Erneut wüteten in Südspanien riesige Waldbrände. An der Urlaubsküste Costa del Sol mussten am Freitag etwa 5000 Menschen in Sicherheit gebracht werden, wie die Provinzregierung von Malaga mitteilte. Mindestens ein Mensch fiel den Flammen zum Opfer. Am Nachmittag wurde in der Nähe des bekannten Badeortes Marbella eine verkohlte Leiche gefunden. Fünf Menschen wurden mit Verbrennungen oder Rauchvergiftungen in Krankenhäuser gebracht.
Insgesamt sechs Ortschaften in der Provinz Malaga sind vom Feuer bedroht. Ein Hotel mit 200 Gästen an der Küste musste komplett evakuiert werden. Bei den Löscharbeiten waren den Angaben zufolge etwa 800 Feuerwehrleute, Militärs und Freiwillige sowie 17 Flugzeuge und Hubschrauber im Einsatz. Das Agrarministerium in Madrid stellte weitere sechs Flugzeuge und drei Hubschrauber bereit.
Ein Einwohnerin der Ortschaft Ojen berichtete spanischen Medien, dass ihr Sohn sie um drei Uhr morgens weckte, weil sich das "riesige Feuer" ihrer Wohnung dicht genähert hatte. "Wir sind aus dem Haus gerannt so wie wir angezogen waren. Das Herz schlug uns bis zum Hals." Der Bürgermeister von Ojen, Jose Antonio Gomez, erzählte entsetzt, dass sein Dorf "bis zur Hälfte" niedergebrannt sei.
Das Feuer war am Donnerstag bei Coin im Sierra-Negra-Gebirge ausgebrochen und hatte sich wegen des starken Windes und der hohen Temperaturen blitzschnell vergrößert, wie der Umweltbeauftragte der Stadt Malaga, Javier Carnero, mitteilte. Ersten Schätzungen zufolge zerstörte der Brand eine Fläche von bis zu 1000 Hektar. Die Flammen hatten sich rasch bis Marbella ausgebreitet. Die Bürgermeisterin des beliebten Urlaubsortes, Angeles Munoz, sagte, dass bereits einige Häuser in den Außenbezirken in Brand geraten seien. Die Mittelmeer-Autobahn AP-7 musste teilweise in beiden Richtungen gesperrt werden.
Der Regierungschef von Andalusien, Jose Antonio Grinan, sagte vor der Presse, es bestehe der Verdacht, dass das Feuer absichtlich gelegt worden sei. Das schwer zugängliche Gelände behindere die Löscharbeiten. Dennoch zeigte Grinan sich optimistisch, dass der Brand noch am Freitag unter Kontrolle gebracht werden könne. Seit Jahresbeginn zerstörten die Flammen in Spanien nach offiziellen Angaben etwa 140.000 Hektar Wald, dreimal so viel wie im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.
(APA/dpa)
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