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Venezuela: Neues Grab für alten Helden

21.08.2012 | 17:24 |  Von Daniel Bischof (Die Presse)

Venezuelas Präsident Chávez baute seinem Idol, dem Freiheitskämpfer Simón Bolívar, ein imposantes Mausoleum – angeblich auch für sich selbst. Das Projekt stößt in der Bevölkerung jedoch auf wenig Gegenliebe.

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Wien/Caracas. In einer großen, schwarzen Marmorhalle wird sein Sarg stehen. Endlich soll ihm dort die Ehre zuteil werden, die er sich verdient hat: Simon Bolívar (1783–1830), dem Gründer Venezuelas, hat dessen Staatschef Hugo Chávez in Caracas ein eigenes imposantes Mausoleum bauen lassen. Bisher lag sein Leichnam im Panthéon, einer Kirche, zusammen mit mehr als 100 anderen lokalen Größen. Aber Bolívar, Kämpfer gegen Spaniens Kolonialherrschaft, ist auch in ganz Lateinamerika ein Held – und einer der wenigen Männer, nach denen ein Land (Bolivien) benannt wurde. Also bekam er seinen eigenen „Tempel“.

Kritik aus dem Volk

Das 140 Millionen Dollar teure Projekt stößt in der Bevölkerung jedoch auf wenig Gegenliebe. Chávez, der Linkspopulist, soll endlich genug Wohnraum für Lebende schaffen anstatt so viel Geld für einen Toten auszugeben, heißt es. Laut Statistiken der Regierung fehlt es im Land an zwei Millionen Wohnhäusern. Und obwohl es überall an Baumaterial mangelt, wurde das siebzehnstöckige (!), erdbebensichere Gebäude, das einer extrem steilen weißen Sprungschanze ähnelt, aus 2600 Tonnen Stahl errichtet.

Zudem macht das Gerücht die Runde, dass das Mausoleum, das an den Panthéon angeschlossen ist, auch als letzte Ruhestätte für Chávez selbst gedacht sei. Die Website „SOSChavez.net“ behauptet, dass die Baufirma beauftragt worden sei, zwei Gräber innerhalb des Gebäudes zu errichten. Interessant ist auch der zeitliche Zusammenhang zwischen der Errichtung und Chávez' Krebsleiden. Der Präsident behauptet zwar, sein 2011 bekannt gewordener Krebs sei ausgeheilt, dennoch äußern Kritiker daran Zweifel. Auffallend oft werden öffentliche Auftritte und Besprechungen des Präsidenten abgesagt. Er bewegt sich langsam und verwendet sehr viel Make-up. Manche meinen gar, sein Tod sei schon nahe. Chávez schweigt zu den Gerüchten.

Eine letzte Ruhestätte neben Bolívar wäre für „el Presidente“ freilich mit Sicherheit ein Traum: Chávez Bewunderung für den Mann, der einst die Spanier hinauswarf und die kurzlebige Republik Großkolumbien gründete (sie umfasste von 1821–1830 u. a. das heutige Kolumbien, Ecuador, Venezuela und Panama), kennt nämlich keine Grenzen. Oft zeigt sich Chávez bei seinen Reden vor einem Gemälde Bolívars. Bei Kabinettssitzungen lässt er einen Stuhl frei, damit der Volksheld Bolívar die Runde erleuchte.

Die „Reinkarnation“ Bolívars

Chávez selbst fühlt sich als „Reinkarnation“ seines Helden, oft versucht er Parallelen zwischen seinem und Bolívars Werdegang zu ziehen. Beide hätten etwa gegen reiche Oligarchen gekämpft und wären beinahe ermordet worden. Chávez überlebte 2002 mit Mühe einen Putschversuch, Bolívar mehrere Attentate. Zugleich behauptet Chávez, Bolívar sei ein Kritiker der USA und des Kapitalismus gewesen.

Doch in all diese Heldenverehrung platzte im Juli eine für Chávez unerfreuliche Nachricht: Ausgerechnet sein Konkurrent bei der Präsidentschaftswahl im Herbst, Henrique Capriles Radonski, soll laut Genforschern über eine Seitenline mit Bolívar verwandt sein. Capriles sagte, er wolle daraus aber kein politisches Kapital schlagen.

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2 Kommentare
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Hauptsache unser HP steht auf ihn

In Wien haben ihn die Roten kritiklos willkommen geheißen. Fischer als linksblinder Bückling schalmeite herum und hat versucht die linke "Lichtgestalt" als Hoffnungsträger schmackhaft zu machen. Linker Faschismus ist in gewissen Kreisen nach wie vor hoffähig.

Gast: Karl Huber
21.08.2012 21:59
2 0

paßt ausgezeichnet!

(...)obwohl es überall an Baumaterial mangelt, wurde das siebzehnstöckige (!), erdbebensichere Gebäude, das einer extrem steilen weißen Sprungschanze ähnelt, aus 2600 Tonnen Stahl errichtet.
Zudem macht das Gerücht die Runde, dass das Mausoleum, das an den Panthéon angeschlossen ist, auch als letzte Ruhestätte für Chávez selbst gedacht sei(...)

Bescheiden wie die Sozi halt sind. Speziell wenns mit dem Geld der Andern bezahlt wird.. ;D