20.05.2013 23:51 Merkliste 0

Doppelmord bei Grenoble: Verdächtiger stellt sich

03.10.2012 | 12:35 |   (DiePresse.com)

Zwei Männer wurden in einem Vorort von 15 bis 20 mit Messern, Hämmern und Stöcken bewaffneten Angreifern getötet. Zwöf Verdächtige sind in Haft.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Nach dem brutalen Mord an zwei jungen Männern in einem Viertel der französischen Stadt Grenoble ermittelt die Polizei weiter unter Hochdruck. Nach der Festnahme von zwölf Verdächtigen am Dienstag stellte sich Mittwoch früh laut den Ermittlern einer von drei Flüchtigen, die bereits wegen anderer schwerer Gewaltverbrechen vorbestraft sind. Der Mord an zwei 21-Jährigen hatte in Frankreich Entsetzen ausgelöst.

Die beiden jungen Männer wurden am Freitagabend in einem Park des Vororts Villeneuve brutal ermordet. Nach Angaben von Staatsanwalt Jean-Yves Coquillat wurden sie von "15 bis 20" mit Messern, Hämmern und Stöcken bewaffneten Angreifern attackiert. Eines der Opfer sei mit 30 Messerstichen getötet worden. Der Bluttat ging ersten Ermittlungen zufolge ein Streit vor einem Gymnasium voraus, in den ein jüngerer Bruder eines der Mordopfer verwickelt war.

Hauptverdächtige dienen in Armee

Am Dienstag nahm die Polizei zwölf Tatverdächtige fest, einige von ihnen wurden inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Polizei suchte zunächst nach drei jungen vorbestraften Männern, die als "äußerst gewalttätig" gelten. Einer von ihnen stellte sich Mittwoch früh. Er ließ sich in einem Kommissariat von Grenoble festnehmen. Nach Angaben der Polizei soll er bei der Gewalttat mit einem Messer zugestochen haben.

Laut Staatsanwalt Coquillat sind die meisten der Festgenommenen zwischen 18 und 21 Jahre alt und überwiegend vorbestraft. Die Festgenommenen haben demnach bisher jede Beteiligung an den Morden abgestritten und wollen auch nichts gesehen haben.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen zwei schon am Montag festgenommene Brüder, die beide in Diensten der französischen Armee stehen. Beide wollten am Mittwochnachmittag zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Dann sollten die Festgenommenen einem Richter vorgeführt werden. Auch die Mutter der beiden Soldaten soll in den Streit involviert gewesen sein. Sie befand sich ebenfalls in Polizeigewahrsam.

10.000 Einwohner bei Trauermarsch

Am Dienstagabend versammelten sich 10.000 Einwohner von Villeneuve zu einem Trauermarsch. Im Gedenken an die Opfer trugen sie Fotos und Schilder mit den Vornamen der beiden, Kevin und Sofiane. Der Student und der Erzieher galten laut ihren Freunden als Vorbilder in einem von Armut und Kriminalität gezeichneten Viertel. Beide waren nicht vorbestraft.

Präsident Francois Hollande hatte am Montagabend zusammen mit Innenminister Manuel Valls die Opferfamilien besucht und versprochen, es werde alles unternommen, um die Schuldigen für dieses "hinterhältige Verbrechen" zu finden. Die Ermittler seien sich bewusst, dass die Opfer dieses "Massakers" Gerechtigkeit verdienten, sagte Valls.

Willkürliche Jugendgewalt im Viertel

Die Mutter eines der Opfer, die Kinderärztin Aurelie Noubissi, erhob schwere Vorwürfe gegen die Politik. Sie beklagte, dass niemand der willkürlichen Jugendgewalt im Viertel Grenzen setze. Die Anrainer forderten im Gespräch mit Hollande mehr Sicherheit.

Das Problemviertel Villeneuve war bereits vor zwei Jahren Ausgangspunkt schwerer Unruhen, die Frankreich tagelang in Atem hielten. Zuvor war ein 27-jähriger Casino-Räuber bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet worden.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

2 Kommentare

Infam

Die Namen der Opfer werden genannt, die mutmaßlichen Täter bleiben anonym?!

Andererseits ist schon die Chiffre "Jugendgewalt" sehr aufschlussreich. Und die Tatumstände: 20 gegen zwei. Da braucht´s auch keine Namen mehr...

Gast: Barrorscho
03.10.2012 16:40
4 0

??

irgendwas fehlt hier.