Canberra/Wien/Sig/Ag. Weil immer mehr Flüchtlinge versuchen, Australien mit Booten zu erreichen, hat das Land nun eine umstrittene Maßnahme der konservativen Vorgängerregierung wieder eingeführt: In Zukunft sollen illegale Einwanderer auf den Pazifikinseln Nauru oder Manus (gehört zu Papua-Neuguinea) in Lagern warten, bis über ihren Asylantrag entschieden wird. Das kann bis zu fünf Jahre dauern.
Laut Premierministerin Julia Gillard soll die Maßnahme Bootsunglücke eindämmen und die legale Einreise fördern. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisiert den Schritt: Menschen auf der Flucht vor Verfolgung hätten oft nicht die Möglichkeit, die australischen Behörden um eine Einreiseerlaubnis zu bitten.
Indes gab es am Montag ein Geständnis im Fall der Tragödie um ein 2010 vor der australischen Weihnachtsinsel im Indischen Ozean gesunkenes Flüchtlingsschiff. Bis zu 50 Menschen ertranken damals. Der Schlepper Khorram Heydarkhani bekannte sich schuldig, diese sowie drei weitere Fahrten organisiert zu haben. Berichten zufolge erwarten den 41-jährigen Australier iranischer Herkunft bis zu 20 Jahre Haft.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.09.2012)
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