22.05.2013 19:35 Merkliste 0

Nur einjährige Tochter überlebt Familiendrama in Berlin

22.08.2012 | 12:53 |   (DiePresse.com)

Ein 69-Jähriger Vater tötet seine Frau und seine beiden Söhne im Alter von drei und sechs Jahren. Die einjährige Tochter hat der Täter zuvor abgegeben.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Ein Familienvater hat in Berlin seine Frau und seine beiden Kinder getötet. Danach habe sich der 69 Jahre alte Mann nach bisherigen Erkenntnissen selbst umgebracht, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich am Dienstagabend. Die einjährige Tochter der Familie überlebte hingegen, weil der Mann sie zuvor in der Babyklappe eines Krankenhauses abgelegt hatte, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. "Hier hat sich eine Familientragödie abgespielt." Die getöteten Söhne der Familie seien drei und sechs Jahre alt gewesen. "Wir gehen davon aus, dass die Familie sehr verschuldet gewesen war." Das sei wohl auch das Motiv des Mannes für die grausige Tat.

Todesursache und -zeitpunkt unklar

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tat in dem gut situierten Stadtteil am Wannsee schon mehrere Tage zurückliegt, wann genau, war zunächst unklar. "Es gibt keine Hinweise, dass die Frau die Tötung gewollt hat", betonte Redlich. Einzelheiten soll nun die Obduktion klären. Dabei soll auch die Todesursache ermittelt werden.

Das grundsätzliche Tatgeschehen sei aber schon rekonstruiert, sagte der Sprecher: "Nach jetzigem Ermittlungstand ist es ein Tötungsdelikt mit anschließendem Suizid." Täter sei der 69-jährige Ehemann und Vater. Er habe auch einen Abschiedsbrief hinterlassen. Wahrscheinlich hat sich der Mann nicht unmittelbar nach der Tat das Leben genommen, sondern noch etliche Zeit vergehen lassen, hieß es.

Den Ermittlern zufolge gab der Mann seine Tochter bereits am Wochenende in der Klinik ab, die Leichen der 28-jährigen Ehefrau, der zwei Söhne im Alter von drei und sechs Jahren und des Familienvaters wurden am Dienstagabend von Feuerwehrleuten entdeckt. Diese hatten sich Zugang zu der Wohnung der Familie verschafft, nachdem sie von den Nachbarn alarmiert worden waren. Ihnen war aufgefallen, dass bereits seit Tagen ein Fenster offen stand und das Auto der Familie nicht bewegt worden war. Die Kinder wurden in ihrem Zimmer entdeckt.

Spurensicherung sucht Hinweise

Die Mordkommission rückte zum Tatort aus, ebenso die Spurensicherung und die Gerichtsmedizin. Experten fotografierten mit spezieller Lasertechnik die Räume der Etagenwohnung, um später daraus 3-D-Modelle erstellen zu können. Auch sollten Fingerabdrücke und mögliche DNA-Spuren gesichert werden. Das dreigeschossige Mehrfamilienhaus mit zehn Mietparteien liegt im Berliner Ortsteil Gatow im Westen der Hauptstadt.

In den vergangenen Wochen hatten mehrere Familiendramen deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Insgesamt wurden dabei in Nordrhein-Westfalen in diesem Monat jetzt schon sieben Kinder getötet. Erst am Montag waren in Neuss die Leichen einer Mutter und ihrer beiden Kinder aufgefunden worden. Der als gewalttätig bekannte Familienvater soll sie erschossen haben.

(APA/dpa)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

15 Kommentare

Ein Familienvater hat in Berlin,...

kein Name, in Berlin -- alles klar!

Gast: sososo
22.08.2012 15:10
4 3

So sieht die Realität aus!

Sicher wieder eine von den unzähligen "Verzweiflungstaten"....
Mir wird übel, wenn ich immer wieder frauen- und mütterfeindliche Kommentare lesen muss von wegen "Frauenhäuser seien Mittel der Frauen, um Druck auf die hilflosen Männer auszuüben". Kein Scherz, sowas musste ich erst gestern wieder lesen - einfach krank, diese Arhumentationsweise! Keine Frau geht zum Spaß in ein Frauenhaus, da ist es nämlich weder schön, noch angenehm! Und wenn die Familie nichts mehr vom Vater wissen will, sollte er sich mal fragen, warum das so ist?!?! Einen liebevollen Vater und Partner wird niemand aus dem Leben verbannen, auch wenn die Beziehung sich verändert und in die Brüche geht! Doch jemand, der seine Aggressionen und Gewaltgelüste immer wieder an der eigenen Familie auslässt, muss sich nicht wundern, wenn ihn weder Kind(er) noch Exfrau jemals wieder sehen wollen! Solchen Männern kann ich nur sagen: Packt euch doch selbst mal an der eigenen Nase und seht euch an, was ihr den Menschen, die ihr angeblich liebt, angetan habt! Die psychischen Schäden sind immens, ganz zu Schweigen von den körperlichen! Aber anstatt das eigene Fehlverhalten zu reflektieren, könnt ihr nur euren Hass und euere Wut aufgrund des Machtverlustes über die in euren Augen "leibeigenen" Familienmitglieder kompensieren, indem ihr gegen "bösen" Frauen wettert und euch in Selbstmitleid suhlt...einfach abstoßend!

2 1

Re: So sieht die Realität aus!

Gewalt von Frauen gegen Männer kommt etwa gleich häufig und mit gleicher Schwere vor wie Männer gegen Frauen. Jedenfalls in Deutschland. Was Sie da propagieren ist also falsch.

Gast: hmmmm
22.08.2012 13:21
3 3

er...

69, seine Frau 28? hm.

Gast: ROTFRONT
22.08.2012 10:13
4 1

Es geht halt rundherum das Geld aus.


Antworten Gast: austria wien
22.08.2012 13:33
4 4

Re: Es geht halt rundherum das Geld aus.

dank der glorreichen eu

Re: Re: Es geht halt rundherum das Geld aus.

ja genau, eigentlich ist brüssel schluld... prolet! vielleicht findest noch eine argumentation, dass du es einer österr politischen partei in die schuhe schieben kannst. hammer und sowas darf wählen...

1 0

Re: Re: Re: Es geht halt rundherum das Geld aus.

Wer sorgt denn für ESM? Nicht die EU?

2 2

Bei den Familiendramen

(täglich bereits 1-3 Meldungen) gehen ja bald mehr drauf als im Afghanistankrieg

Gast: CK
22.08.2012 09:01
7 1

Familienvater

Was ist der Unterschied zwischen einem Vater und einem Familienvater? Ist der Familienvater irgendwie auch das Oberhaupt seiner Frau? Und gibt es deshalb keine Familienmutter? Hat natürlich nichts mit dieser tragischen Tat zu tun.

Re: Familienvater

gute frage. ich hab mir zuerst geacht, dass das ev patriarchalische ursachen haben könnte und man irgendwann auch zwischen gezeugten kindern mit der ehefrau und gezeugten kindern mit anderen frauen unterscheiden musste ("kind und kegel").

andererseits gilt der begriff "rabeneltern" dann wieder geschlechtsneutral. unterm strich bin ich froh, nicht deutsch lernen zu müssen (erklären kanns eh keiner ;-))

Gast: prison planet
22.08.2012 09:00
8 2

Auch in Italien..


nehmen sich viele das Leben, in Griechenland sowieso.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/08/22/finanzkrise-zahl-der-selbstmorde-in-italien-deutlich-gestiegen/

Es ist schon verrückt: Wir produzieren unseren Planeten halbtot, noch nie gab es so viel Überfluß wie heute. Aber wir sind nicht in der Lage, die Güter gerecht zu verteilen.

Es ist nicht mehr genug Arbeit für alle da. Wenn alle von Wirtschaftswachstum reden, für Griechenland, Italien, Spanien: ja was sollen sie denn noch produzieren, was es nicht eh schon gibt, und wer soll es kaufen.

Unser Geldsystem gehört dringend verändert, denn es gibt kein unendliches Wachstum.

Re: Auch in Italien..

dazu ein Kommentar aus Deutschland

Biene sagt:

Auch hier drehen die Leute immer mehr durch. Es ist doch auch kein Wunder! Wer in der heutigen Zeit nicht psychisch und physisch zu 120% fit ist und Nerven aus Drahtseilen hat, für den sieht es oft schlecht aus. Wenn ich überlege was mein Mann und ich alleine in den letzten 4 Jahren alles stemen mussten … puhh … das reicht eigentlich für mindestens 20 Jahre. Aber was muss das muss … Vor 2 oder 3 Jahren gab es hier im Nachbarort einen Suizidversuch vor dem Finnanzamt. Kurz später im anderen Nachbarort versuchte jemand das Arbeitsamt abzufalckeln. In örtlichen Jobcenter ist man soweit, das man sich einschließt und Betroffene nur auf Termin und nach Kontrolle (Kamera und Gegensprechanlage) herein lässt. Das kommt alles nicht von ungefähr. Der “Staat” mit all seinen Institutionen ist zum Feindbild für das Volk geworden. Der “Staat” mit all seinen Institutionen hat vermehrt Angst vor dem Volk. Beiss nie die Hand die dich füttert! Das Volk füttert den “Staat” und nicht ungeehrt. Und das Volk wird ausgenommen und beschissen wie ein reudiger Köter. WIR SIND DAS VOLK – WIR SIND 84.000.000 -

1 1

Re: Auch in Italien..

Tja, das liegt wahrscheinlich daran, daß man immer mehr will. Wenn Sie einem Obdachlosen ein Pakerl Zigaretten geben, wird der sich wahrscheinlich freuen, so weit er Raucher ist. Wenn Sie einem Milliardär einen Porsche schenken, wird der das nicht einmal richtig bemerken, weil er ja schon über 10 solcher Autos hat. Der Sättigungsbedarf steigt mit dem Wohlstand. Ist irgendwie auch ein Akt der Gerechtigkeit, denn dadurch sind die Reichen eigentlich genauso unzufrieden wie die Habenichtse.

Die Schattenseiten liegen am System an sich. Wenn jemand reich ist, hat er auch viel mehr Möglichkeiten, sich auf Kosten anderer weiter zu bereichern. Da, wie oben beschrieben, dieser Drang dazu immer größer wird, wird auch diese Schraube immer schneller gedreht werden.
Wahrscheinlich ist es nun mal so, daß alle Systeme, die der Mensch anleiert, irgendwann am Ende sind und ersetzt werden müssen.

0 1

Re: Auch in Italien..

der KM hats ja mit der gerechten Verteilung versucht. Seine Anhängerinnen haben dabei total versagt. Vielleicht schaffen es die GrünenInnen, man muss sie nur 50 Jahre lang daran arbeiten lassen