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Nach Irrfahrt: "Flaminia" legt in deutschem Hafen an

10.09.2012 | 08:15 |   (DiePresse.com)

Auf dem mit gefährlichen Chemikalien beladenen Containerschiff hatte es bereits im Juli auf hoher See gebrannt. Erst jetzt durfte es bei Wilhelmshaven in Norddeutschland anlegen.

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Nach ihrer zweimonatigen Irrfahrt ist die durch einen Brand schwer beschädigte "MSC Flaminia" am Ziel: Das Containerschiff dockte am Sonntagabend im JadeWeserPort bei Wilhelmshaven im deutschen Bundesland Niedersachsen. Die Fahrt sei ohne Probleme verlaufen. Der Liegeplatz des havarierten Schiffs im Hafen ist weiträumig abgesperrt. Das teilte das Havariekommando in Cuxhaven mit.

Der Schleppverband hatte zuvor die Tiefwasserreede (den Ankerplatz, Anm.) bei Helgoland verlassen, die Fahrt verlief reibungslos. Nun soll das Schiff untersucht werden, bevor ein noch vermisster Seemann an Bord gesucht und das Schiff entladen werden kann. Dafür ist jedoch auch die Zustimmung der Staatsanwaltschaft erforderlich. Das Entladen und die Entsorgung des mit Giftstoffen kontaminierten Löschwassers wird mehrere Wochen dauern.

Wochenlange Irrfahrt

Die Havarie der "MSC Flaminia" hielt den deutschen Eigner, die Reederei NSB, und die Behörden mehrerer europäischer Länder wochenlang in Atem. An Bord des mit mehr als 2800 Containern beladenen Schiffs war am 14. Juli auf dem Atlantik ein Feuer ausgebrochen, Teile der Ladung explodierten. Ein Seemann starb, ein Crewmitglied wird seitdem vermisst, drei weitere wurden verletzt. Die Feuer in den riesigen Laderäumen des 289 Meter langen Frachters wüteten tagelang unkontrolliert, letzte Brandnester wurden erst vor kurzem gelöscht.

Atlantik-Anrainerstaaten wie Großbritannien und Frankreich hatten dem Schiff keinen Notliegeplatz zur Verfügung gestellt. Nach wochenlangen Verhandlungen hat sich sich Deutschland als verantwortlicher Flaggenstaat daher bereit erklärt, den Frachter in seine Gewässer zu schleppen und die Ladung dort bergen zu lassen.

Boxen mit Chemikalien, giftiges Löschwasser

Sorgen bereiten vor allem die an Bord befindlichen Container mit Gefahrgut, von denen eine potenzielle Umweltgefahr ausgeht. Die "MSC Flaminia" hatte nach Angaben des Havariekommandos 151 Boxen mit bedenklichen Industriechemikalien geladen - darunter etwa Klebstoffe, der pharmazeutische Grundstoff Testosteron, entzündliche Kosmetik-Sprays sowie Nitromethan, ein brennbares Lösungs- und Reinigungsmittel, das auch als Treibstoffzusatz im Motorsport verwendet wird. Etwa 100 Gefahrgut-Container sind durch Brände beschädigt oder zerstört worden.

Eine besondere Herausforderung sind vor allem die größeren Löschwassermengen im Schiffsrumpf, die durch Gefahrgut- und Brandrückstände verunreinigt sind. Auch sie müssten sicher geborgen und entsorgt werden, teilte das deutsche Krisenzentrum für maritime Notfälle mit. Die Lage auf dem Schiff soll stabil sein, akute sicherheitstechnische Probleme bestehen derzeit nicht. Wie stark die 20 Millionen Liter Löschwasser kontaminiert sind, muss erst analysiert werden.

Verstoß gegen Havarie-Notfallkonzept?

Die Weigerung der Atlantik-Anrainerstaaten, das Schiff im Rahmen des existierenden europäischen Havarie-Notfallkonzepts einen Liegeplatz anzubieten, sorgte in Deutschland für Irritationen. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) kündigte am Freitag an, den Fall dem europäischen Reederverband vorzulegen. Die Grünen im deutschen Bundestag forderten Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auf, auf EU-Ebene schnellstens über ein verbindliches Nothafenkonzept zu verhandeln.

(APA/AFP/dpa)

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2 Kommentare
Gast: xxxx
11.09.2012 08:33
0 0

Warum heißt die wohl "Flaminia"????

weils heiß saniert werden sollte?

Gast: Hermann vom Gipfel
10.09.2012 12:20
0 1

Die Briten wollen unbedingt wieder Krieg?

Die Spekulanten brauchen siowas?

Die Briten werden schon sehen was sie von so einer Hilfsbereitschaft haben.

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