18.05.2013 23:39 Merkliste 0

Sturm "Isaac" erreicht die USA als Hurrikan

28.08.2012 | 06:21 |   (Die Presse)

Genau vor sieben Jahren verwüstete "Katrina" New Orleans. "Isaac" hält sich bisher an die Vorgaben von "Katrina" und erreicht am Dienstag die USA.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Washington/Miami/Havanna/Ag. Der karibische Tropensturm „Isaac“ hielt am Montag weiter Kurs auf die südlichen Küsten der USA: Der Sturm, der Windgeschwindigkeiten von mehr als 105 Kilometern pro Stunde erzeugte, zog mit etwa 22 km/h von Kuba her Richtung Nordwesten durch den Golf von Mexiko, teilte das Hurrikan-Zentrum in Miami (Florida) in der Nacht auf Montag (Ortszeit) mit.

Isaac wandert damit bisher genau auf den Spuren des gewaltigen Hurrikans „Katrina“, der im Jahre 2005 schwere Verwüstungen vor allem im US-Staat Louisiana anrichtete – und nicht nur das: Isaac hält sich auch zeitlich genau an Katrinas „Vorgabe“: Dieser Hurrikan hatte nämlich am 29. August 2005 die Küste von Louisiana erreicht. Laut US-Wetterämtern sind die meteorologischen und ozeanografischen Bedingungen für Isaac nahezu identisch mit denen für Katrina, etwa die Wassertemperatur im Golf, und so werde sich Isaac bei seiner letzten Etappe übers Meer wohl bis Dienstagnachmittag zu einem Hurrikan der Kategorie zwei oder drei auswachsen und bis spätestens Mittwoch früh die US-Küste zwischen dem westlichen Teil Floridas und Louisiana erreichen.

VIDEO: Tropensturm Isaac: Angst in New Orleans

Das Zentrum des Tropensturms Isaac steuert direkt auf die Stadt zu. Meteorologen erwarten, dass Isaac mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde das Land erreichen würde.

Hurrikans sind Stürme, die Windgeschwindigkeiten von über 118 km/h erreichen; bei Katrina wurden Spitzen von 280 (!) km/h gemessen. Die Experten des Nationalen Hurrikan Zentrums (NHC) der USA prognostizierten am Montag, dass der Wirbelsturm zu einem Hurrikan der Kategorie zwei mit Windgeschwindigkeiten von 160 Kilometern pro Stunde heranwachsen werde. Vor allem in Louisiana herrscht daher Katastrophenalarm, denn als Katrina dort auftraf, brachen die Deiche, die die Stadt zum Mississippi, zum Meer und einem See hin abschließen, weite Teile der Stadt wurden überschwemmt. Etwa 1800 Menschen starben.

„Es herrscht große Angst“

„Wir sind in hoher Alarmbereitschaft, es herrscht große Angst“, sagte New Orleans Bürgermeister Mitch Landrieu. Seine Stadt, die etwa 360.000 Einwohner zählt (inklusive der Metropolregion sind es etwa 1,2 Millionen), sei aber viel besser vorbereitet als anno 2005. Louisianas Gouverneur Bobby Jindal rief die Bevölkerung in niedriger liegenden Küstenregionen jedenfalls auf, sich auf Evakuierungen vorzubereiten – schließlich wird eine Sturmflut von mehr als 3,5 Metern Höhe erwartet; zugleich erklärte der Gouverneur vorsichtshalber den Notstand für seinen Staat. Auch im benachbarten Mississippi und in Alabama wurde der Notstand ausgerufen.

In Tampa (Florida) brachte Isaac den Parteitag durcheinander, auf dem die Republikaner Ex-Gouverneur Mitt Romney offiziell zum Spitzenkandidaten der Konservativen für die Wahl im November küren wollen. Der Beginn des offiziellen Programms wurde wegen des Sturms um einen Tag auf heute verschoben (siehe Seite 5). Auf dem Flughafen von Miami-Dade fielen zahlreiche Flüge aus.

Ölplattformen geschlossen

Die Inselkette der Florida Keys vor dem Südzipfel Floridas kam einstweilen glimpflich davon: Isaac hatte dort am Sonntag und Montag zu Überflutungen mehrerer Straßen geführt, Berichte über größere Schäden gab es aber nicht. Im Golf von Mexiko wurden freilich zahlreiche Plattformen zur Gas- und Ölförderung sicherheitshalber evakuiert. Bis Montagmittag fiel daher laut Behördenangaben fast ein Viertel der US-amerikanischen Ölproduktion im Golf von Mexiko aus; 23 Prozent der US-Ölförderung stammen aus dieser Region.

In der Dominikanischen Republik und Haiti hatte Isaac zuvor mindestens 20 Todesopfer gefordert, meist infolge von Sturzfluten und Erdrutschen, nach Angaben des kubanischen Rundfunks wurden in der kubanischen Hafenstadt Baracoa 17 Häuser zerstört.

Auf einen Blick

Tropische Stürme sind Hurrikans, die Böen von mehr als 118 km/h entwickeln und im Atlantik oder Nordostpazifik entstehen, anderswo sagt man Zyklon (etwa Australien, Indien) bzw. Taifun (Westpazifik, China, Südostasien). Namensgeber ist „Huracán“, ein altindianischer Windgott. Der stärkste gemessene Hurrikan war im Oktober 2005 „Wilma“ mit Böen bis 340 km/h.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

9 Kommentare

krampfhaftes Bashing

Ich bin ja nicht unbedingt der größte Fan der USA Kolonialpolitik, und die einseitige Medienberichterstattung ist mir auch schon seit längerer Zeit ein Dorn im Auge. Aber deshalb jeden möglichen Bericht für ein USA Bashing zu nutzen ist lächerlich! Nur weil sich die Administration zu viel Kraut herausnimmt muss nicht ständig über das ganze Volk hergezogen werden! Es so wie auch sonst auf der ganzen Welt: der größte Teil der Menschen will nur in Frieden leben und arbeitet fleißig!

Gast: Kibietz
28.08.2012 08:41
1 2

Natürlich steckt da auch Gottes Wille dahinter! Sagt uns auch die RKK!

Man darf sich also nicht wirklich beklagen.
Man muss eher Buße tun!

Haiti mit 19 Toten...

... ist leider nur eine Randnotiz wert, während ein ganzer Artikel von vielleicht eintreffenden Katastrophen in den USA berichtet. Irgendwie bekommt man ständig den Eindruck, dass nicht jedes Menschenleben gleich wichtig ist.

0 0

Re: Haiti mit 19 Toten...

Von den BVIs wird gar nichts erwähnt. Würd mich interessieren, ob dort noch was steht. Aber die haben ja auch keine Strohhütten, wie auf Haiti...

Gast: Wasserlaeufer
27.08.2012 09:46
3 4

Tja, der Winter in Russland

hat auch so manchen Sieg errungen.

Und bei uns macht die SPOeVP auch so manchen Parteitag obwohl es doch so vielen Oesterreichern
dreckig geht.

Die Meisten gehen nicht einmal mehr waehlen.

Das active Wahlrecht wird nicht ausgenuetzt
und an das passive Wahlrecht wagt sich ein
normal arbeitender Mensch erst garnicht heran.

Das ist ja alleinige Sache der grosskopferten
"Landesrabenvaeter".

bei dieser

stadt ist es eh egal !

1 0

Re: bei dieser

wow... was für eine brutale Aussage. Selten ein dümmeres und unnötigeres Kommentar gelesen!

Re: bei dieser

wie oft waren sie schon dort,und was genau missfällt ihnen ?

Re: bei dieser

Au weh...