19.06.2013 01:40 Merkliste 0

Tiger tötet Tierpflegerin: Polizei ermittelt

26.08.2012 | 10:04 |   (DiePresse.com)

Der Kölner Zoodirektor spricht von einer Unvorsichtigkeit der Pflegerin. Die Polizei hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Nach der Attacke erschoss er den Tiger mit einem großkalibrigen Gewehr.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Nach dem tödlichen Angriff eines Sibirischen Tigers auf eine Tierpflegerin in der deutschen Stadt Köln will die Polizei nun den genauen Hergang klären. Deshalb sei ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet worden, teilte die Polizei Köln mit.

Der Sibirische Tigerkater "Altai" hatte am Samstag im Kölner Zoo die erfahrene Pflegerin angefallen und mit einem Biss in den Hals getötet. Zoo-Direktor Theo Pagel erschoss die vier Jahre alte Raubkatze. Aber seine 43 Jahre alte Mitarbeiterin konnte er nicht mehr retten. Gefahr für Zoobesucher hat nach Auskunft des Zoos nicht bestanden, da der Tiger sein Innengehege nicht verlassen konnte.

Der tragische Unfall ereignete sich gegen Mittag bei Reinigungsarbeiten. Die Pflegerin habe nach derzeitigem Kenntnisstand wohl vergessen, den Tiger einzusperren, teilte der Zoo mit. Vermutlich sei sie von der Raubkatze von hinten angefallen worden.

Liebe auf den ersten Blick

Noch im Jahresbericht 2011 hatte Pagel begeistert von seinen Amurtigern geschrieben, wie die Sibirischen Tiger auch genannt werden. Erst im Frühjahr 2011 waren Weibchen "Hanya" und Männchen "Altai" aus Frankreich und Großbritannien im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) nach Köln gekommen.

"Es war 'Liebe auf den ersten Blick'", schrieb er. "Schon nach relativ kurzer Zeit konnten wir die Tiere zusammenlassen." Schon Anfang November warf das Weibchen vier Junge. Eines verendete nach wenigen Tagen, die anderen entwickelten sich gut. Sie wurden "Jegor", "Mila" und "Finja" genannt. Sie durften Anfang Februar zum ersten Mal auf die Außenanlage.

Der 1860 gegründete Köln Zoo ist einer der ältesten in Deutschland. Dort sind rund 10 000 Tiere 750 verschiedener Arten zu Hause. Im Frühjahr 2012 war dort ein Gepard über die Gitter seines Geheges in die Flamingo-Anlage gesprungen. Er konnte aber von Zoo-Mitarbeitern schnell wieder zurückgebracht werden.

(APA/dpa)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

53 Kommentare
 
12

Schluss mit der Tierhaltung

dann könnten alle leben, die Pflegerin und der Tiger. Erstere fände schon anderswo einen Job.

Antworten Gast: WFP
29.08.2012 10:14
0 0

Re: Schluss mit der Tierhaltung

Leider ist das die einzige Möglichkeit gefährdete Tiere zu schützen!

Antworten Gast: Zenzine
27.08.2012 09:25
0 0

Re: Schluss mit der Tierhaltung

Gegen Tierhaltung im Allgemeinen ist nichts einzuwenden, vorausgesetzt, sie ist artgerecht.
Bei Wildtieren in Zoos wage ich das allerdings zu bezweifeln.

Wow schnell gelernt

Einfache Anführungszeichen unter doppelten, Respekt!

2 0

Viele dieser Postings verstehe ich nicht!

Tötung des Tigers:

So schade um das prachtvolle Tier ist, so gerechtfertigt ist der tödliche Schuss, solange noch irgendeine theoretische Chance bestand, die Pflegerin zu retten. Mit Betäubungspfeilen zu arbeiten stelle ich mir dann sinnvoll und gefahrlos vor, wenn zwischen Schuss und Eintreten der Wirkung kein physischer Kontakt zwischen Tier und Mensch besteht oder eintreten könnte.

Weiters: Welche Verhaltensänderung löst die - aus Sicht des Tigers - Erkenntnis aus, dass diese Homines sapientes, vor denen er bisher durchaus Respekt hatte, soo.. leicht zu knacken sind...

Zoohaltung:

Da hat es große Fortschritte in Richtung artgerechter (heißt nicht "gleich wie in der Natur") Haltung gegeben.
Zu verlangen, dass es keine Haltung und Vermehrung von (gerade sibirischen) Tigern in Zoos mehr geben soll, bedeutet zu verlangen die Aussterbewahrscheinlichkeit dieser Tiere im Bereich von mehr als 80% zu akzeptieren.

Mein Bedauern der Pflegerin (Fehler machen alle Menschen - zum Glück sind die Konsequenzen nicht immer so tragisch) - mein Beileid ihren Hinterbliebenen!

Antworten Gast: Großer Brauner
26.08.2012 22:17
1 1

Re: Viele dieser Postings verstehe ich nicht!

Würde mich nicht wundern, wenn dieser mordslustige Zoodirekter in Afrika auf Elefantenjagd geht - wie der Spanische König. Der knallte auch Elefanten ab und war Ehrenvorsitzender im Tierschutzbund.

0 3

Oh Mann, der Zoodirektor ist ein Held!

Mit einem einzigen Schuss. Wahnsinn! Der Herr ist für größere Aufgaben geeignet.

2 0

Re: Oh Mann, der Zoodirektor ist ein Held!

Wie würden Sie ihn beurteilen, wenn Sie regungslos (aber vielleicht noch am Leben und jede Sekunde kann entscheiden, ob das auch so bleibt, aber man weiß es eben nicht ) dort lägen und der Mann würde überlegen, ob man denn nicht das wertvolle Tier retten könnte, ob Sie vielleicht ohnehin schon tot sind, dann könnte man ja in aller Ruhe sich auf eine Betäubung einstellen....

Gast: Routine und Nachlässigkeit sind immer gefährlich!
26.08.2012 13:44
3 1

Das ist kein Hauskatzerl zum streicheln und kuscheln,

auch wenn noch so eine starke Bindung zwischen Pfleger und Tier besteht, ist jede Nachlässigkeit Lebensgefährlich! Jahrelanger Umgang, Routine in der rein gar ncihts passiert ist, führte zu der tödlichen Nachlässigkeit, dafür braucht man weder eine Untersuchung noch einen Tathergang.

Der Gebrauch der Schußwaffe bedarf sehr wohl einer näheren Klärung, war es im Reflex dann hätte wohl jeder so gehandelt, anders sieht es aus, wenn das zu einem Zeitpunkt erfolgte, in dem ohnedies keine Rettung mehr bestand, dann ist der Herr Direktor sehr wohl von seinem Posten zu entheben schließlich handelt es sich bei sibirischen Tigern um Tiere deren Schutz vor allen anderen Dingen steht, angesichts der Gefahr der Ausrottung.

Das Hauptproblem beim sibirischen Tiger ist weniger der Mensch als das diese Rasse zu jenen gehört mit den geringsten Genpool, die Bezeichnung Innzucht ist sehr passend in diesem Fall!

Gast: illepu
26.08.2012 11:11
5 0

Warum nicht betäubt?

Sorry, aber die meisten Tiger der buddhistischen Mönche sind täglich stark sediert - nur so sind Kuschel-Fotos mit Menschen überhaupt möglich. Im Grunde ist dies nichts als Tierquälerei und ich frage mich bei einschlägigen Fotos oft, ob die Leute nicht darüber nachdenken wie bzw. warum so etwas möglich ist. Warum der Tiger in Köln getötet wurde, verstehe ich nicht ganz, immerhin hat er nur seiner Art entsprechend gehandelt. Warum hat man ihn nicht einfach nur betäubt? Der Fehler lag bedauerlicherweise wohl bei der Pflegerin.

Antworten Gast: Human?
26.08.2012 14:12
2 0

Re: Warum nicht betäubt?

Ist aber auch die Frage wie diese Betäubt werden wohl mit dem was in Indien ohnedies üblich ist, mit Kanabis und da denke ich das kaum ein Kiffer auf die Idee kommt da von Tierquälerei zu sprechen, die Verwendung von Opiaten kann ich mir weniger vorstellen, wäre echt grausam, dagegen spricht aber auch das hier die Lebenserwartung drastisch sinkt und ein alter Tiger auch in einem Kloster einen sehr hohen Wert darstellt.

Im übrigen, der Drogenmißbrauch im Tierreich ist keine Fremdwort, so stehen Krähen sehr auf Kirschbäume im späten Herbst deren Früchte bereits sehr alkoholreich ist durch die Verfaulung, das diese dann so fliegen wie sie normalerweise nie fliegen, ist detto klar...

Der Begriff Biergaul ist wohl in diesem Zusammenhang auch wörtlich zu nehmen...

Antworten Gast: Johann S
26.08.2012 12:03
4 1

Re: Warum nicht betäubt?

Ist doch eine Augenblickentscheidung,bei Gefahr in Verzug.
Jetzt am Schreibtisch,hat man leicht schreiben.

Warum

musste der Tiger erschossen werden, hätte es nicht auch ein Narkosepfeil getan?


Dazu braucht es:

- einen Tierarzt, der die richtige Dosierung vom richtigen Mittel aufzieht.

- Kurze Schussdistanz (langsames Geschoß - Parabel)

- Ein halbwegs ruhiges Ziel

- Glück, überhaupt zu treffen

- Noch mehr Glück, so zu treffen, daß die Betäubung auch wirkt

- Zeit, bis es wirkt

Und das alles, während ein verletzter Mensch am Boden liegt, und die Helfer warten?

Das ist nicht Star Trek, wo man einfach die Phaser "auf Betäubung" stellt...

Gast: willi555
26.08.2012 09:25
1 3

Man sollte die Tigerhaltung Buddhistischen Mönchen überlassen!

Die verstehen etwas davon

Gast: pol Beobachterin
26.08.2012 09:15
5 0

Die größte Gefahr ist...

wahrscheinlich das Gefühl der Vertrautheit mit den zu pflegenden Tieren.
Da wird man mit der Zeit ziemlich sicher nachlässig, weil man denkt, dass man die Tiere kennt.

Gast: pumukl125
26.08.2012 09:00
8 6

Das dümmste Tier ist und bleibt der Mensch.



1 0

Killerwale wollen oftmals nur mit dem Menschen/Trainern "spielen" - Jo, aber das überleb eben der fragile Homosapiens meistens nicht.


sorry aber ,,,,

irgendwie leicht fahrlässig muss die Wärterin schon gehandelt haben , so ein Tiger ist halt ein Wildtier ... da kann man sagen was man will , und der zoo direktor gehört entlassen schon alleine das der tiger sein Gehege verlassen konnte .würde mich interessieren in welchem safe das betäubungsgewehr und in welchen das normale aufbewahrt wird .

Antworten Gast: a priori
26.08.2012 12:16
1 0

Re: sorry aber ,,,,

Diese Frage, ID-anderswo2 ist schon beantwortet: Der Zoo-Direktor hat nach ausführlicher Überprüfung bekanntgegeben:
Die Pflegerin hat beim Verlassen des Gehegebereiches darauf vergessen (immer gleiche Routine?!), die Sicherheitklappe zwischen Gehege und Verbindungsbereich richtig zu verschließen!
Der Rest ist bekannt, und-dem Tiger und der armen Frau hats das Leben gekostet!
Sibirische Tiger sollten,aus Gründen des Artenschutzes und der Sicherheit, wenn schon in Gefangenschaft in Tierparks mit großen Freigehegen gehalten werden, und aus Zoos zur Gänze ausgegliedert werden!

Wildtiere raus aus dem Zoo

Tiger gehören dorthin, wo sie zu Hause sind. Jedenfalls nicht in den Zoo. Der Direktor machte es sich leicht, über Leben und Tod zu entscheiden. Es kann ja auch nicht sein, dass dann jemand den Direktor erschießt. Wann hört das mit den Wildtieren in Zoos endlich auf??

Re: Wildtiere raus aus dem Zoo

Wäre der Tiger dort geblieben, "wo er hingehört", dann wäre er wohl schon viel früher erschossen worden - so wie die meisten freiliebenden Tiger in den letzten Jahrzehnten - von einem Wilderer, von einem Bauern, dessen Tiere er gerissen hat, von einem Waldarbeiter, der keine gefährlichen Tiere in seiner Nähe will, von einem Forstbeamten, weil er Menschen anfällt. Es ist traurig, aber wenn man Tiere so behandeln würde, wie Sie sich das offenbar vorstellen, gäbe es vermutlich schon einige Arten weniger.

Antworten Gast: a priori
25.08.2012 21:00
5 0

Re: Wildtiere raus aus dem Zoo

Im Falle der Sibierischen Tiger, sind Zoos leider die einzigen Orte, wo diese wunderschönen Großkatzen überhaupt noch-ÜBERLEBEN KÖNNEN!
Ihrem Grundgedanken, ID-Stafanowitsch gebe ich allerdings durchaus recht!

"...Sibierischen Tiger..."

Am liebsten hat der "SiBIERische Tiger" nicht Menschen, sondern siBIERisches BIER!

Re: Wildtiere raus aus dem Zoo

Es gibt keinen Platz mehr füt wilde Tiere.

Außerhalb des Zoos wären sie sofort tot oder im Kochtopf.

Der Zoo ist der letzte Ort auf der Welt, wo wir die Tiere nochmal sehen könne, bevor sie gänzlich verschwinden.

"...im Kochtopf."

Dümmlich!
Fast jeder weiß, dass der Mensch nur Tiere isst, die selbst keine Tiere essen.
Fast jeder!
Nur Imperatoren essen Tigergulasch!

 
12

Das Hochwasser auf Twitter