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Extremer geht es kaum: Baumgartner hört nun auf

15.10.2012 | 22:20 |  von Siobhán GEETS und Jutta SOMMERBAUER (Die Presse)

Felix Baumgartner will sich nach seinem Vierfach-Weltrekord vom Extremsport zurückziehen. Ob sein Sprung aus der Stratosphäre wissenschaftliche Erkenntnisse liefert, ist umstritten.

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Roswell/Wien. „Es ist wirklich hoch, eine kleine Welt“, soll Felix Baumgartner gesagt haben, bevor er sich in 39 Kilometern Höhe aus der Kapsel stürzte. Seine Worte waren zwar kaum zu verstehen, doch Baumgartner schaffte bei einer Pressekonferenz am Montag Klarheit: „Ich weiß, die ganze Welt sieht im Moment zu und ich würde mir wünschen, dass die Welt sieht, was ich gerade sehe“, wiederholte er seine Botschaft. „Manchmal muss man ganz hoch aufsteigen, um zu sehen, wie klein man ist.“

„Die Presse“ beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den Stunt Felix Baumgartners.

1. Wie viele Rekorde hat Felix Baumgartner aufgestellt?

Baumgartner hat vier Weltrekorde aufgestellt: Zunächst die höchste bemannte Ballonfahrt (39.045 Meter). Dem Salzburger gelang auch der höchste Absprung. Damit hat er den Rekord seines Mentors Joe Kittinger von 1960 übertroffen – der sprang aus 31.332 Metern ab. Der 43-Jährige schaffte auch beim längsten freien Fall eine Höchstleistung: Mit einer zurückgelegten Distanz von 36.500 m brach er den Rekord des Russen Jewgeni Andrejew von 1962, der 24.500 m im freien Fall zurückgelegt hatte. Baumgartner stellte mit 4 Minuten 19 Sekunden auch einen Rekord für den längsten freien Fall ohne Stabilisierungsfallschirm auf: Kittinger war im Jahr 1960 zwar vier Minuten und 36 Sekunden im freien Fall gen Erde unterwegs gewesen, allerdings mit einem Bremsfallschirm. Sein Sprung dauerte trotz geringerer Höhe länger.

2. Ist Baumgartner der Erste, der mit Überschallgeschwindigkeit fiel?

Streng genommen: Nein. „Es sind schon viele Piloten bei vier- oder fünffacher Schallgeschwindigkeit mit dem Schleudersitz aus einem Flugzeug ausgestiegen. Da sah man schon, was mit dem Körper passiert“, sagt Werner Gruber vom Institut für Experimentalphysik an der Uni Wien. Nachdem die Piloten sich aus der Maschine katapultierten, erklärt Gruber, fielen sie noch relativ lange mit Überschallgeschwindigkeit. Allerdings ist Baumgartner der Erste, der diese Geschwindigkeit durch den freien Fall alleine erreichte.

3. Öffnete Baumgartner den Fallschirm früher als geplant?

Unwesentlich früher: Baumgartner öffnete den Fallschirm auf 5200 Fuß (1585 Meter Höhe), also fast so wie ursprünglich geplant auf 5000 Fuß (1524 Meter). Der Extremsportler legte derart an Geschwindigkeit zu, dass er in nur 4:19 Minuten diese Höhe erreicht hatte. Baumgartner sollte genug Zeit haben, um im Notfall den Reservefallschirm öffnen zu können.

4. Welche Erkenntnisse liefern die technischen Daten?

Baumgartner trug während der ganzen Mission eine Reihe von Messgeräten, deren Daten nun analysiert werden. Neben den GPS-Daten kann jetzt untersucht werden, wie der körperliche Zustand des teils schwer atmenden Baumgartner vor seinem Sprung und während des freien Falles war: Herzfrequenz, Respiration, Körpertemperatur und wichtige Körperfunktionen. „Wie man diese Höhe aushält und ob man da funktionstüchtig und stabil bleibt, das war ein eigenes Experiment“, sagt Wolfgang Köstler von der österreichischen Akademie für Flugmedizin. Nun wisse man, welche Vorkehrungen man treffen müsse, damit das Blut bei der geringen Luftdichte nicht zu kochen beginnt und keine Embolien auftreten. „Ob diese Erkenntnisse die Welt revolutionieren werden, sei dahingestellt“, sagt Köstler. Doch zumindest wisse man jetzt, wie viel Sauerstoff man für so eine Mission benötige und wie schnell man aus so einer Höhe falle.

5. Wann werden Baumgartners Rekorde offiziell anerkannt?

Weil Baumgartner Österreicher ist, werden die in New Mexico gesammelten Daten zuerst an die „Oberste Nationale Flugsportkommission“ (ONF) nach Wien geschickt – mit der Post. Nachdem die ONF die Rekorde überprüft hat, werden die Unterlagen an den internationalen Luftsportverband „Federation Aeronautique Internationale“ gesendet. Er stellt die Diplome aus und bestätigt die Rekorde offiziell. Michael Gaisnacher von der ONF schätzt, dass bis dahin etwa zweieinhalb Monate vergehen werden.

6. Was hat Baumgartner als nächstes vor?

Kurz nach dem Stratos-Sprung erklärte Baumgartner, dass dieser sein letzter gewesen sein soll – er habe seiner Freundin versprochen, sich aus dem Extremsport zurückzuziehen. In Zukunft wolle er als Hubschrauberpilot in Kalifornien und bei der Bergwacht in Österreich arbeiten. Es sei an der Zeit, den Stab an die nächste Generation weiterzugeben. Er könne sich vorstellen, in einigen Jahren an Joe Kittingers Stelle zu sitzen – und seinerseits einen jungen Rekordbrecher zu betreuen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.10.2012)

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842 Kommentare
 
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Gast: Hermann vom Gipfel
21.10.2012 22:54
0 0

Diese Größe aufzuhören haben nur wenige

Die meisten kommen danach bei irgendwelchen banalen Hubschraubertricks ums Leben.

Gast: tsign-austria
19.10.2012 16:27
0 0

Für alle Baumgartner Fans!

Für alle die ihn sogar zuhause springen sehen wollen! :-)

https://taperay.com/artworks/tsign-austria-baumgartnering?locale=de

Gast: gastuser2012
18.10.2012 15:04
0 0

Baumgartner ist nur ein Nachzügler!

Joe Kittinger ist schon 1960 unter wesentlich schwierigeren Bedingungen aus 31km Höhe gesprungen. Ohne Marketing-Trara eines EnergyDrink-Herstellers. Wenigstens hatte man die Weitsicht, Kittinger (im Gegensatz zu Trifonov) zu integrieren. Uebrigens sprangen auch die Sowjets damals auch aus ca. 25km Höhe ab...Baumgartner ist also der Nachzügler. Nur wer sich nicht informiert, denkt, es seit 2012 etwas Weltbewegendes oder Pionierhaftes geschehen...Schauts einmal ein bisserl über den Tellerrand ;-)


Vorbild für die Jugend?

Hab mir jetzt fast alle postings durchgelesen, am meisten verwundert hat mich das begeisterte postings eines vaters, der sich am boden wälzt vor freude, dass sein sohn nun ein neues idol gefunden hat.

für mich sehen idole anders aus: menschen, die ihr leben riskieren, um anderen zu helfen, menschen, die sich von ihrem reichtum trennen, um gutes zu tun, mädchen, die für ihre überzeugung von relgionsfanatikern niedergeschossen werden... aber die werden halt alle nicht von red bull gesponsert!

Gast: superdad
16.10.2012 20:51
4 0

steigerung gefällig?

Ich empfehle Herrn Baumgartner ein Jahr Väterkarenz mit einem Neugeborenen! Danach wird er sich nach der Stratosphäre sehnen ;-)

Gast: oTTo
16.10.2012 13:02
2 2

ist eh super, nochmals Gratulation.....

...aber 39 Kilometer, ich weiss nicht, das kann eigentlich jeder....40 Kilometer, das waere spektakulaer gewesen, aber das ist natuerlich um VIELES gefaehrlicher.....da geht aber die Gesundheit vor, BRAVO Lix!
be.es: habe mir heute auf der Tastatur den Finger verstaucht, da ich aus einem halben cm abgerutscht bin!

Re: ist eh super, nochmals Gratulation.....

Manche Supertypen können anderen den Erfolg nicht gönnen und müssen daher einen Schwafel schreiben, um auch wahrgenommen zu werden.
Bravo Baumgartner und Team.

Sprung vom Rand des Weltalls

Servus-TV formuliert diesen Schwachsinn, und (fast) alle Medien plappern ihn ohne nachzudenken nach, so wie seinerzeit, als die Jahrtausendwende weltweit am 31. Dezember 1999 gefeiert wurde, 1 Jahr zu früh, außer wenn man davon ausgeht, daß ein Jahrtausend nur 999 Jahre zählt ...
Felix Baumgartner ist also aus 39 km Höhe (= RAND DES WELTALLS) gesprungen. Es ist also nachvollziehbar, daß er aufhört: Was gäbe es da noch zu toppen? Außer er spränge von AUSSERHALB DES WELTALLS - das wäre allerdings eine wahre Sensation ...

Antworten Gast: Konservativer
16.10.2012 19:11
2 2

"Wenn ich mich wie ein i-Tüpfel-Reiter aufspiele, bekomme ich vielleicht endlich Anerkennung als intelligenter Mensch"


Re: Sprung vom Rand des Weltalls

Das mit der Jahrtausendwende ist allerdings ein sehr verständlicher Irrtum - und für mich persönlich wäre dieser Irrtum noch dazu logischer. Denn schließlich werden Daten auch mit v.Chr. und n.Chr. versehen, folglich sollte 2000 Jahre nach Christi Geburt der Jahrtausendwechsel erfolgen. Warum der gregorianische Kalender allerdings kein Jahr 0 hat entzieht sich meiner Kenntnis, denn wie kann (auf einer Zeitachse) ein Jahr 1 vor und 1 nach Chr. existieren, aber kein Jahr 0 (also Chr. Geb.)? Reine Definitionssache, oder?

Österreich kurz beschreiben:

Mozartkugel, Sisi und Baumgartner!
Alle haben mit Luft zu tun!

Antworten Gast: Seppi M.
16.10.2012 15:02
2 1

Re: Österreich kurz beschreiben:

Unsere Lipizzaner hams vergess'n, Herr Dokta. Unser Lipizzaner! Und des Schifoarn. Mei wann ma des net hätt'n war ma goar neam'nd net.

Antworten Gast: Lachkrampf
16.10.2012 11:54
5 0

Re: Österreich kurz beschreiben:

Genau wie ihr Kommentar. Heiße Luft eines bedeutungslosen Neiders. ;-)

Gast: Üzi Güzi
16.10.2012 10:07
1 13

Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

die glauben, dass sowas richtige Wissenschaft und Technik ist.
Wobei ich ja glaube, dass das vom Vodka und Rum im Red Bull kommt.

Re: Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

Meinten Sie Haute-Volée?
Eine Frage am Rande: Trinken Sie Red Bull aus Kübeln?

Re: Re: Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

He Gscheiterl, Haute-Volée ist auch nicht richtig. Finden Sie´s raus. Oder fragen Sie halt wen.

Antworten Antworten Gast: Schnitzelherpanierer
16.10.2012 15:06
1 0

Re: Re: Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

Nein, der meint "Hautevolee". So wird das korrekt geschrieben. Es sei denn, im "Österreichischen Wörterbuch" steht das anders, das gilt dann aber nur für Österreich ohne Vorarlberger.

Antworten Antworten Gast: Üzi Güzi
16.10.2012 12:40
1 1

Re: Re: Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

Ahhhh!
Gibt es da auch verschiedene Provenienzen?
Wo liegt "Kübeln"?
Und welche Riede ist da die beste?

Hmmmm?

Antworten Antworten Antworten Gast: Sprachenforscherin
16.10.2012 15:11
0 0

Re: Re: Re: Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

"Kübeln" bedeutet in Österreich so viel wie "viel trinken". Hier wird zum Beispiel besonders viel Wein gekübelt. Bier wird auch noch viel gekübelt. Bei harten Getränken müssen sie hier eher passen, da wird meistens nur genippt.

Re: Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

Mhm, weil nämlich nur geistig minderbemittelte Leute RB trinken. Sehr intelligenter Kommentar, wahrscheinlich am Wochenende ein Whisky-Bull zu viel erwischt? Nur mal so geraten...

Antworten Antworten Gast: Üzi Güzi
16.10.2012 10:51
0 4

Re: Re: Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

Gibts sowas beim Wein & Co?
Und welcher Rum?
Cuba libre 1935?

Re: Re: Re: Red Bull - Konumenten sind eher nicht die Haute Vole aus der Akademie der Wissenschaften.....

bist eh ganz toll .. du Kasperl

Gast: xxxx
16.10.2012 09:46
3 13

Und welchen Weltrekord stellt er jetzt damit auf?

Ist er jetzt der schnellste Aufhörer?
Hmmmmmm?
Fischer Heinzi, bitte gratuliere ihm!

Re: Und welchen Weltrekord stellt er jetzt damit auf?

ich glaube jemanden als aufhörer zu bezeichnen, der Rettungshubschrauber Pilot weitermacht und damit viel gutes tut ist ja an Verhöhnung kaum zu überbieten!
welche Weltrekorde und menschliche Meilensteine haben sie zu verbuchen?bezw.wieviele Menschenleben haben sie schon gerettet oder noch vor zu retten?
zuerst einmal lesen und nachdenken bevor man postet!

Antworten Antworten Gast: xxxx
16.10.2012 10:50
1 5

Re: Re: Und welchen Weltrekord stellt er jetzt damit auf?

Na, ich habe schon so ca 50 Menschen in Afrika die Operation des Grauen Stars finanziert.
Und wieso bitte glauben Sie, dass man am Strand von Malibu einen Hubschrauberpiloten zusätzlich braucht?
Glauben Sie wirklich, dass eine Rettungsorganisation einen Helden einstellt, der so > eine Mio im Jahr kostet?

 
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