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Tschechien: Razzien nach Schnaps-Verkaufsverbot

16.09.2012 | 15:41 |   (DiePresse.com)

Die Zahl der Opfer durch Methanol-Vergiftung stieg auf 20. Die Polizei kontrollierte mehr als 19.000 Lokale bei ihrer Suche nach dem gepanschten Alkohol. 13 Verdächtige wurden verhaftet.

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Angesichts immer weiterer Todesfälle in Tschechien durch gepanschten Alkohol hat die Regierung den Verkauf hochprozentiger Getränke verboten und landesweite Razzien angeordnet. Über das Wochenende kontrollierten Beamte mehr als 19.000 Bars, Restaurants und Geschäfte, wie Polizeichef Tomas Hulan sagte. Mit dem Tod eines 63-jährigen Mannes im besonders betroffenen Nordosten stieg die Zahl der Opfer auf 20.

An 14 Verkaufsstellen seien größere Mengen verdächtigen Alkohols beschlagnahmt worden, sagte der Polizeichef. Insgesamt 13 Verdächtige wurden demnach festgenommen. Der Verdacht, organisierte Banden könnten hinter dem gepanschten Alkohol stecken, bestätigte sich hingegen bisher aber nicht, wie der Vizechef der Polizei, Vaclav Kucera, der Tageszeitung "Lidove Noviny" sagte: "Wir haben bisher keine Beweise, dass die Produktion breiter organisiert ist."

Bisher 20 Todesopfer

Landesweit starben bisher 20 Menschen an mit giftigem Methanol vermischten Schnaps, mehr als 40 weitere wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Mehrere Opfer erblindeten, andere mussten ins künstliche Koma versetzt werden. Nach Behördenangaben hatten die meisten Opfer der Vergiftungswelle hochprozentigen Alkohol wie Wodka oder einheimischen Rum in Restaurants oder Geschäften gekauft. Die meisten Fälle gab es im Nordosten des Landes.

Am Freitagabend verbot das tschechische Gesundheitsministerium den Verkauf von Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 20 Prozent bis auf weiteres. Laden- und Restaurantbesitzern, die gegen das Verkaufsverbot verstoßen, drohen Geldbußen von bis zu umgerechnet 123.000 Euro. Das Verbot könne "mehrere Wochen" in Kraft bleiben, sagte Gesundheitsminister Leos Heger.

Auch Polen verbot am Sonntag den Verkauf hochprozentigen Alkohols aus Tschechien im Groß- und Einzelhandel. Nur Wein und Bier aus dem Nachbarland durfte zunächst weiter angeboten werden. Die Tschechen trinken weltweit nicht nur das meiste Bier pro Kopf. Sie liegen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch insgesamt beim Alkoholkonsum pro Kopf nach dem südosteuropäischen Moldau auf Platz zwei.

(APA/AFP)

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