Bei einem Erdrutsch im Südwesten von China sind 18 Volksschulkinder und ein Dorfbewohner verschüttet worden. Bis Donnerstagabend wurden die Leichen von neun Kindern geborgen, nach den anderen Vermissten wurde weiter gesucht, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.
Eigentlich sind in China Ferien, doch zogen die Behörden den Schulbeginn vor, um den Unterrichtsausfall nach einem Erdbeben im September wieder auszugleichen.
800 Anrainer in Sicherheit gebracht
Auf Bildern des staatlichen Senders CCTV war zu sehen, wie ein gewaltiger Erdrutsch - insgesamt 160.000 Kubikmeter - von einem bewaldeten Hügel das kleine Schulgebäude und drei Bauernhöfe in dem Dorf Zhenhe unter sich begrub. Zu dem Zeitpunkt - gegen 8 Uhr Ortszeit - hätten bereits 18 der mehr als 30 Schüler in ihren Klassenräumen auf den Unterrichtsbeginn gewartet. Keiner der kleinen Schüler konnte sich retten. Dagegen konnte nach Informationen von Xinhua eine dreiköpfige Familie noch rechtzeitig vor den Schlammmassen flüchten.
Die Erdmassen stauten zudem einen Fluss, vorsorglich mussten 800 Einwohner weiter flussabwärts in Sicherheit gebracht werden. Für die Bergungsarbeiten und die Arbeiten an dem aufgestauten Fluss wurden laut Xinhua knapp 2000 Helfer mobilisiert.
Erdbeben im September
Zhenhe liegt im Bezirk Yiliang an der Grenze zwischen den Provinzen Guizhou und Yunnan. Dort waren bei einem Erdbeben Anfang September 81 Menschen umgekommen, mehr als 200.000 wurden obdachlos. Um den Unterrichtsstoff nachzuholen, beschlossen mehrere Schulen in dem Gebiet, die einwöchigen Ferien im Anschluss an den Nationalfeiertag am 1. Oktober zu verkürzen.
Seit dem verheerenden Erdbeben in der Provinz Sichuan im Mai 2008, bei dem besonders viele Schulen eingestürzt waren, reagieren die Menschen besonders sensibel auf Unglücke in Verbindung mit Schulen. Die Behörden wehren sich bis heute gegen Vorwürfe, die Schulen in Sichuan seien schlampig gebaut worden und das dadurch eingesparte Geld hätten sich Bauunternehmer und Beamte in die eigene Tasche gesteckt. Von den mehr als 80.000 Toten und Vermissten waren damals über 5.000 Schüler.
(APA)
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