22.05.2013 21:26 Merkliste 0

Bergarbeiterstreik in Südafrika vor Ende

18.09.2012 | 19:24 |   (DiePresse.com)

Nach wochenlangen Streik soll eine Einigung erzielt worden sein. Die Bergleute sollen 22 Prozent mehr Lohn erhalten. Insgesamt forderten die Auseinandersetzungen 45 Todesopfer.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die streikenden Bergarbeiter der südafrikanischen Platin-Grube Marikana haben nach eigenen Angaben in eine Lohnerhöhung eingewilligt und ein Ende ihres wochenlangen Ausstands angekündigt. Die Bergleute würden die Arbeit an diesem Donnerstag wiederaufnehmen, sagte ein Sprecher der Streikenden am Dienstag der südafrikanischen Nachrichtenagentur Sapa. Bei Protesten der Arbeiter und schweren Zusammenstößen mit der Polizei waren in den vergangenen vier Wochen insgesamt 45 Menschen getötet worden.

Dem Bericht zufolge soll der harte Kern der Streikenden - die Bergleute, die die Gesteinsbohrer bedienen - 22 Prozent mehr Lohn bekommen. Für die anderen sei eine Lohnerhöhung von 11 Prozent vorgesehen. Alle Arbeiter, die am Donnerstag wieder an die Arbeit zurückkehren, sollen zudem eine Bonuszahlung erhalten.

Sprecher wollte Streikende nicht bestätigen

Nach Angaben der Streikenden erhielt ein einfacher Arbeiter bisher einen Monatslohn von 4500 südafrikanischen Rand (420 Euro). Ein Sprecher des Bergbauunternehmens Lonmin sagte indes, er könne die Berichte über eine Einigung und ein Ende des wilden Streiks nicht bestätigen. Lonmin ist der weltweit drittgrößte Platinproduzent.

Die Arbeiter seien "sehr zufrieden" mit dem jüngsten Angebot einer Lohnerhöhung, sagte der anglikanische Bischof Jo Seoka, der als Vermittler im Arbeitskampf in Marikana dient, am Dienstag vor Journalisten. Er bezeichnete die Einigung als "wahren Sieg für die Arbeiter". Diese nähmen Donnerstag früh ihre Arbeit wieder auf.

45 Tote in vier Wochen

Bei schweren Zusammenstößen mit der Polizei waren dort in den vergangenen vier Wochen insgesamt 45 Menschen getötet worden. Am 16. August eröffnete die Polizei am Rande der Mine das Feuer auf streikende Arbeiter, dabei wurden 34 Menschen getötet.

Es war der blutigste Polizei-Einsatz in Südafrika seit dem Ende des Apartheid-Regimes 1994. Am Wochenende ging die südafrikanische Polizei auf Anordnung der Regierung erneut gewaltsam gegen die streikenden Arbeiter vor.

(APA/dpa/AFP)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

1 Kommentare

Es trifft leider oftmals die Ärmsten

:-(