Der europäische Weltraumfrachter ATV-3 "Edoardo Amaldi" ist in der Nacht zu Mittwoch gezielt über dem Pazifik zum Absturz gebracht worden und in den dichten Schichten der Atmosphäre verglüht. Um 3.23 Uhr habe das automatische Raumschiff mit 1,2 Tonnen Abfällen an Bord zu existieren aufgehört, teilte das ESA-Kontrollzentrum im französischen Toulouse mit.
Der Frachter hatte am Freitagabend nach sechsmonatigem Gemeinschaftsflug von der Internationalen Raumstation ISS abgekoppelt. Als drittes von fünf europäischen Versorgungsraumschiffen hatte "Edoardo Amaldi" Ende März 6,6 Tonnen Nachschub zur Station gebracht.
Mission kostete rund 450 Millionen Euro
Das nach dem italienischen Physiker Edoardo Amaldi benannte Modell ist bereits der dritte ATV. Im August 2011 hatte er Bremen verlassen und war in Containern verpackt per Schiff nach Kourou in Französisch-Guayana gereist. Über mehrere Monate hatten Ingenieure ihn dort zusammengebaut, beladen und die Systeme immer wieder getestet. Dann hob das unbemannte Versorgungsschiff an Bord einer Ariane 5-Rakete vom Weltraumbahnhof ab und dockte an der ISS an.
Die Mission kostete rund 450 Millionen Euro. Bis 2014 sollen weitere Modelle folgen. Dann stellt die Europäische Weltraumbehörde ESA den Bau dieser Versorgungsschiffe ein. "Wir wollen weitergehen", betonte der Vorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Johann-Dietrich Wörner, per Telefonschaltung aus Kourou. "Dafür brauchen wir Unterstützung - auch finanzielle von Mitgliedstaaten, die bisher nicht so begeistert davon sind." Im November sollen die Esa-Mitgliedsländer auf einer Konferenz über die Zukunft des ATV entscheiden.
(APA/sda)
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