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Erneut Roma-Lager in Frankreich geräumt

27.08.2012 | 13:44 |   (DiePresse.com)

Die Unterkünfte von mehr als 70 Roma wurden südlich von Paris geräumt. Der sozialistische Innenminister Valls verteidigt das Vorgehen.

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Trotz anhaltender Ermahnungen durch die EU-Kommission haben die französischen Behörden erneut ein Roma-Lager geräumt. Die Unterkünfte von mehr als 70 Roma wurden am Montag in Evry, südlich von Paris, geräumt. Innenminister Manuel Valls, der bis Juni Bürgermeister des Ortes war, verteidigte das Vorgehen und hob hervor, die sanitären Zustände seien "untragbar" gewesen.

Valls rechtfertigte die Räumung im Sender Europe 1 auch mit dem Sicherheitsrisiko durch die Lage der Roma-Unterkünfte direkt neben einer Bahnlinie. Derartige Räumungen werde es auch weiterhin geben, doch seien die örtlichen Behörden stets aufgefordert, "Lösungen für andere Unterbringungen zu finden". Valls kündigte an, Mitte September zusammen mit dem französischen Europaminister Bernard Cazeneuve nach Rumänien und Bulgarien zu reisen, um sich vor Ort darüber zu informieren, warum die Integration der Roma in ihren Heimatländern scheitere.

Bepackt mit Koffern, Plastiktüten, Kinderwagen und Akkordeons hatten die Roma, darunter auch kleine Kinder, in der Früh ihr Lager in Evry verlassen. Nach Angaben der Betroffenen und von Roma-Hilfsorganisationen sollen die Roma nun möglicherweise für einige Tage in eine Sozialunterkunft. Grüne und Roma-Hilfsorganisationen kritisierten, dass eine für Dienstag angesetzte Gerichtsentscheidung nicht abgewartet worden sei. Im Departement Essonne im Großraum Paris hatten bereits am Wochenende rund hundert Roma ihr von einer Räumung bedrohtes Lager selbst verlassen.

Hollande wollte Thema sensibler angehen

In Frankreich wird derzeit heftig über die Politik gegenüber den Angehörigen der Minderheit der Roma diskutiert, die zumeist aus Rumänien und Bulgarien kommen. Der neue sozialistische Innenminister Valls war auch in den eigenen Reihen unter Beschuss geraten, weil ihm vorgeworfen wurde, den harten Kurs der konservativen Vorgängerregierung unter Ex-Präsident Nicolas Sarkozy fortzusetzen. Die EU-Kommission stellte die französische Politik gegenüber der Minderheit Anfang August erneut unter Beobachtung.

Im Wahlkampf hatte Präsident Francois Hollande angekündigt, er wolle mit dem Thema sensibler umgehen als sein Vorgänger Sarkozy. In der vergangenen Woche hatte die Regierung eine besondere Steuer für französische Unternehmer ausgesetzt, die Rumänen oder Bulgaren beschäftigen. Das hatte die EU-Kommission als "eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Integration der Roma in Frankreich" begrüßt.

(APA)

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8 Kommentare

Eine originelle Idee von Innenminister Valls

- warum die Heimatlaender Rumaenien und Bulgarien diese Leute nicht integrieren. Denn auch dort sind sie nicht zu Hause. Die Mobilen sind ebensowenig in Bruessel zu Hause, aber vielleicht koennten sie sich ja dort niederlassen. Das waere dann wirklich einmal interessant (von wegen Toleranz und so ;)


Gast: nouvelle vague
27.08.2012 16:44
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eine stimme aus einem heimatland der aufgelösten


Einer der besten, weil unkonventionellsten Kommentatoren der politischen Geschehnisse in und um Rumänien, ist Ion Cristoiu, der nach einem recht langen Gastspiel beim Medien-Trust eines "knastfähigen" neureichen Moguls doch noch zu einem ordentlichen Fernsehsender gefunden hat.
Er ließ sich gestern über den ungemein erfolgreichen Präsidenten Hollande aus, den er mit dem ungemein erfolgreichen eigenen Premierminister verglich: eindrucksvolle Erfolge an allen möglichen (recht kostspieligen) Nebenschauplätzen nur nicht dort wo es darauf ankommt.
So erreichte der Franzose mit der Auflösung von Lagern am Stadtrand, daß die Roma ihr Bündel schnürten und nunmehr im Zentrum kampieren, wo daselbst sie ihrer originellen Lebensart unbekümmert frönen - zum Gaudium der Gastgeber. Zum Ausgleich rief er die Unternehmer auf, Arbeitsplätze bereit zu halten.
Flankierend paradieren Unter- und sonstige Staatssekretäre in den Hauptstädten der Heimatländer nur um erneut zu erfahren, daß man dort überfordert sei - und wohl in der Intimität privater Zusammenkünfte um den reich gedeckten Tisch - man gerade von den Franzosen erwarte, das leidige Problem endlich zu lösen, wo sie doch am eifrigsten gute Ratschläge aus der sicheren Entfernung spendeten als es noch kein gesamteuropäisches war.
Der sozialistische Außenminister Laurent Fabius hat hingegen einen vereinbarten Besuch in Bukarest kurzfristig abgesagt.

Am wichtigsten...

...war natürlich, Bulgarien und Rumänien mit all ihren sozialen Problemen in die EU aufzunehmen.
Fehlt noch Serbien und die TR!

Gast: Es ist alles sehr kompliziert
27.08.2012 16:30
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Alle Menschen sind gleich, gleich, gleich, gleich,

das muß einfach jeder verstehen......

Antworten Gast: wotasd
27.08.2012 17:52
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Re: Alle Menschen sind gleich, gleich, gleich, gleich,

Gleich gleicher und Baum das hatten wir schon als.

Gast: ARC
27.08.2012 15:33
9 0

Was soll man dazu sagen?

Es können gerne all jene, die kein Problem darin sehen dass fremdes Land ohne Miete/Pacht oder Einwilligung des Eigentümers besetzt und zugemüllt wird ebendas auf ihrem Land geschehen lassen - freilich müssen sie dann auch etwaige Strafen wegen Lärmbelästigung / sanitärer Verstöße usw auch aus eigener Tasche bezahlen.

Die Linke schäumt da immer nur groß, aber das eine Rosalien Tiset vielleicht selber eine solche Siedlung auf ihr Privatgelände lässt, davon kann keine rede sein.

Sollte das mein Land sein, die könnten gar nicht schauen so schnell wäre ihr Lager "aufgelöst", notfalls von mir persönlich.

Re: Was soll man dazu sagen?

Wuerden jene staaten, welche vor einigen generationen von der, von roma zwangsarbeitern erbrachten leistung profitierten, wiedergutmachung zahlen, haetten die roma viele probleme nicht. Und wenn dann noch entschaedigung fuer die ermordeten vaeter, muetter und kinder zu leisten waere, dann muessten die roma nicht am rande von paris campieren, sondern koennten sich in den besten lagen von wien, muenchen oder berlin einkaufen.

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Heiligenschein

Der Heiligenschein der französischen Sozialdemokraten ist brüchig geworden. Es dürfte ihnen lieber sein die Sinti und Roma wieder anzubringen. Im Grunde genommen ein weiteres Problem, welches sich die EU aufgehalst hat. Eine Integration in den Herkunftsländern war bisher nicht möglich.
Nunmehr ist es ein allgemeines Problem der EU, welches auf der Grundlage der Menschenrechte zu lösen sein wird.