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Vierfachmord: Mädchen lag acht Stunden unter Leiche

06.09.2012 | 17:40 |   (DiePresse.com)

In Frankreich wurden auf einem Waldparkplatz vier Menschen erschossen. Zwei Mädchen überlebten. Das Verbrechen erinnert an eine Tat vor 60 Jahren.

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Mysteriöses Gewaltverbrechen auf einem Waldparkplatz: Vier Menschen sind in den französischen Alpen erschossen worden - zwei Mädchen überlebten die Tat. Eine Vierjährige wurde erst nach knapp acht Stunden unverletzt im hinteren Teil eines Autos unter den Beinen seiner toten Mutter entdeckt. Die etwa siebenjährige Schwester wurde bereits am Mittwochnachmittag schwer verletzt neben den vier Leichen an einem Waldweg in der Nähe des Sees von Annecy entdeckt.  Bei den vier Toten handelt es sich vermutlich um Vater, Mutter und Oma der Kinder sowie einen Radfahrer aus der Region.

Die Opfer sind offenbar alle durch Kopfschüsse getötet worden. Der Staatsanwalt von Annecy, Eric Maillaud, sagte am Donnerstagabend im Fernsehsender TF1, alle Opfer seien von mehreren Schüssen getroffen worden, "und alle wurden von mindestens einer Kugel im Kopf getroffen". Eine Autopsie der Leichen am Freitag werde mehr Klarheit bringen, fügte der Staatsanwalt hinzu. Das Auto war von Kugeln aus einer automatischen Pistole durchsiebt.

Die Tat hat Ähnlichkeiten mit einem Verbrechen im Jahr 1952: Damals wurden in der Nähe ein britischer Biochemiker, seine Frau und deren Tochter umgebracht. Hauptverdächtig war die Familie Dominici, Bauern aus der Nähe. Ein letzter Beweis konnte jedoch nie erbracht werden.

"Wissen nicht, warum sie sterben mussten"

Der Hintergrund der nunmehrigen Tat ist weiter unklar. "Wir wissen nicht, warum die Menschen sterben mussten", sagte Staatsanwalt Maillaud Donnerstanachmittag. Auch die Identität von drei der vier Opfer sei noch nicht eindeutig geklärt. Nach ersten Ermittlungen handle es sich jedoch um die Mitglieder einer Familie, die in Großbritannien lebte. Staatsanwalt Maillaud wollte dies am Donnerstag aber nicht bestätigen.

Bei der älteren Frau wurde offenbar ein schwedischer Pass gefunden. Die Ermittler fanden zudem einen irakischen Pass, welcher der jüngeren Frau gehören könnte. Zumindest der Vater soll aus dem Irak stammen. Das vierte Opfer war ein Radfahrer aus der Region. Alle wiesen Schussverletzungen auf. Am Tatort wurden zahlreiche Patronenhülsen gefunden, die von einer automatischen Pistole stammen. Ein anderer Radfahrer hatte das Verbrechen entdeckt.

VIDEO: Mysteriöses Gewaltverbrechen in Frankreich

Bild: (c) rca

Insgesamt vier Leichen wurden an einem Waldweg in der Nähe von Annecy entdeckt. Zwei Schwestern haben das Unglück überlebt, eine davon schwer verletzt.

Kopfschüsse mit Automatikpistole

Die Staatsanwaltschaft hält einen kriminellen Hintergrund für wahrscheinlich, schließt aber auch ein Familiendrama nicht aus. Den Angaben zufolge wurden drei der Opfer durch Kopfschüsse getötet. Es sei mit mindestens einer Automatikpistole "sehr, sehr oft" geschossen worden. Staatsanwalt Maillaud sprach von einem Verbrechen von "extremer Brutalität".

Das gegen Mitternacht entdeckte vierjährige Mädchen, das sich stundenlang nicht bemerkbar gemacht hatte, wurde erst entdeckt, als Experten für Spurensicherung aus Paris eingetroffen waren. Es konnte zunächst nicht zur Aufklärung beitragen. Es habe Lärm und Schreie gehört, könne aber nicht mehr sagen, berichtete Staatsanwalt Maillaud. Auch wenn sich der Zustand der Siebenjährigen nach der OP stabilisierte, wird sie voraussichtlich erst in den nächsten Tagen vernehmungsfähig sein. Die beiden Mädchen stehen nach Angaben des Staatsanwalts unter Polizeischutz.

Bei dem erschossenen Radfahrer handelt es sich um einen jungen Familienvater aus der Region. Entdeckt wurden die Mordopfer von einem weiteren Fahrradfahrer, der offenbar kurz nach den Schüssen den Tatort erreichte. Der Mann, ein früherer Angehöriger der britischen Royal Air Force, verständigte die Polizei und brachte das schwer verletzte Mädchen in die stabile Seitenlage. Staatsanwalt Maillaud lobte die "außergewöhnlichen Reflexe" des Mannes.

(c) EPA/NORBERT FALCO/LE DAUPHINE FRANCE OUT

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(APA/Red.)

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23 Kommentare
Gast: Bagnas
09.09.2012 00:30
1 1

Annecy

Am Dienstagabend genehmigten wir uns am Ufer des Sees bei Annecy eine Pizza. Nicht weit vom Beau Rivage entfernt. Wir sahen reiche, sehr reiche Muslime. Warum sollte man eine einfache Familie überfallen, wenn der Reichtum neben der Strasse liegt?

Gast: web
06.09.2012 22:34
3 1

Hinrichtung

Geheimdienst? Automatische Waffen, lemonde spricht von Maschinenpistolen, sind wohl eher nicht die Standardausrüstung von gewöhnlichen Räubern und auch gezielte Kopfschüsse aus nächster Nähe sprechen eher für ziemliche "Professionalität".

Re: Hinrichtung

also, ihre konspirationstheorie kann ich beim besten willen nicht nicht teilen.

ein geheimdienst hätte wohl kaum grund, die gesamte familie auszulöschen, und sicher mittel und gelegenheiten, ihr hauptziel wesentlich unauffälliger und mit weniger kollateralschaden zu beseitigen.

ich würde am ehesten das organisierte verbrechen dahinter vermuten. ob ein familienmitglied darin verstrickt war, oder die familie nur durch einen tragischen zufall in diese letale situation kam, wird zu klären sein.

Re: Hinrichtung

also, ihre konspirationstheorie kann ich beim besten willen nicht nicht teilen.

ein geheimdienst hätte wohl kaum grund, die gesamte familie auszulöschen, und sicher mittel und gelegenheiten, ihr hauptziel wesentlich unauffälliger und mit weniger kollateralschaden zu beseitigen.

ich würde am ehesten das organisierte verbrechen dahinter vermuten. ob ein familienmitglied darin verstrickt war, oder die familie nur durch einen tragischen zufall in diese letale situation kam, wird zu klären sein.

Gast: xxxx
06.09.2012 19:09
4 7

Polizei - die Superheros! Around the Wöarlt!

Konnte wohl keiner nachschauen, ob da noch wer ist, diese inkompetenten Gogeln!
Nur blöd schauen=Polizei!

"Aussergewöhnliche Reflexe"

schon eine eigenartige Wortwahl. War der RAF-Angehörige überhaupt Pilot?

Ich würd mal vermuten, das schaut nach einer politischen Sache aus.

Alles eine Frage der EHRE?


Re: Alles eine Frage der EHRE?

Paranoia wohl eher.

Antworten Antworten Gast: pepiteufel
06.09.2012 23:22
4 2

Re: Re: Alles eine Frage der EHRE?

die frage ist durchaus berechtigt. die "familie aus england" ist irakischer abstammung. und sollte es eine professionelle bande gewesen sein, die sich auf touristen spezialisiert hat, kann man getrost davon ausgehen, daß es die üblichen verdächtigen (also keine einheimischen) waren.

Gast: orapoporalein
06.09.2012 16:05
7 0

Sinnlose Kommentare

Immer wieder ärgern mich die Kommentare von Menschen, die keine Ahnung von der Materie haben... Wahrscheinlich sind das genau die Leute, die keinen Finger krumm machen wenn sie ein Verbrechen vor ihren Augen sehen! Man kann sich immer leicht reden als Aussenstehender! Das einzig vernünftige Kommentar ist von Nashwin
Ich wünsche den beiden Mädchen, daß sie dieses Verbrechen verarbeiten können!!!

Re: Sinnlose Kommentare

Das beste KO-Argument von Versagern ist immer, dass es die anderen nicht besser machen würden.

0 14

wieder

so ein schießwütiger Einzelfall
das liest man inzwischen im 3 Tages Rhytmus
traurig genug die ganze Geschichte und ein Beweis mehr ,dass es an Zeitgenossen die bis auf die Zähne bewaffnet sind nicht mehr mangelt
aber die Befürworter der Waffenfreiheit haben sicher wieder eine Erklärung dafür

Antworten Gast: Pedro
06.09.2012 19:17
11 1

Re: wieder

Der Vorfall ist doch ein Paradebeispiel PRO Waffengesetzliberalisierung!

Hätten die Eltern und der Radfahrer eine Waffe dabei gehabt, dann hätte die Chance bestanden dass ein paar mehr überlebt hätten ...

Sie machen denselben Fehler den alle Waffengegner machen. Sie denken Waffenverbote würden ihre Sicherheit heben, weil dann ja niemand mehr Waffen hat. Nur das ist halt falsch. Denn Waffenverbote betreffen nur rechtstreue Staatsbürger. Verbrecher betreffen diese dagegen überhaupt nicht.
Bsp: England hat die rechtstreuen Bürger entwaffnet. Seither haben die bewaffneten Einbrüche in Häuser während die Bewohner anwesend sind drastisch zugenommen. Ist auch logisch, Gegenwehr ist nicht mehr zu erwarten.

In den USA sind aufgrund der letzten Erkenntnisse viele Staaten dabei die Erlaubnis zum verdeckten Waffentragen zu erleichtern. Einfach weil wir jetzt dank dem Verbotswahn der letzten 2 Jahrzehnte wissen, dass Waffenverbote die Probleme die Waffen bereiten kein bißchen senken.

Was glauben sie warum in vielen Staaten zb. Lehrer angehalten sind eine Waffe zu tragen?
Was glauben sie wieviele Kinder dieser Nazi Breivik töten hätte können, wenn es dort Waffen gegeben hätte?

Selbstverteidigung ist ein Menschenrecht. Das effektivste Mittel (nicht das tödlichste - zb. ist eine legale Armbrust tödlicher und leiser) dazu ist nun einmal eine Pistole.

Ich wohne in Öst. am Land. Die Polizei braucht zu mir mind. 1/4h. Ich trage deswegen eine Waffe, weil mir ein Polizist zu schwer wäre.

Re: Re: wieder

@ Pedro
der hier geschilderte Vorfall sollte keine pro/contra Waffendiskussion auslösen ,den Argumenten der Befürworter zufolge schließe ich aber ,dass man allgemein die Hoffnung auf eine bessere Welt aufgegeben hat
Fazit:
Waffen für jeden,wer Freund wer Feind ist, lässt sich eh nicht mehr unterscheiden
also
ginge es hier um Grundsätzliches ,dafür ist es aber offensichtlich zu spät
ein trauriges Leben,wenn man nur mehr in Angst dahinvegetiert

Re: wieder

wir, die befuerworter der Waffenfreiheit, nehmen an, dass sich Kriminelle die sowas auffuehren, nicht nur an das Verbot zu morden nicht halten, sondern ebenfalls nicht an etwaige Regelungen zu Waffenbesitz und -tragen. Ich nehme mal nicht an, dass die Taeter berechtigt waren, gelade Schusswaffen zu fuehren. Und ich nehme auch an, vor allem bei kriminellem Hintergrund, dass die Waffen nicht registriert, und wohl auch nicht legal besessen sind. Aber da koennen wir ja mal abwarten was da noch rauskommt. Und dank den Waffengesetzen gabs nicht mal die theoretische Moeglichkeit einer Gegenwehr gegen bewaffnete Gangster!

Antworten Antworten Gast: Bärenfalle...
06.09.2012 18:21
4 0

Re: Re: wieder

Die Waffen war sicherlich illegal denn mir wäre kein europäisches Land bekannt in dem der Besitz einer Maschinenpistole für Private legal erlaubt wäre.


Familiendrama?

Wenn es denn eines gewesen wäre, hätten die beiden Mädchen sicher nicht überlebt. Ich hoffe, dass diese schreckliche Tat bald aufgeklärt wird und, dass die Mädchen, trotz der Tat ein normales Leben führen werden.

"Die Ermittler hätten erst nach dem Eintreffen der Techniker Zugang zum Auto erhalten und deshalb das Mädchen erst dann entdeckt."

Ach ja. Und wie heisst der Chef der Ermittler? Louis de Funes?

Re: "Die Ermittler hätten erst nach dem Eintreffen der Techniker Zugang zum Auto erhalten und deshalb das Mädchen erst dann entdeckt."

Ich glaube, das mit dem Louis de Funes trifft's ziemlich genau!
Welches Hirni würde sonst veröffentlichen, das es Überlebende gibt, wenn schon ein toter Radfahrer neben dem Auto liegt...

Re: "Die Ermittler hätten erst nach dem Eintreffen der Techniker Zugang zum Auto erhalten und deshalb das Mädchen erst dann entdeckt."

Da offenbar nicht ersichtlich war, dass sich noch eine lebende Person im Fahrzeug befand, wollte man vermutlich nicht durch gewaltsames Aufbrechen des Fahrzeugs mögliche Tatortspuren zerstören.

Aus den wenigen Informationen im Artikel kann ich jedenfalls kein tölpelhaftes Verhalten ableiten.

Antworten Antworten Gast: pfff...
06.09.2012 18:10
2 1

Re: Re: "Die Ermittler hätten erst nach dem Eintreffen der Techniker Zugang zum Auto erhalten und deshalb das Mädchen erst dann entdeckt."

nicht mal ein arzt kann von außerhalb des autos mit sicherheit feststellen ob jemand noch lebt oder nicht.
es ist in so einem fall zunächst einmal erste hilfe zu leisten.
die spurensicherung erfolgt danach.
8 stunden lang ist kein arzt eingetroffen?
oder hat er nicht ins auto geschaut?
wenn 8 stunden lang eine lebende person nicht bemerkt wurde, hat man definitiv nicht mal dran gedacht erste hilfe zu leisten. sonst wärs aufgefallen dass einer unversehrt ist.

Antworten Antworten Antworten Gast: yoshi1
06.09.2012 19:04
4 0

Re: Re: Re: "Die Ermittler hätten erst nach dem Eintreffen der Techniker Zugang zum Auto erhalten und deshalb das Mädchen erst dann entdeckt."

Selbst Zivildiener dürfen den Tod eines Patienten annehmen wenn diesem mehrfach in den Kopf geschossen wurde. Und ca so dürften die Leichen ausgesehen haben wenn man sich die Umschreibungen des Polizisten ausmalt.

Antworten Antworten Gast: so viele experten ...
06.09.2012 16:43
1 0

aus welcher entfernung kannst denn du

feststellen ob jemand noch lebt, oder ob noch jemand im wagen ist?

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