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Berliner Klinik: Suche nach Ursachen für Darmkeime

23.10.2012 | 08:33 |   (DiePresse.com)

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach dem Tod eines Babys wegen fahrlässiger Tötung. Virologe Kekule verteidigt die Klinik.

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Nach dem Tod eines wahrscheinlich mit Darmkeimen infizierten Babys an der Berliner Uniklinik Charité wird dort weiter mit Hochdruck nach der Ursache gesucht. Am (heutigen) Dienstag wollen sich die Klinik und das für die Hygieneaufsicht zuständige Bezirksamt Mitte zu den Vorfällen äußern. Der Zustand der sieben weiteren erkrankten Kinder ist nach Angaben der Charité vom Montagabend stabil. In Lebensgefahr war kein Säugling mehr.

Bei einem weiteren Baby ohne Symptome ist der Darmkeim Serratia nachgewiesen worden; damit erhöhte sich die Zahl der Kinder mit Keimen auf 16. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Kommunikationsfehler

Die Charité hat erstmals Fehler im Umgang mit dem Infektionsfall auf der Frühchenstation zugegeben. "Es wäre besser gewesen, schon am vergangenen Donnerstag die Öffentlichkeit zu informieren", sagte Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik, dem "Tagespiegel" (Dienstag-Ausgabe). Am Donnerstag (18. Oktober) war für zwei Neugeborenen-Stationen ein Aufnahmestopp beschlossen worden. Erst zwei Tage später wurde die Öffentlichkeit darüber und über den Tod eines Babys informiert.

Der Virologe Alexander S. Kekule hat das Klinikum gegen Kritik verteidigt. Die Charité sei für ihre Hygiene deutschlandweit renommiert, sagte Kekule am Montag im Deutschlandradio. "Die geben sich wirklich Mühe und sind auch Experten für diese Keime." Wenn selbst dort etwas passiere, müssten die Standard-Hygienemaßnahmen überdacht werden.

Das gestorbene Baby war als Notfall mit einem angeborenen Herzfehler von der Charité ins Deutsche Herzzentrum gebracht worden. Dort wurde es nach Angaben einer Sprecherin erfolgreich operiert. Dann seien aber Serratien-Keime festgestellt worden, an denen das Kind vermutlich starb, so die Sprecherin.

(APA/dpa)

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