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Verurteilt in Dubai, gefangen in Österreich

21.10.2012 | 18:28 |  ANNA GABRIEL UND SIOBHAN GEETS (Die Presse)

Der Arzt Eugen Adelsmayr wurde im Mordprozess schuldig gesprochen. Erst, wenn das Urteil rechtskräftig ist, kann Dubai die Auslieferung des Mediziners beantragen. Nur in Österreich ist er weiter sicher.

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Wien/Dubai. Egal, wie das endgültige Urteil im Fall Eugen Adelsmayr lauten wird – der Arzt aus Bad Ischl wird in seinem Leben gewiss nicht mehr nach Dubai reisen. Ein Gericht des Arabischen Emirats sprach Adelsmayr am gestrigen Sonntag in einem Mordprozess schuldig – und verurteilte ihn zu lebenslanger Haft. Das Urteil ist zwar noch nicht rechtskräftig. Der Anästhesist und Intensivmediziner, der drei Jahre lang in einem Krankenhaus in Dubai gearbeitet hat und dort durch unterlassene Hilfeleistung im Jahr 2009 einen pakistanischen Patienten getötet haben soll, kann aufgrund seiner Abwesenheit bei der Urteilsverkündung keine Berufung einlegen.

Wahrscheinlich ist jedoch, dass die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel gegen das aus ihrer Sicht zu milde Urteil ergreifen wird: Sie hatte die Todesstrafe für Adelsmayr gefordert. Nun hat die Behörde vierzehn Tage Zeit, gegen den Richterspruch zu berufen.

Erst, wenn das Urteil rechtskräftig ist, kann Dubai die Auslieferung des Mediziners beantragen. Solange dieser sich weiter in Österreich aufhält, ist er aber sicher, erklärt der Vorstand des Instituts für Strafrecht, Helmut Fuchs, in einem Gespräch mit der „Presse“: „Österreich liefert eigene Staatsbürger nicht aus.“ Sonderfälle würden lediglich ein EU-Haftbefehl oder Kriegsverbrecherprozesse darstellen, so der Experte.

Eine Gefängnisstrafe könnte Adelsmayr derzeit also nur in dem unwahrscheinlichen Fall drohen, dass auch ein österreichisches Gericht ein Verfahren gegen den 53-jährigen eröffnet und ihn ebenfalls schuldig spricht.

 

„Fall konstruiert“

Der Mediziner selbst spricht in Zusammenhang mit der ihm zu Last gelegten Tat von einer „Intrige“. Wegen der schlechten Mitarbeiterbeurteilung ihres österreichischen Vorgesetzten hätten zwei Ärzte aus dem Tod des pakistanischen Patienten einen „Fall konstruiert“, so Adelsmayr in einem „Presse“-Interview vor wenigen Tagen. „Sie sagten, ich hätte mündlich angeordnet, dass der Patient nicht wiederbelebt werden soll und ich durch einige Therapieanweisungen den Tod herbeigeführt hätte“, so der Mediziner. Die beiden Ärzte erstatteten Anzeige bei der Polizei, der Fall landete bei der Staatsanwaltschaft.

Das österreichische Außenministerium sei daraufhin während der gesamten Prozessdauer in Kontakt mit den Behörden in Dubai gewesen, so Außenamts-Pressesprecher Martin Weiss gegenüber der „Presse“. Das nunmehrige Urteil bezeichnete er als „nicht nachvollziehbar.“

 

Riskante Auslandsreisen

Wie auch immer der letztgültige Richterspruch lauten wird, eine Reise ins Ausland wird für Adelsmayr lebenslang eine riskante Angelegenheit bleiben: Denn im Falle eines Auslieferungsantrags durch Dubai hängt es vom Recht des jeweiligen Staats ab, ob er dem Antrag Folge leisten muss oder nicht. „Es kommt dann auf das Auslieferungsübereinkommen des Landes mit Dubai oder – so es ein solches Übereinkommen nicht gibt – auf die jeweiligen völkerrechtlichen Regeln an“, erläutert Fuchs.

Auf einen Blick

Der österreichische Arzt Eugen Adelsmayr aus Bad Ischl wurde am Sonntag von einem Gericht in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, den Tod eines Patienten verschuldet zu haben, der Staatsanwalt hat die Todesstrafe gefordert. Die Urteilsverkündung fand in Abwesenheit des Angeklagten statt, der bei einer Einreise in das Emirat sofort verhaftet worden wäre. Adelsmayr führt den Prozess auf eine Intrige ehemaliger Kollegen zurück.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.10.2012)

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171 Kommentare
 
12 3 4
Gast: najaa
24.10.2012 00:11
0 0

Soso?

Arzt/Held: „Das habe ich ihnen (den herrschern) hingeknallt.."
...

Gast: M. Wolf
23.10.2012 18:20
0 3

Dabei helfen sollen neue Dokumente, die er demnächst veröffentlichen will.

Jetzt warten wir bloss noch auf den Adelsmayrfilm, indem er möglicherweise als möglicher Nachkomme des Badewaschlvaters von Franz Josef angelegt ist.

Antworten Gast: najaa
24.10.2012 00:17
0 0

Re: Dabei helfen sollen neue Dokumente, die er demnächst veröffentlichen will.

Warum eigentlich hat dieser arzt nicht sofort gekündigt, nachdem er die dortige, menschenverachtende spitalspraxis erkannte?
Dann hätte er zb. von europa aus, die angelegenheit zur fachlichen bzw. öffentlichen diskussion bringen können - ohne intrigen u. schauprozesse!

0 0

Re: Re: Dabei helfen sollen neue Dokumente, die er demnächst veröffentlichen will.

Weil es Menschen gibt, die nicht einfach den Schwanz einziehen und aus sicherer Entfernung über Mißstände motzen, sondern Vorort die Verursacher mit dem Problem konfrontiert.
Sollte mehr von dieser Sorte geben. Und wenige Besserwisser, die es im Nachhinein "eh immer schon gewußt haben".

Gast: fredl001
23.10.2012 11:17
2 0

recht

recht hat eben leider nichts mit gerechtigkeit zu tun

„Habe sie gereizt und provoziert“

Das war zwar mutig - aber nicht gscheit!

Antworten Gast: Hutbürger
23.10.2012 11:47
4 0

Das, wofür er jetzt verurteilt worden ist,

wurde in diesem Krankenhaus praktiziert, - und er hat darauf aufmerksam gemacht. Da fehlen einem einfach die Worte.

Antworten Gast: M75
23.10.2012 11:47
3 0

Aber viel gescheiter als ihr Kommentar!

Zivilcourage nennt man sowas.

Gast: ROTFRONT
23.10.2012 10:05
1 5

Jajajaja, was hörtman dennimmer von rechtskräftig Verurteilten in Österreich? Die Justiz ist böse, Fehlurteil, immer unschuldig verurteilt, blablabla....

Auchin Österreich wäre er verurteilt worden.
So schauts aus. Kann man auch Patienten nicht einfach totspritzen.
Der Richter in Dubai konnte auch nur objektiv und unabhängig Recht sprechen.

Gast: bank12
23.10.2012 07:52
12 1

nicht hinfahren

der Fehler liegt darin in soclchen Ländern einen Arbeitsplatz zu suchen oder Urlaub zu machen.

12 0

Menschenverachtende Systeme liegen in der Clankultur dieser Länder...

Also ich finde gut wenn er weiter kämpft - auch gegen die gesamte arabische Rechtsprechung.

Obwohl das Wort "Recht" hier eigentlich fehl am Platz ist...

Gast: hmv
23.10.2012 05:53
8 2

Selber schuld.

Wer mit den Hunden schlafen geht, darf sich morgens nicht über die Flöhe wundern.

Gast: Gast111
22.10.2012 22:40
15 0

Wahrung des Gesichts

Ich bin schon weit herumgekommen und habe viele Kulturen kennen gelernt, aber das mit dem Gesicht wahren halte ich für einen ausgesprochenen Blödsinn. Wenn da jemand Mist gebaut hat, dann soll es angesprochen werden und geändert werden. Nur weil irgend ein Verwandter oder Habschi vom Regenten eine Position inne hat, für die er ohnehin nicht qualifiziert ist und dieser wieder Leute anstellt, die es vielleicht sind, aber nach seiner Pfeife tanzen, ist keiner sakrosankt. In Asien und im Arabischen Raum ist das leider so. Da wird lieber ein Unschuldiger verurteilt, als dass Fehler zugegeben werden. Spricht man es an, wird oft mit Aggression geantwortet. Meiner Meinung nach gibt es gute Gründe, warum der Westen einen so großen Vorsprung vor dem Osten hat (mit Ausnahmen). Oftmals kann man, wie auch in diesem Fall, nur den Kopf schütteln.

Gast: bergziege
22.10.2012 19:34
13 0

Wahrheit ist nicht immer zumutbar

In Dubai schon gar nicht.

Gast: Blankensteiner Husar
22.10.2012 18:37
2 28

Jeder unschuldige Demokrat und auch jeder Kriminelle würde berufen!

Und zwar jeder Kriminelle beruft, wie wir aus dertäglichen Erfahrung wissen.
Sogar die FPKler berufen.
Wenn man nicht beruft, dann akzeptiert man das Urteil. Schützt Österreich Mörder?

Re: Jeder unschuldige Demokrat und auch jeder Kriminelle würde berufen!

Wie überall nachzulesen war, kann Dr. Adelsmayr nicht berufen, weil er beim Prozess nicht anwesend war. Ad lezter Satz: sind Sie noch ganz bei Trost?

Re: Re: Jeder unschuldige Demokrat und auch jeder Kriminelle würde berufen!

Ich glaube, e rkann nicht berufen, da er für das einbringeneiner Berufung in Dubai sein müsste und dort wird er ja jetzt sicher nicht hinreisen

Antworten Gast: Lingus
22.10.2012 19:58
5 2

Re: Jeder unschuldige Demokrat und auch jeder Kriminelle würde berufen!

Ihr Kabarett ist mir dann doch zu geschmacklos.

Gast: dr. seltsam
22.10.2012 15:44
0 30

in österreich wäre aber ein arzt aus dubai

nicht so leicht davongekommen ...
man stelle sich nur vor: zwei österreichische stationsärzte klagten einen arabischen oberarzt an, er hätte angeordnet, einen tiroler bergbauern nicht mehr widerzubeleben... es ergeht mordanklage - und der beschuldigte darf mirnixdirnix in seine heimat fliehen!
na, da wär aber was los im heimischen blätterdickicht - wüstes rassistengeheul und gebell im alpenland!
mein rat an alle patienten in dubai: bloss sich nicht von einem österreichischen arzt behandeln lassen!
am beste überhaupt nicht von einem giauren!

Re: in österreich wäre aber ein arzt aus dubai

....dr seltsam...aha, offensichtlich ein entsprungener Patient einer geschlossenen Anstalt, wie Aufgrund seines post's entnehmen zu ist.
Ichh würde Ihnen dringendst empfehlen, Ihre "Krankheit" von einem nicht-Giaur (ungläubiger) Arzt in ebendiesem "Schurkenstaat" behandeln zu lassen...
viel kann man da ja nicht mehr verpfuschen.

Im übrigem gilt für mich, wie von vielen anderen normaldenkenden vorgeschlagen: Nicht in solche Länder reisen!!!!!

Re: in österreich wäre aber ein arzt aus dubai

Sie wissen aber, dass zwar nicht in medizinischen Affären, aber in beinahe allen Fällen von Morden ausländischer Geheimdienste in Österreich den Tätern die Ausreise ermöglicht wurde.

Sie sprechen also nicht vom Konjunktiv, sondern vom Perfekt.

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Eigentlich sollte man auf so dumme Kommentare nicht antworten ...

ich machs trotzdem, da sie sich offensichtlich beim lesen dieses Falles schwert tun.
Erstens:
Bei dem von ihnen geschilderten Szenario würde der Arzt völlig zu Recht verurteilt werden - in Österreich aber bestimmt nicht wegen Mord, sondern wegen fahrlässiger Tötung (falls überhaupt!?)
Und dafür gibts hier weder lebenslänglich noch die Todesstrafe.
Könnten sie wie bereits erwähnt sinnerfassend lesen, wüßten sie dass Dr.Adelsmayr das Spital bereits zwei Tage vor dem bedauerlichen Tod des Patienten das Spital verlassen hat. In Österreich würde man "ihren arabischen Arzt" in dieser Situation freisprechen. Dafür muss man die Angelegenheit allerdings untersuchen, etwas wozu arabische Behörden offensichtlich nicht willens sind, brauchen sie auch nicht. Denn die Scharia erübrigt jede gewissenhafte Untersuchung!

9 0

. . . denn die Scharia erübrigt jede gewissenhafte Untersuchung!


Re: Eigentlich sollte man auf so dumme Kommentare nicht antworten ...

Richtig.

Eine Rekolonialisierung ist dringend angebracht.

Antworten Antworten Antworten Gast: Drohne
22.10.2012 20:00
2 0

Re: Re: Eigentlich sollte man auf so dumme Kommentare nicht antworten ...

Ich bin bereit.

Gast: derreale
22.10.2012 15:23
7 0

Der gesante "Westen" ist doch faktisch sochn den Ölstaaten-Diktaturen ausgeliefert ....


 
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