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"Stratos" geglückt: Im freien Fall durch den Schall

15.10.2012 | 12:22 |   (DiePresse.com)

Bei seinem Sprung aus etwa 39 Kilometern Höhe bricht Baumgartner drei der vier geplanten Weltrekorde. Der vierte bleibt in den Händen seines Mentors.

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"I'm going home now", sprach er und ließ sich in die Tiefe fallen. Felix Baumgartner hat am 14. Oktober Geschichte geschrieben: 65 Jahre nachdem der Pilot Chuck Yeager mit einem experimentellen Raketenflugzeug als erster Mensch überhaupt Überschallgeschwindigkeit erreicht hat, hat der 43-jährige Salzburger im freien Fall nachgezogen. Baumgartner hat mit seinem Sprung aus einer Höhe von rund 39 Kilometern drei der vier angepeilten Rekorde gebrochen. Die Daten aus seinem Brustgurt werden nun so schnell wie möglich von der FAI, der Federation Aeronautique Internationale, ausgewertet.

Wie Brian Utley von der FAI, die sich weltweit für die Datenaufzeichnung von Rekorden in der Luftfahrt kümmert, bekannt gab, fiel der 43-Jährige im freien Fall 373 Meter pro Sekunde und erreichte damit eine Rekordgeschwindigkeit von 1.342,8 km/h. Die Mach-Zahl soll dabei bei 1,24 gelegen haben.

Stratos-Sprung: Baumgartner bricht Rekorde

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Längster freier Fall ohne Stabilisierungsschirm

Der zweite Rekord, den Baumgartner den vorläufigen Daten zufolge gebrochen hat, ist mit 39.045 Metern der höchste Absprung. Einen weiteren Weltrekord stellte der 43-Jährige mit dem längsten freien Fall ohne Stabilisierungsfallschirm auf: Baumgartner fiel dabei 36.500 Meter in insgesamt vier Minuten und 20 Sekunden. Joe Kittingers Rekord liegt zwar bei vier Minuten 36 Sekunden, doch war er damals mit einem Stabilisierungsfallschirm unterwegs, der den freien Fall automatisch verlängert.

Langwierige Rekord-Anerkennung

Bis diese Rekorde offiziell anerkennt werden, wird es aber noch einige Wochen dauern. Erst müssen sie nämlich als österreichische Rekorde bestätigt werden, um in weiterer Folge von der Federation Aeronqautique Internationale (FAI) - dem internationalen Luftsportverband - auch als internationale und offizielle FAI-Rekorde geführt zu werden.

Das Prozedere ist langwierig: So müssen die gestern von der FAI in Roswell im US-Staat New Mexico gesammelten Daten zuerst an die "Oberste Nationale Flugsportkommission" (ONF) mit Sitz in Wien übermittelt werden. "Wir bekommen erst die Unterlagen", sagte Petra Huber von der Sektion Fallschirmspringen des Österreichischen Aeroclub, dem nationalen Mitglied der FAI. Dort erfolgt dann eine Vorprüfung der Unterlagen durch einen Sachbearbeiter in der Sektion - Baumgartners Rekorde betreffen die Sektionen Fallschirm und Ballonfahrt. Die Bestätigung der Rekorde erfolgt dann durch die jeweiligen Delegierten. "Entsprechend der Aufzeichnungen wird nichts dagegen sprechen", sagte Huber.

''Stratos'' in den Medien: ''Daredevil'' und ''Felix the Great''

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Start-Verzögerungen

Nachdem der Sprung am Sonntag erneut wetterbedingt mehrmals verschoben worden ist, hob Baumgartner mit seiner Kapsel, gezogen von einem Ballon, um 9.31 Uhr Ortszeit (17.31 Uhr MESZ) doch noch ab. Nach einem Aufstieg von zwei Stunden und 18 Minuten gab Kittinger gegen 19.48 Uhr MESZ mit den Worten "Here we go" sein OK, den Sprung zu beginnen. Um 20.03 Uhr MESZ öffnete Baumgartner die Tür seiner Kapsel und sprang nach den Worten "Ich komme jetzt nach Hause" aus einer Höhe von 39.045 Metern ab.

Lesen Sie hier den Live-Bericht in der Nachlese.

Baumgartners Drehmoment

Nach wenigen Sekunden erreichte er eine Geschwindigkeit von 1.342,8 km/h und durchbrach dabei die Schallmauer. "Den Überschallknall hab ich nicht gespürt", wird Baumgartner später in seinem ersten deutschsprachigen Fernseh-Interview berichten. Dann der Schreckmoment: Etwa 90 Sekunden lang trudelte Baumgartner, kam in das gefährliche "Flat Spinning", kam sogar teilweise auf dem Rücken zu liegen, wie die Aufzeichnungen der Kameras an seinem Anzug zeigen. Eine Position, die gar nicht geplant war. Die Zuseher konnten den Kampf Baumgartners mit den Drehungen durch die schweren Atemgeräuschen über Funk live miterleben.

Schließlich konnte Baumgartner aber die Kontrolle über seinen Körper zurückgewinnen. "Ich dachte, ich verlier das Bewusstsein", sagte Baumgartner, der auch mit der Beheizung seines Visier zu kämpfen hatte, bei seinem ersten Interview nach der Landung auf Servus TV. Nach vier Minuten und 20 Sekunden im freien Fall zog der Salzburger die Reißleine seines Fallschirms. "Mir sind gerade 20 Tonnen Last von den Schultern gefallen", schilderte Baumgartner in einer ersten Reaktion.

Bei der Ankunft auf der Erde - Baumgartner landete um 12.16 Uhr Ortszeit (20.16 Uhr MESZ) in einem flachen Gelände bei Roswell - fiel der Salzburger auf die Knie und riss die Hände in die Höhe. Lautstarken Jubel gab es auch in der Mission Control, Teammitglieder, seine Verwandten und Freunde umarmten einander. Die Freude und Erleichterung war auch Mentor Joe Kittinger ins Gesicht geschrieben. Um 20.39 Uhr MESZ landete auch die Kapsel sicher am Boden.

Top-Thema "Stratos"

Im Internet und insbesondere in sozialen Netzwerken war der Stratosphäre-Sprung das Topthema. Neben Rekordwerte für den Live Stream des Sprungs auf YouTube war der Spacejump auch auf Platz eins der weltweiten Twitter-Trends - noch immer werden zehntausende Tweets geschrieben unter dem Hashtag #Stratos.

Bundespräsident Heinz Fischer gratulierte Baumgartner via Facebook zu seinem "großartigen Erfolg, der mit Mut und Beharrlichkeit erreicht wurde und weltweite Aufmerksamkeit findet. Österreich ist stolz auf Ihre Leistung!" Auch die Europäische Raumfahrtagentur ESA und die NASA sprachen ihre Gratulationen über Twitter aus.

Erneut bange Startminuten

Vor dem Start gab es bange Stunden für das Team, da nur noch ein einziger Ballon zur Verfügung stand. Wäre dieser bei einem Launch beschädigt worden, hätte die Fabrikation eines neuen Ballons rund vier bis fünf Wochen gedauert, vermutlich zu spät, um in der Wüste von Roswell zu starten. Das Zeitfenster wurde von Wetterchef Don Day bis Mitte November angegeben.

Baumgartner hatte sich fünf Jahre auf das Projekt vorbereitet. Ein zentrales Ziel der Mission "Red Bull Stratos" war es, wichtige Daten für die Wissenschaft zu sammeln. Sie sollen in Zukunft die Sicherheit in der Raumfahrt erhöhen.

(APA/Red.)

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842 Kommentare
 
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Gast: Hermann vom Gipfel
21.10.2012 22:54
0 0

Diese Größe aufzuhören haben nur wenige

Die meisten kommen danach bei irgendwelchen banalen Hubschraubertricks ums Leben.

Gast: tsign-austria
19.10.2012 16:27
0 0

Für alle Baumgartner Fans!

Für alle die ihn sogar zuhause springen sehen wollen! :-)

https://taperay.com/artworks/tsign-austria-baumgartnering?locale=de

Gast: gastuser2012
18.10.2012 15:04
0 0

Baumgartner ist nur ein Nachzügler!

Joe Kittinger ist schon 1960 unter wesentlich schwierigeren Bedingungen aus 31km Höhe gesprungen. Ohne Marketing-Trara eines EnergyDrink-Herstellers. Wenigstens hatte man die Weitsicht, Kittinger (im Gegensatz zu Trifonov) zu integrieren. Uebrigens sprangen auch die Sowjets damals auch aus ca. 25km Höhe ab...Baumgartner ist also der Nachzügler. Nur wer sich nicht informiert, denkt, es seit 2012 etwas Weltbewegendes oder Pionierhaftes geschehen...Schauts einmal ein bisserl über den Tellerrand ;-)


Vorbild für die Jugend?

Hab mir jetzt fast alle postings durchgelesen, am meisten verwundert hat mich das begeisterte postings eines vaters, der sich am boden wälzt vor freude, dass sein sohn nun ein neues idol gefunden hat.

für mich sehen idole anders aus: menschen, die ihr leben riskieren, um anderen zu helfen, menschen, die sich von ihrem reichtum trennen, um gutes zu tun, mädchen, die für ihre überzeugung von relgionsfanatikern niedergeschossen werden... aber die werden halt alle nicht von red bull gesponsert!

Gast: superdad
16.10.2012 20:51
4 0

steigerung gefällig?

Ich empfehle Herrn Baumgartner ein Jahr Väterkarenz mit einem Neugeborenen! Danach wird er sich nach der Stratosphäre sehnen ;-)

Gast: oTTo
16.10.2012 13:02
2 2

ist eh super, nochmals Gratulation.....

...aber 39 Kilometer, ich weiss nicht, das kann eigentlich jeder....40 Kilometer, das waere spektakulaer gewesen, aber das ist natuerlich um VIELES gefaehrlicher.....da geht aber die Gesundheit vor, BRAVO Lix!
be.es: habe mir heute auf der Tastatur den Finger verstaucht, da ich aus einem halben cm abgerutscht bin!

Re: ist eh super, nochmals Gratulation.....

Manche Supertypen können anderen den Erfolg nicht gönnen und müssen daher einen Schwafel schreiben, um auch wahrgenommen zu werden.
Bravo Baumgartner und Team.

Sprung vom Rand des Weltalls

Servus-TV formuliert diesen Schwachsinn, und (fast) alle Medien plappern ihn ohne nachzudenken nach, so wie seinerzeit, als die Jahrtausendwende weltweit am 31. Dezember 1999 gefeiert wurde, 1 Jahr zu früh, außer wenn man davon ausgeht, daß ein Jahrtausend nur 999 Jahre zählt ...
Felix Baumgartner ist also aus 39 km Höhe (= RAND DES WELTALLS) gesprungen. Es ist also nachvollziehbar, daß er aufhört: Was gäbe es da noch zu toppen? Außer er spränge von AUSSERHALB DES WELTALLS - das wäre allerdings eine wahre Sensation ...

Antworten Gast: Konservativer
16.10.2012 19:11
2 2

"Wenn ich mich wie ein i-Tüpfel-Reiter aufspiele, bekomme ich vielleicht endlich Anerkennung als intelligenter Mensch"


Re: Sprung vom Rand des Weltalls

Das mit der Jahrtausendwende ist allerdings ein sehr verständlicher Irrtum - und für mich persönlich wäre dieser Irrtum noch dazu logischer. Denn schließlich werden Daten auch mit v.Chr. und n.Chr. versehen, folglich sollte 2000 Jahre nach Christi Geburt der Jahrtausendwechsel erfolgen. Warum der gregorianische Kalender allerdings kein Jahr 0 hat entzieht sich meiner Kenntnis, denn wie kann (auf einer Zeitachse) ein Jahr 1 vor und 1 nach Chr. existieren, aber kein Jahr 0 (also Chr. Geb.)? Reine Definitionssache, oder?

Österreich kurz beschreiben:

Mozartkugel, Sisi und Baumgartner!
Alle haben mit Luft zu tun!

Antworten Gast: Seppi M.
16.10.2012 15:02
2 1

Re: Österreich kurz beschreiben:

Unsere Lipizzaner hams vergess'n, Herr Dokta. Unser Lipizzaner! Und des Schifoarn. Mei wann ma des net hätt'n war ma goar neam'nd net.

Antworten Gast: Lachkrampf
16.10.2012 11:54
5 0

Re: Österreich kurz beschreiben:

Genau wie ihr Kommentar. Heiße Luft eines bedeutungslosen Neiders. ;-)

Gast: Üzi Güzi
16.10.2012 10:07
1 13

Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

die glauben, dass sowas richtige Wissenschaft und Technik ist.
Wobei ich ja glaube, dass das vom Vodka und Rum im Red Bull kommt.

Re: Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

Meinten Sie Haute-Volée?
Eine Frage am Rande: Trinken Sie Red Bull aus Kübeln?

Re: Re: Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

He Gscheiterl, Haute-Volée ist auch nicht richtig. Finden Sie´s raus. Oder fragen Sie halt wen.

Antworten Antworten Gast: Schnitzelherpanierer
16.10.2012 15:06
1 0

Re: Re: Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

Nein, der meint "Hautevolee". So wird das korrekt geschrieben. Es sei denn, im "Österreichischen Wörterbuch" steht das anders, das gilt dann aber nur für Österreich ohne Vorarlberger.

Antworten Antworten Gast: Üzi Güzi
16.10.2012 12:40
1 1

Re: Re: Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

Ahhhh!
Gibt es da auch verschiedene Provenienzen?
Wo liegt "Kübeln"?
Und welche Riede ist da die beste?

Hmmmm?

Antworten Antworten Antworten Gast: Sprachenforscherin
16.10.2012 15:11
0 0

Re: Re: Re: Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

"Kübeln" bedeutet in Österreich so viel wie "viel trinken". Hier wird zum Beispiel besonders viel Wein gekübelt. Bier wird auch noch viel gekübelt. Bei harten Getränken müssen sie hier eher passen, da wird meistens nur genippt.

Re: Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

Mhm, weil nämlich nur geistig minderbemittelte Leute RB trinken. Sehr intelligenter Kommentar, wahrscheinlich am Wochenende ein Whisky-Bull zu viel erwischt? Nur mal so geraten...

Antworten Antworten Gast: Üzi Güzi
16.10.2012 10:51
0 4

Re: Re: Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

Gibts sowas beim Wein & Co?
Und welcher Rum?
Cuba libre 1935?

Re: Re: Re: Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

bist eh ganz toll .. du Kasperl

Gast: xxxx
16.10.2012 09:46
3 13

Und welchen Weltrekord stellt er jetzt damit auf?

Ist er jetzt der schnellste Aufhörer?
Hmmmmmm?
Fischer Heinzi, bitte gratuliere ihm!

Re: Und welchen Weltrekord stellt er jetzt damit auf?

ich glaube jemanden als aufhörer zu bezeichnen, der Rettungshubschrauber Pilot weitermacht und damit viel gutes tut ist ja an Verhöhnung kaum zu überbieten!
welche Weltrekorde und menschliche Meilensteine haben sie zu verbuchen?bezw.wieviele Menschenleben haben sie schon gerettet oder noch vor zu retten?
zuerst einmal lesen und nachdenken bevor man postet!

Antworten Antworten Gast: xxxx
16.10.2012 10:50
1 5

Re: Re: Und welchen Weltrekord stellt er jetzt damit auf?

Na, ich habe schon so ca 50 Menschen in Afrika die Operation des Grauen Stars finanziert.
Und wieso bitte glauben Sie, dass man am Strand von Malibu einen Hubschrauberpiloten zusätzlich braucht?
Glauben Sie wirklich, dass eine Rettungsorganisation einen Helden einstellt, der so > eine Mio im Jahr kostet?

 
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