Erneuter Zwischenfall bei der Billigfluglinie Ryanair: Nach schweren Turbulenzen musste eine Maschine aus Weeze am Niederrhein am Donnerstag auf dem Flughafen Palma de Mallorca notlanden. Drei Menschen wurden durch die Turbulenzen leicht verletzt. "Der Kapitän musste notlanden, um die medizinische Versorgung von zwei Mitgliedern der Kabinenbesatzung und eines Passagiers sicherzustellen", teilte Ryanair-Sprecher Stephen McNamara am Freitag mit.
Die Landung mit 167 Passagieren an Bord sei normal verlaufen. Palma war auch das reguläre Ziel des Fluges. Der Jet sei beim Landeanflug in die Turbulenzen geraten.
Die Verletzten sind wohlauf
Die Verletzten, zwei Flugbegleiter und ein Passagier, seien wieder wohlauf, teilte die Airline am Freitag mit. Der Passagier und einer der Flugbegleiter hätten zwar nach der Landung ins Krankenhaus gebracht werden müssen, seien aber bereits wieder zu Hause. Sie hätten sich Blutergüsse zugezogen. Der andere Flugbegleiter habe nicht im Krankenhaus behandelt werden müssen. Warum das Flugzeug durch die Turbulenzen geflogen war, konnte eine Airlinesprecherin nicht sagen. Es habe sich um ein normales Gewitter gehandelt.
Einer Maschine, deren Pilot eine Notlandung ankündigt, wird Priorität eingeräumt, damit sie möglichst rasch landen kann. Gleichzeitig wird eine Alarmkette in Gang gesetzt, damit ein Arzt oder Rettungswagen möglichst schnell auf dem Rollfeld an der Maschine ist.
Ryanair in den Negativ-Schlagzeilen
Im Juli war der Billigflieger nach mehreren Vorfällen in die Kritik geraten. Wegen eines Gewitters wurden damals zahlreiche Flugzeuge mit Ziel Madrid nach Valencia umgeleitet. Drei Ryanair-Maschinen mussten dabei den Notruf Mayday ausgeben, da die Kerosinmenge ein Minimum erreicht hatte. Es wurden Vorwürfe laut, die Fluglinie habe Sicherheitsprobleme. Ryanair-Chef Michael O'Leary wies die Kritik in einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" zurück. Es habe sich um ein "außergewöhnliches Ereignis" gehandelt.
Die Pilotenvereinigung Cockpit hatte erst am Montag kritisiert, dass Ryanair ihre Piloten systematisch unter Druck setze und ihnen strikte Vorgaben zur maximalen Treibstoffmenge mache. Bei Ryanair sei es Praxis, Listen auszuhängen, auf denen die Piloten in der Reihenfolge ihres Treibstoffverbrauchs aufgelistet werden. Je weniger Kerosin an Bord, desto leichter ist die Maschine und desto geringer der Verbrauch.
"Es ist inakzeptabel, auf Kosten der Sicherheit Piloten unter Druck zu setzen, wider ihren Erfahrungen weniger Treibstoff mitzunehmen, als sie für notwendig halten", hatte Flugkapitän Jörg Handwerg, Pressesprecher der Vereinigung Cockpit, gesagt. Ob der aktuelle Fall in einem Zusammenhang stehe, könne er aber nicht sagen, sagte Handwerg am Freitag. Derzeit herrschten starke Winde und Turbulenzen könnten auch überraschend auftreten.
(APA/dpa)
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