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Schätzung: Weltbevölkerung wächst bis 2100 auf zwölf Milliarden

24.10.2012 | 20:42 |   (DiePresse.com)

Der Wiener Demograf Wolfgang Lutz präsentierte Forschungsergebnisse auf der IIASA-Konferenz. Hier wurden Daten von 600 Experten zusammengefasst.

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Am Ende des Jahrhunderts könnten etwa 12 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Das hat Wolfgang Lutz, Leiter des Weltbevölkerungsprogramms (POP) des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) und Direktor des Wiener Instituts für Demografie (VID) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) am Mittwoch berichtet. Der Anlass: Eine vom IIASA anlässich seines 40-jährigen Bestehens veranstalteten Konferenz am Mittwoch in Wien berichtet.

Demografische Studien, die nur Alter und Geschlecht berücksichtigen, würden eine unzureichende Grundlage für die Berechnung der Bevölkerungsentwicklung liefern, erklärte Lutz. Es sei wichtig, weitere Faktoren wie Bildungsgrad und Gesundheitszustand miteinzubeziehen.

600 internationale Experten

Für eine Studie der IIASA wurden die Daten von mehr als 600 internationalen Experten zusammengefasst und verschiedene Szenarien der Bevölkerungsentwicklung berechnet. In den Modellen wurden unterschiedliche Einflussgrößen herangezogen, etwa die Entwicklung der Lebenserwartung und Versorgung mit Bildung. Im optimistischsten Szenario wird die Weltbevölkerung bis 2050 auf neun Milliarden ansteigen aber bis Ende des Jahrhunderts auf ein Niveau unter dem heutigen sinken – Voraussetzung dafür sind unter anderem massive Investitionen in Bildung.

Die Bildung von Frauen spiele für das Bevölkerungswachstum eine besonders tragende Rolle. In Untersuchungen von verschiedenen Ländern habe sich immer wieder gezeigt, dass die Geburtenrate zurückgehe, wenn der Bildungsgrad der Frauen steige, berichtete Lutz. Als Beispiel nannte er den Iran, wo die Anzahl der Geburten pro Frau drastisch zurückgegangen sei, seit Mädchen der Zugang zu Bildung erleichtert wurde.

Mehrere Studien würden außerdem den Zusammenhang von Bildung und Gesundheit belegen, darunter eine österreichische: Hierzulande hätten Akademiker eine um fünf Jahre höhere Lebenserwartung als Pflichtschulabsolventen.

Lutz hat Statistik in Wien und Pennsylvania studiert und ist Gründungsdirektor des Wittgenstein Zentrums für Demografie und Globales Human Kapital. Der Gewinner des Wittgenstein-Preises 2010 unterrichtet auch an der Wirtschaftsuniversität Wien.

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23 Kommentare

Geld für Frauen:

in armen und überbevölkerten Ländern.

100 $ pro Monat für kein Kind.

50$ pro Monat für 1 Kind.

20 $ pro Monat für 2 Kinder.

Bei 3 oder mehr Kindern keine Unterstützung mehr.

all diese prognosen

in der vergangenheit, die die zukunft betrafen,
waren schon vor dem zeitpunkt ihrer p.t. Erfüllung überholt.

auch das erdöl ist schon zu ende, vergessen?
baumsterben,
ernaehrungskatastrophe laut club of romebericht...

(bei thor, es kommt dicke, aber anders...)

5 1

Heuschreckenalarm

Wo findet diese Vermehrung statt, dort wo die Lebensumstände schwierig sind, d.h. kaum Bildung, mangelnde Nahrungsversorgung, instabile politische Verhältnisse oder Diktaturen.
Entweder wir starten eine Bildungsoffensive oder igeln uns ein, den der sogenannte wohlhabende Westen wird sonst heimgesucht und aufgefressen, inkl. seiner Bevölkerung.

Antworten Gast: muss auch mal gesagt werden
25.10.2012 11:32
3 1

Re: Heuschreckenalarm

und weitere Ursache: die Bevölkerung wächst v.a. in jenen Regionen, wo Frauen nicht dieselben Rechte und Freiheiten haben, also sozial, politisch und rechtlich schlechter gestellt sind.
Frauenunterdrückung und hohe Geburtenraten stehen imho in Zusammenhang. Ein wichtiger Teilaspekt, der gerne politisch korrekt übersehen wird..

Gast: ösi
25.10.2012 06:07
3 0

das paradies der nahrungsmittelindustrie


Gast: Feinkorn G
25.10.2012 01:15
4 0

Als Beispiel nannte er den Iran, wo die Anzahl der Geburten pro Frau drastisch zurückgegangen sei, seit Mädchen der Zugang zu Bildung erleichtert wurde.

Das heisst, dass die Frauen im Iran, deutlich gscheiter sind, als die Frauen in Ottakring, Favüriten, Simmering, ....

Antworten Gast: @Feinkorn G
25.10.2012 09:37
2 2

Re: Als Beispiel nannte er den Iran, wo die Anzahl der Geburten pro Frau drastisch zurückgegangen sei, seit Mädchen der Zugang zu Bildung erleichtert wurde.

naja, sagen wir, die Iraner sind Shiiten, die zu uns gekommenen Zuwanderer sind grossteils Sunniten.

Das ist schon mal ein grosses teil des Problems, weil Sunniten viel orthodoxer und härter ihren Glauben ausleben als Shiiten.

DIe Perser sind ein altes Kulturvolk, die Zugewanderten entstammen aber mehrteils dem Hirten-stande aus Kurdistan oder Anatolien, ohne hohe Kultur und dem niederen Landleben verwandt...

Man kann eben die Türken und Kurden nicht mit den Persern vergleichen und die intelligenteren Türken vermehren sich auch nicht mehr so rasch, weil Frauen auch in dieser Ethnie gew. Fortschritte in der Bildung zu verzeichen haben, trotz heftiger Gegenwehr der Religiösen.

Schon möglich,

dass die Menschheit es noch bis 2100 schafft. Aber so wie bei Ratten im Labor, wenn es zu viele werden beginnen sie sich gegenseitig zu töten. Noch nie gab es so viele Krisenherde gleichzeitig auf der Welt, wie heute und noch nie waren die Möglichkeiten der Zerstörung so mannigfaltig und effizient, wie heute. Irgendein Verrückter wird den roten Knopf als erster drücken und die daraus resultierende Kettenreaktion wird apokalyptisch sein. Man muss nicht wirklich pessimistisch sein um zu sehen, dass sich nichts daran ändern wird, dass sich der ungebildete Teil der Menschheit weiter vermehren und dem anderen Teil, ob der sich steigernden Aggression des sich ausbreitenden Mobs, die Bildung nicht helfen wird. Wir werden untergehen, weil der gebildete, aufgeklärte, humanistische Teil der Menschheit träge und feige geworden ist. Wir steuern unaufhaltsam dem Abgrund zu, sehenden Auges und noch wichtiger: politisch korrekt.

Antworten Gast: Bärenfalle...
25.10.2012 09:37
3 0

Re: Schon möglich,

Verbleibt die Frage welches Szenario uns zuerst erwischt:

a) Wachstum ohne Ressourcenmangel:

Experiment "Utopia", Mäuse auf begrenztem Raum aber mit nicht begrenzten Ressourcen, endet trotzdem im Desaster:

http://www.cabinetmagazine.org/issues/42/wiles.php

Wichtigster Satz daraus:

b) Wachstum mit endlichen Ressourcen:

St. Mathews Island, Renntierpopulation

http://jayhanson.us/page80.htm

c) Die schlimmste Variante:

Zuerst a) Wachstum ohne Ressourcenbegrenzung welches dann dummerweise auch noch am peak in b) begrenzte Ressourcen abgleitet.

Dazu findet sich leider afaik kein Experiment oder Beobachtung in der Natur.
Diverse Theorien zum Aussterben der Saurier mal ausgenommen, aber da war eben keiner als Beobachter dabei.

Diskussion in einem anderem Forum dazu:
http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=267588&page=0&order=time&descasc=DESC&category=all

Gast: Noch nie waren so viele so sehr wenigen ausgeliefert!
24.10.2012 23:49
2 1

Schätzung: Weltbevölkerung wächst bis 2100 auf zwölf Milliarden???.....

...ui, da werden wir dann Augen machen.....aber lustig ist es auch wieder, wenn man ein bisschen zusammenrücken muss....bin schon gespannt wer 2100 Kanzler in Österreich ist!

Gast: noch einer
24.10.2012 22:48
3 4

Glaskugellesen

Mit dem heutigen peak oil
und dem Rückgang der Erdölförderung auf die Hälfte
in den kommenden 15 -20 Jahren wirde die Nahrungsmittelversorgung zu einem dramatischen Problem .
In den kommenden 100 Jahren wird die Weltbevölkerung sehr wahrscheinlich schrumpfen .

Antworten Gast: ZARA
25.10.2012 14:03
0 3

Re: Glaskugellesen

Wohl noch nicht mitbekommen, dass "Peak oil" ein Schmäh ist, hmmm?

der Mensch ist erfolgreich

das ist unbestritten, keine anderes Lebewesen kommt an diese Leistung heran

4 3

Re: der Mensch ist erfolgreich

der mensch ist das schlimmste was dem planeten erde passieren konnte!!

Antworten Gast: ido
25.10.2012 00:55
2 1

Re: der Mensch ist erfolgreich

12 Milliarden Individuen? Ich wette an die "Leistung" kommen viele viele Lebewesen ran...

7 3

Warum nicht einen anderen Weg beschreiten?

Verteilung von Nahrungsmittel, in die ueberbevoelkerten Laender, nur wenn Geburtenkontrolle durchgefuehrt wird.Einfuehrung eines Gesundheitspasses und vor der Ausgabe der Lebensmittel, eine medizinische Antibabypille.
Ich wohne, in der naehe eines Armenviertels in RSA,mir bricht das Herz, wenn ich taeglich diese armen Kleinkinder sehe. Leider sind schon Maedchen zwischen vierzeh und sechzehn Jahren schwanger.Was wird aus den Kindern???

Re: Warum nicht einen anderen Weg beschreiten?

verteilung von lebensmitteln ist das falscheste, was man machen kann. die betroffenen regionen haben zu lernen, sich selbst zu ernaehren, die strukturen dafuer zu schaffen. oder eben die geburtenrate zu reduzieren. dann ist keine verteilung von lebensmitteln erforderlich. dies hoechstens nur kurzfristig im katastrophenfall.

12 Milliarden sind höchst unwahrscheinlich !

Dazu müßte der fundamentalistische Islam sehr bald die Weltherrschaft antreten und noch dazu ein optimales Gesundheitssystem errichten. Die verbleibende wirtschaftliche Kapazität würde vollauf für die Nahrungsmittelproduktion aufgehen, für wissenschaftliche Entwicklungen wären keine Resourcen mehr übrig.

Das alles wäre wohl auch ohne gewaltige militärische Auseinandersetzungen mit riesigen Opfern an Menschen und Infrastruktur kaum möglich.

Eine friedliche Entwicklung mit Vermehrung von Bildung und Wohlstand für den Großteil der Menschheit würde deren Zunahme sehr rasch ins Gegenteil umkehren!

Das ist wieder so ein Katastrophenszenario wie die Klimastory!

Antworten Gast: Ggrufti
25.10.2012 06:29
2 2

Re: 12 Milliarden sind höchst unwahrscheinlich !

Leider ist es nicht so wie beim Katastrophenszenario. Vor 70 Jahren, als ich geboren wurde, war die Erdbevoelkerung etwa 2 Milliarden. Schon damals konnte die Menschheit nicht in Frieden leben. 2 Weltkriege mit all ihren Folgen haben nicht zur Besserung der Verhaeltnisse gefuehrt. Meiner Ansicht nach, muss die gesamte Weltbevoelkerung durch strikte Geburtenkontrolle reduziert werden. Dies scheint mir absolut notwendig zu sein, will die Menschheit einigermassen vernuenftig ueberleben. Das groesste Hindernis dazu sind diverse Religionen mit ihrem Prinzip des "Wachset und vermehret euch".

5 2

Re: 12 Milliarden sind höchst unwahrscheinlich !

Sie sehen aber eh, dass jene mit Bildung und Wohlstand sich ungleich geringer vermehren als eher schlichtere Menschen. Es wird daran also kein großes Interesse geben und dieser Menschentypus ist vielleicht auch pflegeleichter. Die Überwachung wird dann absolut sein und die werden wie in einem Zoo leben und arbeiten. Über Beimengungen zu den Lebensmitteln werden sie ruhig und glücklich gehalten.

So in der Art. An sich verdoppelt sich die Weltbevölkerung alle etwa 50 Jahre. Das Wachstum muss sich also drastisch reduzieren - oder es muss massive Kriege geben - wenn es bis 2100 nur 12 Milliarden sein sollen. Wenn die Entwicklung so weitergeht wie jetzt, dann werden es 20 Mia. sein.

Es ist aber noch genug Platz. Wenn man bedenkt, dass in Indien mehr als eine Milliarde Menschen leben, dann dauert es noch eine Zeit bis die Bevölkerungsdichte überall so hoch ist. :-)

Antworten Antworten Gast: nun ja..
25.10.2012 11:36
2 0

Re: Re: 12 Milliarden sind höchst unwahrscheinlich !

Nicht vergessen:
durch die durch das enorme Bevölkerungswachstum verursachten sozialen Probleme (Hunger, Armut, Arbeitslosigkeit, Konflikte etc) wächst auch der Migrationsdruck.

Antworten Antworten Antworten Gast: Kein Genosse
25.10.2012 13:36
2 1

Re: Re: Re: 12 Milliarden sind höchst unwahrscheinlich !

Österreich hat dann wahrscheinlich 100 Mio. Einwohner - von wegen Migrationsdruck.
Da werden sich die GrünInnen und die Caritas aber freuen......

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: nun ja...
29.10.2012 14:34
1 0

Re: Re: Re: Re: 12 Milliarden sind höchst unwahrscheinlich !

Warum eigentlich nicht die Entwicklungshilfe an gewisse Bedingungen knüpfen? Wie zB Familienplanung, Bildung, Frauenempowerment? Das Bevölkerungswachstum ist v.a. dort hoch, wo Frauen gleiche Rechte, Chancen und Freiheiten verwehrt werden und "Kindersegen" ein männliches Statussymbol zu sein scheint. Ich erinnere mich diesbezüglich an eine Sendung im Schweizer Fernsehen vor ein paar Jahren, wo Entwicklungshelfer etwas resigniert über ihre Erfahrungen berichteten.

Schon Henning Mankell zog den Schluss: die Hälfte der Macht in Afrika an die Afrikanerinnen!

In vielen armen Regionen hat sich die Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten verdoppelt, wenn nicht verdreifacht. Die sozialen Probleme und Konflikte (zB zwischen Sesshaften und Nomaden) zugenommen. Dazu kommt noch die fragwürdige EU-Subventionspolitik, die Ausbeutung durch internationale Konzerne und die "hausgemachten" Probleme wie korrupte Eliten, religiöser Konservativismus und Frauenbenachteiligung.