Auf der patagonischen Halbinsel Península Valdes sollen Dominikanermöwen gezielt erschossen werden, um Wale zu schützen. Dies hat die Regierung der argentinischen Provinz Chubut einem Bericht der Zeitung "Clarín" zufolge am Montag entschieden. Obwohl das Vorhaben strittig sei, seien bereits erste Schießübungen gemacht worden.
Die Möwen sollen demnach von Polizeischützen abgeschossen werden, weil sie den im südlichen Atlantik lebenden Südkapern, einer Walart, ernsthafte Verletzungen zufügen. Mit ihren spitzen Krallen und ihrem kräftigen Schnabel verletzten sie die Wale in der Lendenregion teilweise so stark, dass die Wunden bluteten und zu Infektionen führten.
Maßnahme aus ökonomischen Gründen?
Die Attacken sollen bereits zur Veränderung der Atmung der Wale geführt haben. Bis vor einigen Jahren haben die Wale dafür noch Kopf, Lendenregion und Schwanzflosse aus dem Wasser bewegt, sagte der Biologe Marcelo Bertolotti der Zeitung. Jetzt strecken sie nur noch den Kopf heraus. Deshalb bekommen offenbar auch Touristen die Wale seltener zu sehen
Die Halbinsel ist ein beliebtes Urlaubsgebiet, das Whale-Watching zieht viele Touristen an. Kritiker werfen der Provinzregierung vor, die Wale als ökonomische Ressource und nicht als Teil des Ökosystems zu sehen. Statt die Möwen zu erschießen, müsse vielmehr etwas gegen die offenen Mülldeponien sowie die Abfälle und Fischreste im Wasser getan werden, die die aasfressende Möwen-Art anlockten, sagte ein Greenpeace-Aktivist.
(APA/dpa)
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