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Adelsmayr: „Habe sie gereizt und provoziert“

22.10.2012 | 17:28 |   (Die Presse)

Der österreichische Mediziner Eugen Adelsmayr wies das Rashid-Krankenhaus im Prozess auf einen schweren grundsätzlichen Fehler hin – und dürfte so staatliche Behörden gegen sich aufgebracht haben.

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Wien/Dubai/SIG. Was mit einem vermeintlichen Zwist, einer privaten Fehde unter Ärzten angefangen hatte, endete für den österreichischen Mediziner Eugen Adelsmayr am Sonntag vorläufig mit dem Gerichtsurteil „lebenslänglich“. Adelsmayr und einem indischen Kollegen wird vorgeworfen, 2009 einen Patienten durch unterlassene Hilfeleistung getötet zu haben – doch der indische Kollege wurde freigesprochen.

Adelsmayr erklärt sich das harte Urteil gegen ihn (im Gegensatz zu dem seines Ex-Kollegen) damit, dass er die Krankenhausverwaltung des Rashid-Spitals im Prozess auf einen schweren grundsätzlichen Fehler hingewiesen hatte: Die „Nicht-Wiederbeleben-Richtlinie“ besagt, dass bei bestimmten Krankheiten oder Verletzungen nicht reanimiert werden soll. Die Regel ist illegal, denn in den Vereinigten Arabischen Emiraten muss eine Wiederbelebung laut Gesetz ausnahmslos immer versucht werden, hirntote oder hoffnungslose Patienten sind davon nicht ausgeschlossen. „Im Krankenhaus“, sagte Adelsmayr im Gespräch mit der „Presse“, „haben sie nach einer ungenauen Hirntod-Diagnostik die Maschinen abgedreht und zig-fach Mord begangen, dabei waren die Patienten oft nicht einmal hirntot.“

Dokument plötzlich verschwunden

Nachdem er vor Gericht darauf hingewiesen hatte, dementierte das Rashid-Hospital die Existenz der Richtlinie, zwei Wochen später war sie auch aus dem Intranet des Krankenhauses verschwunden. Doch Adelsmayr hatte das Original aufgehoben. „Das habe ich ihnen hingeknallt und gesagt: Was ihr mir fälschlich vorwerft, das wird in dem Krankenhaus seit Jahren praktiziert“, sagt der Oberösterreicher. „Dann war Feuer am Dach. Ich habe sie dadurch gereizt und provoziert, sie dachten: Jetzt erst recht, jetzt machen wir ihn fertig“, erklärt sich der 53-Jährige die Situation. Denn mit dem Hinweis dürfte er nicht nur die Krankenhausverwaltung gegen sich aufgebracht haben, sondern auch die staatliche Dubai Health Authority, der das Rashid-Hospital untersteht. „So ist die persönliche Fehde, geschickt eingefädelt, eskaliert“, meint Adelsmayr. Der Intensivmediziner ist überzeugt, dass alles anders gekommen wäre, wenn er nicht auf den Fehler aufmerksam gemacht hätte.

Unveröffentlichtes Material

Im Oktober 2009 schickte die Krankenhausleitung dann ein Rundschreiben an alle Mitarbeiter aus, in dem die angeblich nicht existierende Richtlinie offiziell für ungültig erklärt wird.

An ihrer Entwicklung maßgeblich beteiligt war übrigens Dr. Hassan F. – jener Arzt, der zusammen mit einem Kollegen Anzeige gegen Adelsmayr erstattet hatte. Gegen sie will der Bad Ischler nun vorgehen. Dabei helfen sollen neue Dokumente, die er demnächst veröffentlichen will.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.10.2012)

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171 Kommentare
 
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Gast: najaa
24.10.2012 00:11
0 0

Soso?

Arzt/Held: „Das habe ich ihnen (den herrschern) hingeknallt.."
...

Gast: M. Wolf
23.10.2012 18:20
0 3

Dabei helfen sollen neue Dokumente, die er demnächst veröffentlichen will.

Jetzt warten wir bloss noch auf den Adelsmayrfilm, indem er möglicherweise als möglicher Nachkomme des Badewaschlvaters von Franz Josef angelegt ist.

Antworten Gast: najaa
24.10.2012 00:17
0 0

Re: Dabei helfen sollen neue Dokumente, die er demnächst veröffentlichen will.

Warum eigentlich hat dieser arzt nicht sofort gekündigt, nachdem er die dortige, menschenverachtende spitalspraxis erkannte?
Dann hätte er zb. von europa aus, die angelegenheit zur fachlichen bzw. öffentlichen diskussion bringen können - ohne intrigen u. schauprozesse!

0 0

Re: Re: Dabei helfen sollen neue Dokumente, die er demnächst veröffentlichen will.

Weil es Menschen gibt, die nicht einfach den Schwanz einziehen und aus sicherer Entfernung über Mißstände motzen, sondern Vorort die Verursacher mit dem Problem konfrontiert.
Sollte mehr von dieser Sorte geben. Und wenige Besserwisser, die es im Nachhinein "eh immer schon gewußt haben".

Gast: fredl001
23.10.2012 11:17
2 0

recht

recht hat eben leider nichts mit gerechtigkeit zu tun

„Habe sie gereizt und provoziert“

Das war zwar mutig - aber nicht gscheit!

Antworten Gast: Hutbürger
23.10.2012 11:47
4 0

Das, wofür er jetzt verurteilt worden ist,

wurde in diesem Krankenhaus praktiziert, - und er hat darauf aufmerksam gemacht. Da fehlen einem einfach die Worte.

Antworten Gast: M75
23.10.2012 11:47
3 0

Aber viel gescheiter als ihr Kommentar!

Zivilcourage nennt man sowas.

Gast: ROTFRONT
23.10.2012 10:05
1 5

Jajajaja, was hörtman dennimmer von rechtskräftig Verurteilten in Österreich? Die Justiz ist böse, Fehlurteil, immer unschuldig verurteilt, blablabla....

Auchin Österreich wäre er verurteilt worden.
So schauts aus. Kann man auch Patienten nicht einfach totspritzen.
Der Richter in Dubai konnte auch nur objektiv und unabhängig Recht sprechen.

Gast: bank12
23.10.2012 07:52
12 1

nicht hinfahren

der Fehler liegt darin in soclchen Ländern einen Arbeitsplatz zu suchen oder Urlaub zu machen.

12 0

Menschenverachtende Systeme liegen in der Clankultur dieser Länder...

Also ich finde gut wenn er weiter kämpft - auch gegen die gesamte arabische Rechtsprechung.

Obwohl das Wort "Recht" hier eigentlich fehl am Platz ist...

Gast: hmv
23.10.2012 05:53
8 2

Selber schuld.

Wer mit den Hunden schlafen geht, darf sich morgens nicht über die Flöhe wundern.

Gast: Gast111
22.10.2012 22:40
15 0

Wahrung des Gesichts

Ich bin schon weit herumgekommen und habe viele Kulturen kennen gelernt, aber das mit dem Gesicht wahren halte ich für einen ausgesprochenen Blödsinn. Wenn da jemand Mist gebaut hat, dann soll es angesprochen werden und geändert werden. Nur weil irgend ein Verwandter oder Habschi vom Regenten eine Position inne hat, für die er ohnehin nicht qualifiziert ist und dieser wieder Leute anstellt, die es vielleicht sind, aber nach seiner Pfeife tanzen, ist keiner sakrosankt. In Asien und im Arabischen Raum ist das leider so. Da wird lieber ein Unschuldiger verurteilt, als dass Fehler zugegeben werden. Spricht man es an, wird oft mit Aggression geantwortet. Meiner Meinung nach gibt es gute Gründe, warum der Westen einen so großen Vorsprung vor dem Osten hat (mit Ausnahmen). Oftmals kann man, wie auch in diesem Fall, nur den Kopf schütteln.

Gast: bergziege
22.10.2012 19:34
13 0

Wahrheit ist nicht immer zumutbar

In Dubai schon gar nicht.

Gast: Blankensteiner Husar
22.10.2012 18:37
2 28

Jeder unschuldige Demokrat und auch jeder Kriminelle würde berufen!

Und zwar jeder Kriminelle beruft, wie wir aus dertäglichen Erfahrung wissen.
Sogar die FPKler berufen.
Wenn man nicht beruft, dann akzeptiert man das Urteil. Schützt Österreich Mörder?

Re: Jeder unschuldige Demokrat und auch jeder Kriminelle würde berufen!

Wie überall nachzulesen war, kann Dr. Adelsmayr nicht berufen, weil er beim Prozess nicht anwesend war. Ad lezter Satz: sind Sie noch ganz bei Trost?

Re: Re: Jeder unschuldige Demokrat und auch jeder Kriminelle würde berufen!

Ich glaube, e rkann nicht berufen, da er für das einbringeneiner Berufung in Dubai sein müsste und dort wird er ja jetzt sicher nicht hinreisen

Antworten Gast: Lingus
22.10.2012 19:58
5 2

Re: Jeder unschuldige Demokrat und auch jeder Kriminelle würde berufen!

Ihr Kabarett ist mir dann doch zu geschmacklos.

Gast: dr. seltsam
22.10.2012 15:44
0 30

in österreich wäre aber ein arzt aus dubai

nicht so leicht davongekommen ...
man stelle sich nur vor: zwei österreichische stationsärzte klagten einen arabischen oberarzt an, er hätte angeordnet, einen tiroler bergbauern nicht mehr widerzubeleben... es ergeht mordanklage - und der beschuldigte darf mirnixdirnix in seine heimat fliehen!
na, da wär aber was los im heimischen blätterdickicht - wüstes rassistengeheul und gebell im alpenland!
mein rat an alle patienten in dubai: bloss sich nicht von einem österreichischen arzt behandeln lassen!
am beste überhaupt nicht von einem giauren!

Re: in österreich wäre aber ein arzt aus dubai

....dr seltsam...aha, offensichtlich ein entsprungener Patient einer geschlossenen Anstalt, wie Aufgrund seines post's entnehmen zu ist.
Ichh würde Ihnen dringendst empfehlen, Ihre "Krankheit" von einem nicht-Giaur (ungläubiger) Arzt in ebendiesem "Schurkenstaat" behandeln zu lassen...
viel kann man da ja nicht mehr verpfuschen.

Im übrigem gilt für mich, wie von vielen anderen normaldenkenden vorgeschlagen: Nicht in solche Länder reisen!!!!!

Re: in österreich wäre aber ein arzt aus dubai

Sie wissen aber, dass zwar nicht in medizinischen Affären, aber in beinahe allen Fällen von Morden ausländischer Geheimdienste in Österreich den Tätern die Ausreise ermöglicht wurde.

Sie sprechen also nicht vom Konjunktiv, sondern vom Perfekt.

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Eigentlich sollte man auf so dumme Kommentare nicht antworten ...

ich machs trotzdem, da sie sich offensichtlich beim lesen dieses Falles schwert tun.
Erstens:
Bei dem von ihnen geschilderten Szenario würde der Arzt völlig zu Recht verurteilt werden - in Österreich aber bestimmt nicht wegen Mord, sondern wegen fahrlässiger Tötung (falls überhaupt!?)
Und dafür gibts hier weder lebenslänglich noch die Todesstrafe.
Könnten sie wie bereits erwähnt sinnerfassend lesen, wüßten sie dass Dr.Adelsmayr das Spital bereits zwei Tage vor dem bedauerlichen Tod des Patienten das Spital verlassen hat. In Österreich würde man "ihren arabischen Arzt" in dieser Situation freisprechen. Dafür muss man die Angelegenheit allerdings untersuchen, etwas wozu arabische Behörden offensichtlich nicht willens sind, brauchen sie auch nicht. Denn die Scharia erübrigt jede gewissenhafte Untersuchung!

9 0

. . . denn die Scharia erübrigt jede gewissenhafte Untersuchung!


Re: Eigentlich sollte man auf so dumme Kommentare nicht antworten ...

Richtig.

Eine Rekolonialisierung ist dringend angebracht.

Antworten Antworten Antworten Gast: Drohne
22.10.2012 20:00
2 0

Re: Re: Eigentlich sollte man auf so dumme Kommentare nicht antworten ...

Ich bin bereit.

Gast: derreale
22.10.2012 15:23
7 0

Der gesante "Westen" ist doch faktisch sochn den Ölstaaten-Diktaturen ausgeliefert ....


 
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