Nach dem Lawinenunglück am 8163 Meter hohen Manaslu in Nepal vom Sonntag schwinden die Hoffnungen, weitere Überlebende zu finden. Die Bergsteigervereinigung des Landes geht noch von fünf Vermissten aus, die Tourismuspolizei von drei. "Es ist jetzt ziemlich unwahrscheinlich, dass wir sie noch lebendig finden", meinte Dipendra Paudel von der Bergsteigerabteilung des Tourismusministeriums in Kathmandu.
Unterschiedliche Angaben machten beide Stellen auch zur Zahl der Todesopfer: Laut Bergsteigervereinigung starben zwölf Menschen, nach Angaben der Tourismuspolizei acht: ein Deutscher, vier Franzosen, ein Spanier, ein Italiener und ein Nepalese. Zwei Österreicher überlebten das Unglück unverletzt, unter ihnen ein Salzburger.
Die beiden Alpinisten waren mit dem deutschen Veranstalter Amical Alpin unterwegs. Am Dienstag hieß es, die zwei Österreicher bereiten sich auf den Abstieg aus dem Basislager vor. Vom Dorf Samagaon aus soll der Transport nach Kathmandu und der anschließende Rückflug nach Österreich erfolgen.
Bei der von Amical Alpin veranstalteten Expedition kam ein Alpinist aus Bayern ums Leben, zwei weitere Deutsche wurden verletzt. Sobald sie transportfähig sind, sollen sie laut dem Veranstalter ebenfalls nach Hause geflogen werden.
Bei dem Salzburger handelt es sich um einen staatlich geprüften Berg- und Skiführer aus Dorfgastein im Pongau. "Er hat überlebt", sagte die Frau des 50-Jährigen gegenüber der APA. "Er ist ein erfahrener Extrembergsteiger", sagte der Präsident des Salzburger Bergsportführerverbandes, Günter Karnutsch.
Im Schlaf von Lawine überrascht
Die Opfer des Lawinenunglücks am 8163 Meter hohen Mount Manaslu waren nach Angaben von Amical alpin im Schlaf von der Lawine überrascht worden. Mitglieder der Gruppe seien von den Schneemassen bis zu 300 Höhenmeter weit mitgerissen worden, teilte das Unternehmen in Oberstdorf mit. "Wir möchten allen Angehörigen unser tiefstes Beileid und unser Mitgefühl aussprechen."
Ausgelöst wurde die Lawine nach mehreren Tagen mit kaltem Wetter durch plötzlichen Sonnenschein. Die Schneemassen verschütteten zwei Camps. Der Manaslu wird wegen seiner Steilwände und plötzlicher Wetterumschwünge auch "Todesberg" genannt.
Eine Tiroler Expedition unter der Leitung von Wolfgang Nairz gelang 1972 die Durchsteigung der Südwand, die bis dahin als unbezwingbar gegolten hatte. Der Südtiroler Reinhold Messner erreicht den Gipfel als erster ohne zusätzlichen Sauerstoff.
(APA/dpa)

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