Die Exfrau und Komplizin des Kindermörders Marc Dutroux, Michelle Martin, darf den Vater eines der von ihrem Mann getöteten Mädchen treffen. Ein Gericht im westbelgischen Mons entschied am Donnerstag, sie dürfe Jean-Denis Lejeune empfangen.
Die Richter mussten zustimmen, da es eine Bewährungsauflage ist, dass sich Martin von den Angehörigen der Opfer fern hält. Das Treffen soll unter Leitung eines Mediators in dem Klarissen-Kloster stattfinden, in das Martin nach ihrer vorzeitigen Freilassung gezogen war.
"Der Weg, den ich seit 17 Jahren gehe"
Lejeune, Vater der vor 17 Jahren in Dutroux' Haus verhungerten Julie, sagte, das Treffen "gehört zu dem Weg, den ich seit 17 Jahren gehe, um die Wahrheit herauszufinden". Martin hatte es ihm Ende September angeboten.
Die Einladung habe ihn "destablisiert", sagte Lejeune. Daher habe er zunächst abgelehnt. "Ich wollte sie lieber nicht treffen, weil ich Angst vor meinen Reaktionen hatte. Ich glaubte, dass sie mich manipulieren würde wie sie es mit anderen gemacht hat."
Dann habe er sich jedoch in der Hoffnung besonnen, "ein Stück Menschlichkeit" in ihr zu entdecken, sagte Lejeune. Er halte Martin allerdings weiterhin für direkt verantwortlich am Tod seiner im Alter von acht Jahren gestorbenen Tochter.
Offenbar kein Anschlag auf Kloster
Nach einem möglichen Anschlag auf das Kloster, in dem Martin lebt, gab außerdem der Staatsanwalt der Stadt Namur teilweise Entwarnung. Einer der beiden Umschläge, die das Kloster am Montag und Dienstag erhalten hatte, habe keine Milzbrand-Erreger oder andere gefährliche Stoffe enthalten. Der zweite werde derzeit noch geprüft.
Martin war 1996 mit Dutroux festgenommen und 2004 zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Im Juli gab ein Gericht in Mons ihrem Antrag auf vorzeitige Entlassung aus der Haft statt, im September verließ sie das Gefängnis.
Zu den Auflagen für die Freilassung gehört, dass Martin sich in dem Kloster nahe der Stadt Namur aufhalten muss. Ihr damaliger Mann Dutroux hatte zwischen Juni 1995 und August 1996 sechs Mädchen entführt und vier von ihnen getötet.
(APA/AFP)
Der American Dream platzt an der Grenze
Liu Bolin Der ''unsichtbare Künstler''
WienDie Votivkirche, eine ewige Baustelle
SpeiseplanErobern Würmer die Teller Europas?