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Vier Tage eingesperrt: 17-Jährige entführt und missbraucht

17.10.2012 | 16:32 |   (DiePresse.com)

Der zuvor bereits verurteilten Sexualstraftäter spricht das Mädchen in der Nacht auf Samstag an und entführt sie. Am Dienstag gelang ihr die Flucht.

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Ein vorbestrafter Gewalttäter hat die 17-jährige Rebecca aus Rostock in Deutschland verschleppt und soll sie mehrmals sexuell missbraucht haben. Der 28 Jahre alte Verdächtige war erst vergangenes Jahr aus dem Gefängnis entlassen worden, er stand unter Führungsaufsicht. Er sei unter anderem wegen Vergewaltigung polizeibekannt und teilweise geständig, erläuterten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

Der Sexualstraftäter verschleppte die Jugendliche in der Nacht zum Samstag in seine Wohnung. Immer wieder soll er sie geschlagen, gefesselt und vergewaltigt haben. Erst am Dienstag gelang Rebecca die Flucht aus einem Fenster im ersten Stock.

"Martyrium" des Opfers

Der Rostocker Polizeipräsident Thomas Laum sprach von einem "Martyrium". Mario B. habe sein Opfer mit einem Messer verletzt, missbraucht und in seine Wohnung gezwungen. "Die Schäden, die sie durch diese fürchterliche Tat erlitten hat, können wir uns alle wahrscheinlich nur begrenzt vorstellen", sagte Laum. Die 17-Jährige befinde sich in psychologischer Betreuung.

Gegen den Beschuldigten wurde Haftbefehl erlassen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Vergewaltigung in drei Fällen vor, einmal in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und in zwei Fällen mit Freiheitsberaubung, wie Staatsanwalt Andreas Gärtner mitteilte.

Teilweise Geständnis

Zu dem Vorwurf der Vergewaltigung habe sich der tatverdächtige Mario B. nicht geäußert. "Im Übrigen hat er eingeräumt, das Mädchen angegriffen und dazu veranlasst zu haben, sich in seine Wohnung zu begeben. Er hat auch eingeräumt, dass er das Mädchen dann bis zum gestrigen Tage in der Wohnung festgehalten hat", sagte Gärtner.

Der Beschuldigte sei bereits 1999 unter anderem wegen Vergewaltigung zu einer Jugendstrafe verurteilt worden. Zum Tatzeitpunkt war er gerade einmal 14 Jahre alt. Danach habe es weitere Verurteilungen unter anderem wegen Raubes, räuberischer Erpressung und Körperverletzung gegeben. Erst im August 2011 sei der Rostocker aus dem Gefängnis entlassen worden und habe seither unter Führungsaufsicht gestanden. Dabei muss sich der Entlassene regelmäßig bei seinem Bewährungshelfer melden. Geschieht das nicht, wird der Helfer aktiv.

"Im Rahmen dieser Führungsaufsicht sind keinerlei Beanstandungen seitens der Führungsaufsichtsstelle bekannt geworden", sagte Staatsanwalt Gärtner. "Er hat sich bisher gut bewährt. Er hat eine Ausbildung zum Koch absolviert und es traten keinerlei Auffälligkeiten hervor, die Anlass zu der Annahme gaben, dass er weitere Straftaten begehen wird, insbesondere Sexualdelikte."

Zu der Frage, warum nicht gleich nach dem Verschwinden Rebeccas auch der einschlägig bekannte Mario B. überprüft worden sei, sagte der Sprecher der Rostocker Polizei, Michael Ebert: Er sei überzeugt, dass die Polizei den mutmaßliche Täter auch schnell im Rahmen der Fahndung selbst gefunden hätte. Er gehörte in die Gruppe der Männer, die überprüft worden wären.

Angesprochen, verletzt, entführt

Rebecca, die nach einem Disco-Besuch zu Fuß auf dem Weg zu einer Verabredung mit einem Freund war, begegnete ihrem Peiniger in der Nacht zum Samstag offenbar zufällig. Mario B. war nach bisherigen Ermittlungen mit dem Fahrrad unterwegs zum Zigarettenholen. Er habe das Mädchen angesprochen, mit einem Messer verletzt und dort schon das erste Mal sexuell missbraucht, sagte Laum. Anschließend habe er sie in seine Wohnung verschleppt, "wo er sie festhielt, immer wieder auch fesselte und schlug, mit einem Messer bedrohte und erneut mehrfach sexuell missbrauchte".

Rebecca hatte sich am Dienstag aus den Händen ihres Peinigers befreien können. Er hatte sie gefesselt allein in der Wohnung zurückgelassen. Nachdem sie die Fesseln gelöst habe, sei sie durch ein Fenster im ersten Stock geflohen, schilderte Laum. Erst nach mehreren erfolglosen Versuchen habe die 17-Jährige schließlich einen Autofahrer anhalten können, der sich dann um sie gekümmert und die Polizei gerufen habe.

Der Polizeipräsident sprach von Erleichterung und Freude, dass Rebecca noch am Leben und nun bei ihrer Familie ist. "Allerdings fällt es mir schwer, von einem guten Ende zu sprechen."

(APA/dpa)

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19 Kommentare
Gast: Paz
18.10.2012 10:55
2 0

Sexualtherapie

Es ist schwer verständlich, dass eine derart gestörte Person ohne entsprechende Begleitmaßnahmen auf freien Fuß gesetzt wird. Dies dürfte dem Staat zu teuer kommen, deshalb wird der Täter wieder auf die Öffentlichkeit los gelassen.
In ähnlicher Weise ist bisher in Ö. mit der "Fußfessel" vorgegangen worden.
Es entsteht der Eindruck, dass der Gesetzgeber unfähig ist die Öffentlichkeit zu schützen!
In den Parlamenten beschäftigt man sich mit Lobbying, dies dürfte für die eigene Geldbörse lukrativer sein.

Gast: mir reichts
18.10.2012 10:53
3 0

vermutlich

wieder ein fall, bei dem die psychologen von einer vollständigen heilung gesprochen haben.

Zwick zwack und....

das Problem ist erledigt.

Antworten Gast: Hans im Glück
18.10.2012 16:27
0 0

Re: Zwick zwack und....

Glaube ich nicht.

Dann werden genau diese Typen ihre karnkhaften Triebe anders ausleben.

Mein Vorschlag:
Zusätzlich zum ZwickZwack sollte man sie für immer in Ketten für die Allgemeinheit arbeiten lassen.

Bei Wasser und Brot aber ohne Fernseher und sonstigen Bequemlichkeiten.

Gast: Konservativer
17.10.2012 20:45
10 1

Hier könnte mein Kommentar stehen.

Er steht aber nicht hier.

Weil er auf die Schuld hinweist, die Gutmenschen an diesem Verbrechen haben.

Täterbegnadigung = Verbrechensermöglichung.

Re: Hier könnte mein Kommentar stehen.

Wenn Sie sich Statistiken (Deutsches Bundesministerium für Justiz) ansehen, dann sehen Sie, dass zwar ein Drittel von eingesperrten Sexualtätern wieder straffällig werden. Jedoch nur 1-2% wieder Sexualdelikte durchführen.
Das heißt nur ein kleiner Anteil von Sexualtätern haben ein wirklich psychologisches Problem, für die anderen ist es eine Straftat unter einigen.

Die Rückfallquote bei ehemaligen Häftlingen ist weitaus höher als bei Straftätern mit Bewährungsstrafe, besonders auch bei Jugendlichen. Das kann nicht allein auf den gewaltbereiteren Anteil von Haftentlassenen beruhen, sondern hängt mit der Verrohung in der Haft zusammen.

Haft als Bestraftung ist also eine Gefahr für die Gesellschaft, es sei denn man schließt Verbrecher für immer weg. Das widerspricht jedoch unserer Geisteshaltung, die Vergebung und menschenwürdiges Dasein für jeden (auch für Verbrecher), als Menschenrecht klarstellt..

Antworten Gast: ZARA
18.10.2012 08:46
0 6

Gott bewahre uns!

Wenn man so gnadenlos wäre, dann wären aber Schwarz und Blau weg von der Strasse.
Denkens doch mal nach!

Wegsperren.....bis zum Lebensende !

ernsthaft......keine Begnadigung.....

6 0

Gesetzesänderung

da die Resozialisierungsversuche der Gesellschaft immer wieder scheitern sollte sich die Pharmazeutische Wissenschaft dieser Personen annehmen.In Gefängnis kosten Sie nur Geld !!

Gast: Blankensteiner Husar
17.10.2012 19:00
10 0

In Österreich gäbe es aber jetzt feste die elektronische Fussfessel!

Und zwar Wochentags von 09:00 bis 16 Uhr, solange die Herren Polizisten Zeit haben.

Re: In Österreich gäbe es aber jetzt feste die elektronische Fussfessel!

Seit wann wird denn die Fußfessel von der Polizei überwacht? Wenn man schon polemisiert, dann wenigstens richtig, meine Güte...

12 1

Genau daran sind Politik und Rechtssprechung schuld -

dieses feige Wegsehen ermutigt die Täter.

lebenslang!!!


10 1

Re: lebenslang!!!

Vielleicht in einer Zelle, wo er dem Zellengenossen "sehr gut gefällt".
Sorry, aber bei solchen Personen vergesse ich die Grundsätze des humanen Strafvollzugs - "Aug' um Aug' . . ."

Gast: ghgfhjfz
17.10.2012 17:51
20 1

Das kommt von diesen Mini-

Strafen für schwerstkriminelle Jugendliche!
Aber WEHE, jemand lädt sich illegal Musik runter, dann wird natürlich mit voller Härte des Gesetzes zugeschlagen, denn da geht es ja nicht nur um Menschen, sondern um wunderbares, bedrucktes Papier! :o

Gast: sdfasfd
17.10.2012 17:40
17 1

Und immer wieder: Die Verbrecher ja wieder möglichst schnell raus aus dem Gefängnis.


Gast: Brummer
17.10.2012 17:38
12 0

" Führungsaufsicht"

heisst offenbar, den vorbestraften Täter zu neuen Opfern zu führen!
Die sattsam bekannten Experten und Juristen
haben ganze Arbeit geleistet und ein solches Individuum wieder auf die Menschheit losgelassen!

16 0

FPÖ Vorschlag

Wenn ich das hier so lese, dann kann ich dem damaligen FPÖ Vorschlag einer Zwangskastration bei Wiederholungstätern von Sexualdelikten einiges abgewinnen, obwohl ich nie FPÖ wählen würde. Der Typ kommt sonst nach 10Jahren wieder frei und 1 Jahr später wundern sich alle Psychologen und Gutachter wieder, warum er wieder rückfällig geworden ist. Ich glaube, dass hier gesunder Menschenverstand eher angebracht wäre. Wie kommen unschuldige Bürger dazu unter Bestien leben zu müssen? Natürlich gibt es in einer offenen Gesellschaft Rechte für jeden. Es gibt aber auch PFLICHTEN! Und wenn jemand seine Pflichten gegenüber Mitmenschen nicht wahrnehmen will, so soll er auch seine RECHTE verlieren. Klingt hart, ist aber die einzige Lösung in solchen Fällen.

14 0

Furchtbar!

Das ist einfach nur abscheulich. Hoffentlich schafft sie es, das alles zu verarbeiten und wieder ein normales und angstfreies Leben führen zu können.