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Ausschreitungen bei Protest gegen Dutroux-Komplizin

02.09.2012 | 13:39 |   (DiePresse.com)

Die frühere Frau und Komlizin des Kindermörders Dutroux wurde vorzeitig freigelassen. Dagegen mehren sich die Proteste.

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Bei Protesten gegen die vorzeitige Freilassung der Ex-Frau von Kinderschänder Marc Dutroux ist es am Samstag in Belgien zu Ausschreitungen gekommen. Einige Demonstranten warfen Steine und rissen Absperrungen der Polizei in Malonne bei Namur um. Die Beamten setzten Gummiknüppel und Pfefferspray ein, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Zwei Menschen wurden vorläufig festgenommen.

Die Demonstration hatte friedlich begonnen. Etwa 100 Menschen, die aus verschiedenen Teilen Belgiens gekommen waren, versammelten sich vor dem Nonnenkloster, wo Michelle Martin seit Wochenbeginn lebt. Die Polizei, die das Ordenshaus schützt, verstärkte ihre Präsenz. Üblicherweise sind 15 Polizisten dort Tag und Nacht im Einsatz.

Am Ende der Veranstaltung griffen einige Extremisten die Beamten an. Ein Mann, der später festgenommen wurde, grub ein Verkehrsschild aus und wollte es auf die Sicherheitskräfte werfen.

Als Martin am Dienstagabend nach ihrer Freilassung in dem Ardennen-Ort angekommen war, hatten bereits rund 50 erboste Bürger vor dem Kloster protestiert. Martin war als Komplizin Dutroux' zu 30 Jahren verurteilt worden, von denen sie 16 abgesessen hat. Ihr weiterhin inhaftierter Ex-Ehemann ist der bekannteste und am meisten gefürchtete Verbrecher des Königreichs - er hatte in den 1990er Jahren sechs Mädchen entführt und gefoltert, vier von ihnen starben.

Angesichts der heftigen Kritik an der Freilassung von Michelle Martin hat die belgische Regierung eine Verschärfung der Strafgesetze angekündigt. Ministerpräsident Elio Di Rupo sagte mehreren belgischen Zeitungen vom Samstag, er wolle gegen "Straffreiheit" für Verbrecher vorgehen. "Unser Ziel muss sein: Nein zur Straffreiheit", sagte Di Rupo. "Wir müssen eine ganze Reihe eingeleiteter Reformen im Justizwesen weiterverfolgen sowie Reformen im Bereich Polizeiwesen."

Di Rupo zufolge ist eine Verschärfung der Regeln für vorzeitige Haftentlassungen unter Auflagen bereits in Vorbereitung. Demnach soll beispielsweise jeder, der zu einer 30-jährigen Haftstrafe verurteilt ist, mindestens drei Viertel davon im Gefängnis verbüßen. Außerdem kündigte der Regierungschef die Einstellung Hunderter weiterer Polizisten an.

Michelle Martin war 1996 zusammen mit dem Pädophilen Dutroux festgenommen und im Jahr 2004 zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Im Juli gab ein Gericht in Mons jedoch ihrem Antrag auf vorzeitige Entlassung aus der Haft statt. Diese in Belgien höchst umstrittene Entscheidung wurde am Dienstag vom Kassationsgericht bestätigt.

Die 52-Jährige unterliegt nach ihrer Freilassung strengen Auflagen. So muss sie in einem Kloster im südbelgischen Malonne leben, wo sie am Dienstag eintraf. Sie darf sich nicht in der Öffentlichkeit zeigen.

Martin hatte ihren damaligen Ehemann bei seinen Gräueltaten gegen Mädchen unterstützt. Ihr wurde vor allem vorgeworfen, dass sie zwei der verschleppten Mädchen in einem Kellerverlies verhungern ließ. Die ehemalige Lehrerin, selbst Mutter dreier Kinder von Dutroux, versperrte eigenhändig die Tür, hinter der die beiden achtjährigen Mädchen qualvoll starben, wie sie im Prozess aussagte. Der grausame Fall Dutroux und das damit verbundene Versagen von Polizei und Justiz hatten Belgien in den 1990er Jahren zutiefst erschüttert.

(APA)

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12 Kommentare
Gast: xxxx
02.09.2012 19:31
0 0

BürgerInnen rebellieren gegen den Rechtstaat! Hirnis als Mobb!

Der Rechtstaat ist zu respektieren!
Wer sich gegen die Rechtsordnung stellt ist zu verfolgen.
Sie gefährden die Demokratie.
Verbrecher gehören abgestraft.

Re: BürgerInnen rebellieren gegen den Rechtstaat! Hirnis als Mobb!

wenn das recht des rechtsstaates nicht mehr den gesellschaftlichen konsens trifft, dann MUSS man dagegen protestieren!!

Antworten Gast: globetrotterneu
03.09.2012 01:07
0 0

Re: BürgerInnen rebellieren gegen den Rechtstaat! Hirnis als Mobb!

wählen sie weiter schwarz rot.

0 0

Steinbruch - und sonst nichts.


Gast: njdjjdjdjnx
02.09.2012 13:32
2 0

30 Jahre Freiheitsstrafe gibts bei uns gar nicht. Höchstens 20.

Kinderschänder bekommen in Österreich ein paar Monate Hausarest. Es ist zum Kotzen.

Gast: zzz
02.09.2012 10:13
8 0

bei uns

wäre sie wahrscheinlich erst gar nicht eingeperrt worden, da hätte sie eine Fußfessel mit der Auflage, sich einmal im Monat bei der Mama zu melden bekommen.
Brutales Belgien.

Europa

ist voll von Gutmenschen, die vor allem Interesse daran haben, dass es rechtskräftig Verurteilten gut geht.

Gast: Nemesis
02.09.2012 10:08
9 0

Eine korrupte Justiz wird von den Bürgern angegriffen

Man seheh sich die Bilder aus Belgien gut an.

Antworten Gast: yoshi1
02.09.2012 11:39
0 1

Re: Eine korrupte Justiz wird von den Bürgern angegriffen

Artikel nicht verstanden? Die Gerichte haben bestehendes Recht angewandt. Was daran korrupt sein soll müssen Sie schon erklären.

Ansonsten verinnerlichen Sie doch bitte den Unterschied von Gesetzgebung / Vollziehung / Sprechung.

Antworten Antworten Gast: Nemesis
02.09.2012 12:38
2 0

Re: Re: Eine korrupte Justiz wird von den Bürgern angegriffen

Ursprünglich ging in der Demokratie das Recht vom Volke aus - heute bestimmt eine korrupte Obrigkeit was Gesetz und Demokratie ist.
Aber das ist mit einem Ablaufdatum versehen.
Oder glaubt z.B. beim Fall Kampusch noch wer an Aufklärung der wirklichen Umstände - unser Fall Dutroux mit Verwicklungen bis ganz nach oben - nie aufgeklärt.

7 1

Dort wie hier ...

... schützt der Staat Verbrecher

Gast: Notnagel
01.09.2012 20:49
12 2

Und wann ist es bei uns soweit

Bei uns werden immer wieder hochkriminelle gefährliche Verbrecher vorzeitig entlassen.

Bei uns können sich kriminelle Ärsche immer wieder mit Geld freikaufen,
oder sich mit vorgetäuschter Krankheit eine Haftstrafe ersparen.

Wo bleibt da die Gerechtigkeit,wenn sich die Justiz bestechen läßt.