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Gepanschter Alkohol: Tschechien veröffentlicht Liste

17.09.2012 | 18:43 |   (DiePresse.com)

Nach der Todesserie durch Gift-Alkohol hat das Gesundheitsministerium eine Fotostrecke mit betroffenen Spirituosen ins Internet gestellt.

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Nach der beispiellosen Serie von mindestens 20 Toten durch gepanschten Alkohol hat das Gesundheitsministerium der Tschechischen Republik eine Fotostrecke mit möglicherweise betroffenen Spirituosen veröffentlicht. Neun Alkoholika befinden sich auf der Liste, die online abrufbar ist. Auch das österreichische Gesundheitsministerium rät vom Konsum dieser Produkte ab. Die gefährliche Vergiftungswelle erfasst immer mehr Regionen: Auch die Slowakei und Polen sind betroffen, Österreich bisher nicht.

>> Direkter Link zu der Liste (PDF)

Solange sich weiter Menschen mit dem Industriealkohol Methanol vergiften, bleibt hochprozentiger Schnaps in Tschechien unter Verschluss. Die Gastronomieszene in dem Land, in dem besonders viele Besucher aus Deutschland und Österreich Urlaub machen, fürchtet dramatische Einnahmeeinbußen wegen der Todesserie. Nicht nur die Wirtschaft, auch die Staatskasse bekommt die "Prohibition" zu spüren. Nach Prager Medienberichten entgehen dem Fiskus jeden Tag umgerechnet fast eine Million Euro an Einnahmen aus der Branntweinsteuer.

VIDEO: Gift-Alkohol: Skandal breitet sich aus

Bild: (c) RCA

Nach Tschechien ist jetzt auch in Polen und der Slowakei gepanschter Gift-Alkohol aufgetaucht. Schnaps-Razzien in mehreren europäischen Ländern.

Fieberhafte Fahndung

Weiterhin ist völlig unklar, in welche Geschäfte und Gasthäuser das Gift gelangen konnte. Die Polizei fahndet fieberhaft nach den Giftmischern, bisher aber weitgehend erfolglos. "Das Verkaufsnetz ist auf eine Weise infiltriert, die kaum durchschaubar ist", sagte Gesundheitsminister Leos Heger am Montag in Prag. "Die Epidemie ist nicht beendet", warnte der konservative Politiker, Arzt und Hochschullehrer.

Das generelle Verkaufsverbot für Hochprozentiges ist nicht unumstritten. Es wächst die Befürchtung, dass unerfahrene Amateure zu Hause Fusel-Schnaps brennen und sich auf diese Weise gefährden. Alkoholiker könnten sogar zu Haushaltsreiniger greifen, hieß es. Der EU-Mitgliedsstaat liegt im Alkoholkonsum weltweit auf dem zweiten Platz hinter der Ex-Sowjetrepublik Moldau, wie aus einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation hervorgeht.

Was mit den weggepackten Vorräten in Tschechien geschehen soll, weiß im Moment niemand. Rund 20 Millionen Flaschen harten Alkohols liegen laut Gesundheitsminister im ganzen Land auf Eis. Das sind mehr als zwei für jeden erwachsenen Einwohner Tschechiens.

>>> zur Liste auf mzcr.cz

(APA/dpa)

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6 Kommentare
Gast: ZARA
19.09.2012 08:43
0 3

ALSO WEITERHIN KEINE ENTWARNUNG FÜR UNSERE FREIHEITLICHEN KOLLEGAS!

Wahnsinn!
Müssen die auf geistigen Entzug leben und das auf dem harten!
Das wird wieder Mecker beim Strahe auslösen. Wird sicher gleich einen Rundumschlag machen.
Na, schaun wir mal in die Rubrik "Innenpolitik"....

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Re: ALSO WEITERHIN KEINE ENTWARNUNG FÜR UNSERE FREIHEITLICHEN KOLLEGAS!

Da fällt mir ein: So Betrunken kann man gar nicht sein, um Rot oder grün zu wählen. Das zeugt lediglich von großartiger Dummheit
;)

Gast: gulii
19.09.2012 07:57
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starr

kurz gedächtnis-wir haben nur EHEC gehabt.

Mit einer Million Steuereinnahmen pro Tag

könnte man sehr viele Methanol-Schnellteststreifen an den Kassen auflegen... Oder gibt es das nicht?

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Re: Mit einer Million Steuereinnahmen pro Tag

Methanol in Ethanol zu messen ist nicht so einfach. Es gibt zwar einen Schnelltest, aber auch der ist so aufwändig (Oxidation zu Formaldehyd), dass man fast ein Labor dazu benötigt.

Ostblock

In Tschechien gibt es wohl noch keinen PDF Drucker.