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"Costa Concordia": Kapitän zum ersten Mal vor Gericht

11.10.2012 | 10:29 |   (DiePresse.com)

Der Kapitän und der österreichische Vizepräsident der Betreibergesellschaft kommen zur Verhandlung. Die Crew ist schweren Vorwürfen ausgesetzt.

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Vor neun Monaten, am 13. Jänner 2012, kenterte die Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio mit 4200 Passagieren und Crew-Mitgliedern an Bord, darunter 77 Österreicher. Mindestens 30 Menschen starben. Ab kommenden Montag findet im Rahmen des gerichtlichen Verfahrens der dritte sogenannte Beweissicherungstermin in der toskanischen Stadt Grosseto statt. Der Kapitän der Costa Concordia, Francesco Schettino, dem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung 15 Jahre Haft pro Todesopfer drohen, wird erstmals vor Gericht erscheinen.

Auch der österreichische Vizepräsident der Costa Concordia-Betreiberfirma Costa Crociere, gegen den wegen Verdachts der Beihilfe zur fahrlässigen Tötung ermittelt wird. "Er hat den Wunsch geäußert, dabei zu sein", sagte seine Mailänder Rechtsanwältin Manuela Cigna im Gespräch mit der Austria Presse Agentur. Die ermittelnden Staatsanwälte werfen dem Oberösterreicher Mängel bei der Koordinierung der Rettungsaktion an Bord des Schiffes vor.

Gutachten: Kein gutes Zeugnis für die Crew

Beim Beweissicherungstermin, der voraussichtlich mindestens eine Woche dauern wird, sollen die Ergebnisse eines 270-seitigen Gutachtens veröffentlicht werden, die im Auftrag der Untersuchungsrichterin Valeria Montefoschi die Situation an Bord des Schiffes überprüft haben. Reederei und Besatzung wird kein gutes Zeugnis ausstellt. "Die meisten Mitglieder der Crew mit Schlüsselaufträgen kannten ihre Aufgaben im Notfall nicht", heißt es in dem Gutachten, das von italienischen Medien bereits auszugsweise veröffentlicht wurde.

Kapitän Schettino wird durch das Gutachten erheblich belastet. Er spielte den Unfall erst herunter und ging dann von Bord, während die Crew versuchte, Rettungsboote ins Wasser zu bringen und Passagiere zu retten. Schettino, der im Juli aus dem Hausarrest entlassen wurde, behauptet dagegen, er habe beim Unglück alle seine Pflichten erfüllt. Er klagt die Betreibergesellschaft des Luxusliners, die ihn im Juli nach einem Disziplinarverfahren entlassen hatte, auf Wiedereinstellung. Die Kreuzfahrtgesellschaft argumentiert hingegen, dass Schettino nicht nur das Unglück durch ein riskantes Manöver verschuldet, sondern auch die Evakuierung verzögert und das Schiff verlassen habe, obwohl noch Hunderte Menschen an Bord waren.

Wrack-Bergung läuft

Vor der Insel Giglio sind inzwischen Fachfirmen dabei, um das 290 Meter lange Wrack vor dem Winter auf einer Unterwasser-Plattform zu sichern. Als Teil des Plans zur Bergung werden nun 30 wasserdichte Boxen bzw. Stahl-Senkkästen mit einem Gesamtgewicht von rund 11.500 Tonnen gebaut. Mit deren Hilfe soll das Schiff wieder schwimmfähig gemacht und anschließend in einem Stück abtransportiert werden. Dies soll voraussichtlich im Jänner erfolgen.

(APA)

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3 Kommentare
Gast: geh anders
11.10.2012 14:56
0 0

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dachte nicht, dass er wirklich kommen MUSS.

Gast: geh anders
11.10.2012 14:55
0 0

?

eh schmarrn sowas. wer weiß wies wirklich war?

32 tote Passagiere

und "vom Hausarrest entlassen" - ein Skandal!