Auf den Straßen Kaliforniens dürfen künftig auch ganz offiziell fahrerlose Autos unterwegs sein: Der Gouverneur des US-Staats unterzeichnete am Dienstag ein Gesetz, das den Weg für die autonomen Gefährte freimacht.
"Heute werden wir Zeuge, wie aus Science-Fiction die Realität von morgen wird - das selbstfahrende Auto", erklärte Jerry Brown in der Google-Zentrale in Mountain View. "Jeder, der in ein Auto steigt und feststellt, dass es von alleine fährt, wird zwar erst etwas nervös sein. Aber er wird darüber hinweggekommen."
Schon jetzt sind einige selbstfahrende Autos auf kalifornischen Straßen zu sehen, spätestens in den nächsten zehn Jahren soll der kommerzielle Verkauf starten. Einer der Vorreiter ist Google: Eine computergesteuerte Autoflotte des Internetgiganten legte ohne Fahrer nach Unternehmensangaben 482.780 Kilometer ohne Unfall zurück.
Auch 2010 gab es eine "Versuchsreise"
Aber nicht nur Google beschäftigt sich mit fahrerlosen Autos. Bereits im Oktober 2010 trafen nach einer Reise über 13.000 Kilometer von Rom nach Shanghai vier intelligente "fahrerlose" Kleintransporter auf der Weltausstellung in der ostchinesischen Hafenstadt ein. Die mehr als dreimonatige Expedition mit den sensorbestückten Fahrzeugen ging durch Osteuropa, Russland, Kasachstan, entlang der Seidenstraße und durch die Wüste Gobi. "Die Versuchsreise war unglaublich", sagte Professor Alberto Broggi von der Universität Parma damals in Shanghai. "Wir sind glücklich, dass wir das Ziel ohne größere Probleme erreicht haben."
Über Solarzellen mit Energie versorgte Videokameras schickten Bilder der Straßen an eine Software, die berechnet und anordnet, welchen Weg das autonom fahrende Auto nimmt. Zwar waren sie "fahrerlos", doch waren Begleitpersonen an Bord, um notfalls eingreifen zu können. Besonders das voranfahrende Auto war gefordert, weil es seine Position an die nachfolgenden Wagen funkte. "Wir mussten nur bei seltenen Gelegenheiten eingreifen, zum Beispiel in Moskaus Staus oder an Zahl-Stationen", berichtete Broggi.
Sogar Anhalter mitgenommen
Die Fahrt sei in Schneestürmen, schweren Regenfällen und unter praller Sonne über hektische Schnellstraßen, einsame Bergstrecken oder Wüstenpisten gegangen. "Ein fahrerloser Transporter hat sogar einen Anhalter ein Stück mitgenommen", sagte Broggi. Sieben Begleitfahrzeuge fuhren mit. Die gesammelten Daten müssten jetzt ausgewertet werden. Es gebe die Hoffnung, dass die neuen Technologien für "intelligente Fahrzeuge" die Sicherheit auf den Straßen verbessern könnten, indem die Fähigkeiten der Fahrer ergänzt würden. Das Projekt wurde mit 1,7 Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert.
(APA/sda)
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