Nach der blutigen Gewaltwelle in einer südafrikanischen Platinmine hat sich Präsident Jacob Zuma geweigert, die 270 inhaftierten Kumpel freizulassen. Die Anwälte der Bergleute hatten ultimativ die Freilassung der wegen Mordes angeklagten Kumpel bis Sonntag gefordert. "Der Präsident kann diese Forderung nicht erfüllen", teilte sein Büro in Pretoria am Samstag mit. Zuma hatte zuvor eine Untersuchungskommission eingesetzt, um die Hintergründe der Zusammenstöße zu ermitteln. Er wolle ihre Arbeit nun nicht stören, hieß es.
Den Minenarbeitern wird der Tod von 34 Kollegen während eines wilden Streiks in der Lonmin-Mine zur Last gelegt. Die Bergleute waren bei Ausschreitungen am 16. August von der Polizei getötet worden. Die Ordnungskräfte hatten angegeben, in Notwehr gehandelt zu haben, da die Streikenden mit illegalen Waffen ausgerüstet gewesen seien. Die Arbeiter hatte eine erhebliche Lohnerhöhung verlangt.
In ihrem Brief an Zuma hatten die Anwälte die Mordanklagen gegen die Kumpel "bizarr und extrem" genannt, wie CNN berichtete. Nach Aussage von Justizminister Jeff Radebe hatten die Anklagen "Schock, Panik und Verwirrung" in der südafrikanischen Gesellschaft ausgelöst. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor mitgeteilt, dass sich all diejenigen, die an den Unruhen teilgenommen hätten, mitschuldig am blutigen Ausgang der Zusammenstöße gemacht hätten.
(APA/dpa)
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