presse)

Auf unkonventionelle Art soll in einem Großversuch das Dengue-Fieber in Brasilien in Schach gehalten werden. Mit genetisch veränderten Moskito-Männchen wollen Biologen für weniger Stechmücken sorgen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Rio de Janeiro/Goe. In der Provinzstadt Juazeiro in Brasilien steigen dunkle Schwaden auf: Millionen von Moskitos der Art Aedes aegypti, die Professor Margareth Capurro mit ihren Assistenten vom parasitologischen Institut der Uni São Paulo davonschwirren lässt. Mit mehr Moskitos wollen die Biologen für weniger Stechmücken sorgen und das Dengue-Fieber bekämpfen.

Das klingt nur paradox. Die Moskitos, die Capurro freilässt, sind genetisch verändert. Es sind männliche Exemplare, die einen genetischen Defekt haben und die diesen Defekt bei der Vermehrung weitergeben. Die Larven, die aus den Eiern der weiblichen Moskitos schlüpfen, gehen daran zugrunde. Mit anderen Worten: die Moskito-Population geht nach einer Generation bereits deutlich zurück – und damit auch die Fälle des Dengue-Fiebers beim Menschen.
Dieses fordert jährlich in Brasilien einige hundert Todesopfer, meist unter Alten und Gebrechlichen. Selbst in Rio de Janeiro fahren im regnerischen Sommer regelmäßig Sprühwagen durch die Straßen und nebeln ganze Viertel mit Insektiziden ein. Sanitäter gehen von Haus zu Haus um zu kontrollieren, dass nirgends Brackwasser in alten Autoreifen, Eimern oder Blumentöpfen steht, in dem sich Larven entwickeln könnten.

Die konventionelle Moskito-Bekämpfung konnte gegen die jährlichen Epidemien aber nichts ausrichten. Der nun in Szene gesetzte Großversuch mit den genetisch veränderten Moskito-Männchen ist eine Premiere in ganz Amerika. Erste Ergebnisse aus kleineren Feldversuchen deuten darauf hin, dass bereits 65 Prozent der nächsten Moskito-Generation das Larvenstadium nicht überleben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

2 Kommentare
Gast: Unit 731
21.08.2012 12:57
0 0

Und was ist daran neu?

Die Methode gibt es schon seit den 50ern.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43159624.html

Unfruchtbarkeit der Männchen wurde durch Bestrahlung erreicht.
Und sowas ist 2012 eine Sensation?

Re: Und was ist daran neu?

sommerloch, da kommt jeder dreck vom mobiltelefonweitwurf bis zu den aufdeckerstudien, dass es europa schlecht geht.