Nairobi/Amk. Bei Zusammenstößen zwischen zwei Volksgruppen im Südosten Kenias wurden in der Nacht auf Mittwoch mindestens 48 Menschen ermordet, darunter elf Kinder und 31 Frauen. Dutzende weitere Personen wurden verletzt, einige am Mittwoch noch vermisst. Männer der Bantu-Volksgruppe der Pokomo haben ein Dorf der Orma angegriffen. Zwischen den beiden Ethnien gibt es seit längerer Zeit Auseinandersetzungen wegen Land und Wasserressourcen. 2001 kamen bei Zusammenstößen rund 130 Menschen ums Leben.
„Die Angreifer waren mit Macheten, Pfeil und Bogen sowie Speeren ausgerüstet“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den verantwortlichen Polizeichef. 34 der Opfer sollen regelrecht zu Tode gehackt worden sein, 14 weitere seien in ihren Häusern verbrannt worden. Laut lokalen Medien handelte es sich bei dem Angriff um einen Racheakt. Vergangene Woche wurden bei einem Angriff auf die Pokomo drei Menschen getötet. 200 Polizisten sollen nun die Region sichern.
Nach den letzten Wahlen 2007 kam es in Kenia zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Volksgruppen. Mehr als 1200 Menschen wurden getötet, eine halbe Million vertrieben.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.08.2012)
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