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„Die ganze Sache ist kabarettreif“

21.10.2012 | 18:29 |  SIOBHAN GEETS (Die Presse)

Interview. Eugen Adelsmayr hofft nach Richterspruch auf internationale Unterstützung. Er behauptet, das Urteil sei auf Grundlage eines gefälschten Gutachtens gefallen.

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Die Presse: Sind Sie überrascht von dem Urteil?

Eugen Adelsmayr: Es fällt mir schwer, das vernünftig zu kommentieren. Die ganze Sache ist kabarettreif. Ich dachte aber gar nicht, dass es ein Urteil geben wird, sondern, dass der Prozess weitergeht. Dass sie sich juristische Taschenspielertricks einfallen lassen werden. Ich habe schon geahnt, dass sie den indischen Kollegen von meinem Fall entkoppeln, er war ja anfangs auch Zeuge der Anklage. Aber den Kollegen freizusprechen und mich zu verknacken, das ist schon unverfroren.

Und was sagen Sie zur Urteilsbegründung?

Die Begründung steht in der Regierungszeitung: Der Richter folgte Ashrafs Gutachten, also der Fälschung, in der behauptet wird, es hätte eine schriftliche Anordnung zur Nichtwiederbelebung gegeben. Das ist alles erstunken und erlogen. Sie konnten ja nicht einmal eine mündliche Anordnung beweisen (alle Zeugen der Anklage sagten aus, eine solche Anordnung nie von Adelsmayr gehört zu haben;Anm.). Das Originalgutachten wurde hingegen ignoriert. Das ist wirklich ein Affentheater.

Wie geht es nun weiter?

Es ist nicht vorbei, mein Wille ist ungebrochen. Es gibt eine Berufungsfrist von 14 Tagen, es kann also sein, dass der Staatsanwalt beruft, da ihm das Urteil zu milde ausgefallen ist. Ob sie das noch einmal durchziehen wollen, ist fraglich. Ich muss jetzt mit dem Außenamt diskutieren, wie es weitergeht, wenn die Frist abgelaufen ist und das Urteil rechtskräftig wird.

Rechnen Sie mit internationaler Unterstützung?

Ich hoffe, dass es über Amtswege Reaktionen gibt oder dass Amnesty International eingreift. Das können sie ja erst machen, sobald das Urteil rechtskräftig ist. Man muss ja sehen, dass da etwas falsch gelaufen ist. Und: Es ist mir völlig egal, was die da unten für ein Urteil fällen, aber ich wünsche mir eine Reaktion von europäischer Seite.

Sie wollen Ihr Buch jetzt ins Englische übersetzen lassen.

Es ist als Waffe gedacht. Ich hoffe, dass es sich dadurch auch in den Emiraten verbreitet. Es gibt zudem bisher unveröffentlichte Dokumente, die ich in den nächsten Auflagen einarbeiten will. Das könnte meinen Widersachern schaden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.10.2012)

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7 Kommentare

An diejenigen Poster,

die mir Neid oder Schadenfreude oder sonst etwas Niedriges unterstellen:

Trifft alles nicht zu. Aber der Typ hat hoch gepokert und eben verloren. Dass in gewissen Ländern das Justizsystem jeglicher Beschreibung spottet, musste einem gebildeten Menschen wie A. klar sein.

Ich finde es zwar auch unmöglich, wie man mit ihm umgeht, aber mein Mitleid hält sich in Grenzen.

Das heb ich mir für diejenigen "Ärzte ohne Grenzen" auf, die aus Solidarität mit den Ärmsten dieser Erde ihre Freiheit, Gesundheit oder gar ihr Leben aufs Spiel gesetzt und verloren haben.

Gast: atr_offline
22.10.2012 06:36
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Cameldriver

Wer jemals einmal dort war, weiß Bescheid...

Der Ärmste wird den Tag verfluchen,

an dem er sich entschlossen hat, in Dubai zu arbeiten und dort viel Kohle zu machen.

Antworten Gast: denkmal
22.10.2012 00:47
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Re: Der Ärmste wird den Tag verfluchen,

mhm... Weil man als Schlüsselkraft keine attraktive Stelle im Ausland annehmen darf, ohne das Recht auf faire Behandlung aufzugeben?

Recht auf einen fairen Prozess hätte er wohl nur, wenn er auf seinen Lohn verzichtet und nebenbei noch freiwillig in der Suppenküche arbeiten geht?

Liebe(r) Ka_Sandra, höre ich hier Neid oder nur eine generelle Antipathie gegen erfolgreiche Menschen, die Wagnisse eingehen?

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Re: Re: Der Ärmste wird den Tag verfluchen,

Es ist völlig egal, ob er dort Geld scheffelte ohne Ende oder nicht.
In JEDEM Land, in dem die "Religion des Friedens" (hahaha) herrscht, ist mit sowas zu rechnen!

Antworten Gast: Bruder Kain
22.10.2012 00:33
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viel Kohle zu machen, ist legitim, auch im "Ausland".

Und man sollte sich im 21. Jh. im Zeitalter der großartigen Globalisierung auf internationale Standards verlassen können, - anscheinend aber nicht. Weil diese ganzen himmelstürmenden Protzbauten letzendlich doch nur potemkinsche Dörfer sind, die einen unseligen Zustand dahinter verschleiern sollen.

Antworten Gast: avanti
22.10.2012 00:05
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Re: Der Ärmste wird den Tag verfluchen,

einverstanden mit dem ersten teil, aber das mit der kohle hättest dir sparen können, ist so notwendig wie ein kropf!