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Flüchtlingsboot vor Java gesunken: Etwa 100 Vermisste

30.08.2012 | 15:42 |   (DiePresse.com)

Das Boot ist rund 200 Seemeilen vor der australischen Weihnachtsinsel in Seenot geraten. Bisher wurden 55 Überlebende gefunden.

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Nach dem Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der Küste Indonesiens haben die Rettungskräfte fieberhaft nach rund hundert Vermissten gesucht. 55 Überlebende konnten gerettet werden, sagte eine Sprecherin des australischen Seenot-Rettungsdienstes Amsa am Donnerstag. Das Flüchtlingsschiff war am Mittwoch mit etwa 150 Menschen an Bord zwischen Java und Sumatra mit einem Motorschaden in Seenot geraten.

Die australischen Behörden leiteten am Mittwoch einen Notruf des Flüchtlingsschiffs an Indonesien weiter. Die indonesischen Behörden suchten daraufhin mit zwei Hubschraubern und Polizeibooten, fanden jedoch keine Spur und stellten die Suche ein. In der Nacht zum Donnerstag rettete die Besatzung eines australischen Handelsschiffs dann sechs Menschen aus dem Meer.

Der Kapitän des Handelsschiffes "Bahrain" berichtete, seine Mannschaft und er hätten Schreie und Pfiffe gehört. Daraufhin habe er trotz der Dunkelheit ein kleines Boot zu Wasser gelassen. "Ich dachte schon, wir geben auf, als ich Geräusche hörte und sie dann im Wasser sah", sagte Kapitän Manuel Nistorescu der australischen Zeitung "Sydney Morning Herald".

Amsa wollte die Suche in dem Seegebiet rund 400 Kilometer vor den Weihnachtsinseln bis Freitag fortsetzen. Drei Handelsschiffe unterstützen dabei die "HMAS Maitland" der australische Marine und zwei australische Suchflugzeuge. Die "HMAS Maitland" nahm am Donnerstag 23 weitere Überlebende an Bord. Insgesamt wurden damit bis zum Nachmittag (Ortszeit) 45 Überlebende gerettet. Laut Amsa waren drei von ihnen schwer aber nicht lebensbedrohlich verletzt.

Immer wieder wagen Menschen von Südostasien aus die gefährliche Überfahrt nach Australien, um dort Asyl zu suchen. Sie steuern dabei die australische Weihnachtsinsel an, die nur rund 300 Kilometer vor der indonesischen Küste, aber 2.600 Kilometer von Australien entfernt im Indischen Ozean liegt. Allein in diesem Jahr kamen dabei 300 Menschen ums Leben.

Als Abschreckung vor einer Überfahrt wird Australien Asylsuchende künftig wieder weit vor seiner Küste in Auffanglagern in den Inselstaaten Nauru und Papua-Neuguinea unterbringen. Seit dem Beschluss kamen allerdings bereits 1.000 Bootsflüchtlinge in Australien an. Innenminister Jason Clare warnte vor der gefährlichen Reise: "Wir haben heute gesehen, dass es ein echtes Risiko gibt, dass Menschen dabei sterben."

(APA/AFP)

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