Also noch einmal. Was am Dienstag nicht gelingen wollte, soll am Sonntag klappen: Felix Baumgartners "Stratos"-Sprung mit dem Fallschirm aus der Stratosphäre in etwa 36 Kilometer Höhe. Im Optimalfall soll er dabei im freien Fall die Schallmauer durchbrechen und vier weitere Weltrekorde aufstellen. Der Versuch am Dienstag scheiterte an zu starkem Wind in Bodennähe. Der Ballon hätte nicht sicher aufsteigen können.
Die Meldungen der Team-Mitglieder am Absprungort Roswell in New Mexiko, USA, sind unterdessen von Durchhalteparolen und Kampfgeist geprägt. "Wir hatten einen Rückschlag, aber wir werden nicht aufgeben. Es gibt keine Enttschäuschung, wir werden weiter machen", wird etwa Projekt-Mentor Joe Kittinger auf Twitter zitiert. Kittinger sprang selbst 1960 aus 31,3 Kilometern Höhe ab und hält immer noch den Weltrekord für den höchsten Fallschirmsprung.
Erster möglicher Startzeitpunkt um 14 Uhr
Das Start-Prozedere wird also am Sonntag wieder anlaufen. Um 14 Uhr unserer Zeit öffnet sich das Zeitfenster, das der Chef-Meteorolge des "Stratos"-Teams, Don Day, festgelegt hat. Zu dieser Uhrzeit könnte die Kapsel also abheben. Für einen frühest möglichen Start müsste der Ballon dann aber schon ein bis zwei Stunden davor aufgelegt und mit 824.497 Kubikmeter Helium befüllt worden sein. Der Ballon ist dann 102 Meter hoch und damit höher als die New Yorker Freiheitsstatue samt Sockel.
Die Startphase ist besonders heikel. Der Ballon muss gerade nach oben fahren können, die Kapsel darf beim Abheben nicht pendeln. Hinzu kommt die hohe Sensibilität des Ballon-Materials, das nur einen Zehntel Millimeter dick ist und damit dünner ist, als ein herkömmliches Plastiksackerl. Berührt der Ballon durch eine Windböe den Boden, könnte er beschädigt sein - so passiert am Dienstag. Deshalb kommt am Sonntag auch der Ersatzballon zum Einsatz. Durch die enorme Höhe des Ballons darf der Wind in einem großen Bereich nicht zu stark sein. Bei den beiden Testsprüngen Baumgartners waren die Ballons kleiner (39 bzw. 64 Meter hoch). Dadurch waren die Wind-Problemzonen verhältnismäßig ebenso kleiner und die Startmöglichkeiten größer.
540.000 Euro pro Ballon
Für den Rekordversuch steht dem "Red Bull Stratos"-Team lediglich nur noch ein Ballon, der rund 540.000 Euro kostet, zur Verfügung. Sollte dieser kaputt gehen, würde die Herstellung eines neuen rund vier bis fünf Wochen dauern, hieß es am Mittwoch aus Roswell. Auch das dürfte mit ein Grund sein, dass der nächste Versuch erst bei idealen Wetterbedingungen gestartet werden soll.
Das Fernsehen wird am Sonntag wieder live dabei sein. Der Privatsender "ServusTV" - im Besitz von Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz - überträgt ebenso live, wie der ORF, der sich laut aktuellem Programmschema von 14 bis 18 Uhr auf "ORF eins" für den "Stratos"-Sprung Zeit nimmt. Auf der Homepage des Projekts wird ebenfalls ein Live-Stream den zweiten Startversuch zeigen.
(Red.)
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