20.06.2013 06:12 Merkliste 0

Jeder achte Mensch leidet an Hunger

09.10.2012 | 12:23 |   (DiePresse.com)

Auch wenn es im Kampf gegen den Hunger "zufriedenstellende" Ergebnisse gibt, sprechen UN-Organisationen von einer "unannehmbar" hohen Zahl. In Afrika etwa ist die Zahl der Hungerleidenden gestiegen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Weltweit leiden fast 870 Millionen Menschen an Hunger. Das geht einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hervor hervor. Obwohl es im Kampf gegen chronische Unterernährung größere Fortschritte gegeben habe als bisher angenommen, sei die Zahl noch immer inakzeptabel hoch, warnen die FAO und weitere UN-Organisationen in Rom.

Die Zahl der Hungernden ist in den vergangenen Jahren zwar weiter zurückgegangen, doch immer noch ist jeder achte Mensch ohne ausreichende Ernährung: Im Zeitraum von 2010 bis 2012 waren 868 Millionen Menschen weltweit chronisch unterernährt. 2010 hatte die FAO von 925 Millionen Hungernden berichtet, im Jahr davor sogar von mehr als einer Milliarde.

Größte Fortschritte liegen Jahre zurück

"Mit knapp 870 Millionen bleibt die Zahl der Hungernden unannehmbar hoch," mahnte die FAO. Laut dem jüngsten Bericht zur Lebensmittelsicherheit wurden die größten Fortschritte im Kampf gegen den Hunger vor den Jahren 2007 und 2008 erzielt. Seitdem seien die Bemühungen deutlich erlahmt, warnte der stellvertretende FAO-Generaldirektor Jomo Sundaram. Dies habe mehrere Gründe, verantwortlich seien vor allem die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise, die hohen Lebensmittelpreise, die wachsende Nachfrage bei Bio-Kraftstoffen, der Klimawandel sowie die Spekulationen mit Lebensmittel-Rohstoffen.

Von den zuletzt 868 Millionen chronisch Unterernährten leben laut FAO 852 Millionen in Entwicklungsländern. Im Schnitt seien dies 14,9 Prozent der dortigen Bevölkerung. Mehr als 100 Millionen sind demnach Kinder unter fünf Jahren. Unterernährung sei die Ursache für den Tod von 2,5 Millionen Kinder im Jahr, heißt es in dem Bericht.

Zahl der Betroffenen in Afrika gestiegen

Auch wenn die FAO die Fortschritte im Kampf gegen den Hunger in den vergangenen 20 Jahren als "zufriedenstellend" bezeichnete, warnte sie, dass es nach wie vor beträchtliche Unterschiede in den einzelnen Ländern und Regionen gebe. So sei die Zahl der Hungernden in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara von 170 Millionen im Zeitraum 1990 bis 1992 auf 234 Millionen zwanzig Jahre später gestiegen.

(APA/dpa)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

12 Kommentare
Gast: Kuya
09.10.2012 23:45
5 2

Die Welt brauchte eine Wirtschaftsgemeinschaft wie die Union geplant, aber nicht den Euro.

. . . und nicht den freien Markt, die Großbanken, Spekulanten am Finanzmarkt und die Multinationalen, die Abzocker des Welthandels.
Die EU dürfte Griechenland nicht knebeln, sondern müsste Hand anlegen und die Integration möglich machen.
Die Welt krankt ein einer Pfründe- und Privilegienwirtschaft, deren Bürokratie von 'außenstehenden' Fachkräften, Friedenstruppen zu durchforsten wäre.
Die Industriestaaten sollten sich für den Aufbau der Infrastruktur und Landwirtschaft in den ärmsten Ländern mit der Entwicklungshilfe selbst sorgen.
Doch solange die Union das kleine Griechenland nicht zu integrieren vermag, ist Hopfen und Malz verloren.


Gast: rokob
09.10.2012 20:46
2 1

traurig

gut, dass ma unsre feldpflanzen verheizen und an die schweindl verfüttern können... mahlzeit beim nächstn schnitzel... achso, is eh bio...na dann

Gast: rex
09.10.2012 20:26
2 1

hunger

der mit abstand grösste skandal unserer epoche!jeder "vollfresser" sollte mal 4 tage lang zwangsweise auf o kalorien gesetzt werden,damit er weiss,wie hunger sich "anfühlt".

Gast: Störrisch...
09.10.2012 18:15
2 0

Knebelverträge = unzählige Hungertote...(Versuch 2)

...Stehlen von Rohstoffen ist billiger (Geiz ist geil, oder?) als kosten-wahr bezahlen ist das Motto von EU, USA, China und Indien!

Und wofür....für Massengüter und dekandente Wegwerf-Gesellschaft!

Daher auch gerade der Kalte Krieg...äh ich meinte "Arabischer Frühling"

Uns Industriestaaten wird entwerder der Teufel holen...wahrscheinlicher noch rotten wir uns vorher eh aus (weil glücklicherweise zu kaputt für Fortpflanzung)...was gut ist, weil für unsere Kinder, die wir angeblich ja so lieben, hinterlassen wir nur Schutt und Asche!

0 3

Neben dem berechtigten Kampf gegen den Hunger...

...sollte auch ein anderer geführt werden: der Kampf gegen die ungeheure Vermehrung menschlicher Individuen - auch wenn dieser Kampf schon verloren scheint, bevor er überhaupt entstehen kann. Jede Generation schiebt das schwierige Problem an die nächste weiter, bis wir Menschen einander tatsächlich erdrücken. Ob das weniger entwürdigend sein wird als die erzwungene Eindämmung des Weltbevölkerungswachstums, mag sich jeder selbst ausmalen.

Antworten Gast: Pinoy
13.10.2012 06:56
1 0

. . . ich lebe in einem der ärmsten und damit kinderreichen Länder

wo nur der Kinderreichtum für die Alten sorgt. So meine Pflegerin versorgt ihren alten Vater auf einer fernen Insel und hilft bisweilen Geschwistern, wenn krank oder in Not.
Nur ein besserer Lebensstandard würde zu einer ausgeglichenen Bevölkerung führen. Doch das liegt am unkontrolliertem, freien Markt, den Spekulanten und Multinationalen, welche die Dritte Welt zum Hungerlohn schuften lassen und der Unfähigkeit der Völkergemeinschaft diese Länder zu entwickeln.

0 0

"Die Spekulanten und Multinationalen"...

... sind sicher in hohem Maße für Armut verantwortlich. Sie sind die wahren Herrscher der Welt, Politik hat abgedankt, von einer ordnenden, wohlmeinenden und wirkmächtigen "Weltregierung" können wir nur träumen.

Antworten Gast: UKW
09.10.2012 20:43
0 2

Re: Neben dem berechtigten Kampf gegen den Hunger...

Völlig richtig. Unverständlich warum angefangen von Universitätsprofessoren, bis hin zu Wirtschaftsvertretern und der völlig unnötigen Arbeiterkammer alle das Gegenteil behaupten: Wir brauchen, Wachstum, Wachstum, Wachstum. Wir müssen den Konsum ankurbeln, damit die Wirtschaft wächst. Wir altern, au, weh, die Bevölkerungspyramide. Die Menschheit stirbt aus und ähnlichen Nonsens.

In Wahrheit vermehren sich die Menschen von Jahr zu Jahr wie die Karniickel. Das bringt Hungersnöte und begünstigt Kriege. Und Schuld sind natürlich die bösen Spekulanten, Banker und Neoliberalen...

7 Milliarden Menschen, 8 Milliarden, 9 Milliarden, 100 Milliarden...bummmmmm

Mein Beileid an die Afriikaner, aber sie müssen selbst auch einen Beitrag leisten. Bitte weniger Buunga, Buunga machen.

Re: Neben dem berechtigten Kampf gegen den Hunger...

Die Elite der menschlichen Spezies glaubt seit einigen Jahrzehnten, durch humanistische Ideologie die Natur aushebeln zu können.

Lehnen Sie sich gemütlich zurück, legen Sie Knabbergebäck bereit und schauen Sie sich das Ganze erste Reihe fußfrei an. Keine Sorge, das Ende werden wir Heutige ohnehin noch nicht erleben ...

"Jeder achte Mensch leidet an Hunger" - Und es werden noch mehr werden! Dies liegt daran, weil die Unterschicht sich gegenüber der Oberschicht überproportional fortpflanzt. Darum hält sich meine Empathie in Grenzen.

und?

können sie die namen ihrer kinder schon alle auswendig?

Re:

trottel