Nach dem Erdstoß der Stärke 5,3 in Süditalien sind in der Nacht auf Freitag weitere 100 Nachbeben registriert worden. Das stärkste Nachbeben hatte eine Stärke von 3,3 auf der Richterskala und hatte sein Epizentrum in einer Gebirgsregion in der Provinz Cosenza in Kalabrien, meldete das nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV).
Mehrere Gebäude wurden beschädigt. Viele verängstigte Menschen rannten auf die Straße. In Caserta in Kampanien starb ein 84-Jähriger an einem Herzinfarkt. Das Zentrum des Bebens lag an der Grenze zwischen den Regionen Kalabrien und Basilikata rund sechs Kilometer südöstlich von Mormanno in einer Tiefe von rund 3,8 Kilometern. Die Erdstöße ereigneten sich gegen 01.05 Uhr und wurden laut den Behörden im ganzen süditalienischen Raum registriert. Die Erschütterungen waren im ganzen Nationalpark Pollino - dem größten italienischen Nationalpark - zu spüren. Laut Experten ist ein von Erdbeben stark gefährdetes Gebiet betroffen worden.
Region seit Monaten betroffen
Schon seit Monaten wurden in der Gegend leichtere Erdstöße registriert. Aus Angst hatten mehrere Familien die vergangenen Wochen in ihren Autos genächtigt. "Schon seit zwei Jahren spüren wir regelmäßig Erdstöße", erklärte der Polizeichef der Stadt Cosenza, Raffaele Cannizzaro. Die Stärke der meisten Beben lag dabei allerdings deutlich unter der jüngsten Erschütterungen. "Wir kehren nicht nach Hause zurück. Es war schrecklich", sagte der Pensionist Carmelo Parlato, der sich mit seiner Familie in einem vom Zivilschutz aufgebautem Zeltlager versammelte.
In der 3500 Einwohner zählenden Gemeinde Mormanno wurde das Krankenhaus evakuiert. Die 36 Patienten wurden sicherheitshalber in Zelten untergebracht, 14 von ihnen sollten später in andere Einrichtungen verlegt werden. Der Bürgermeister des Ortes, Guglielmo Armentano, sagte, es habe "große Panik" gegeben, aber keine Verletzten. In der Altstadt wurden demnach mehrere Häuser beschädigt, darunter die Kathedrale. Die Polizei bestätigte die Schäden.
Ein 84-jähriger Mann erlitt vor Schreck einen Herzinfarkt. Er sei kurz nach dem Eintreffen der Rettungskräfte an den Folgen gestorben.
Erst im Mai waren in Italien bei einer Serie von Beben in der Region Emilia Romagna insgesamt 23 Menschen gestorben. Bei einem schweren Erdbeben Anfang April 2009 wurden in L'Aquila in den Abruzzen 309 Menschen getötet.
(APA)
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