18.05.2013 23:48 Merkliste 0

USA nach "Sandy": Gemeinsame Sache in der Not

02.11.2012 | 05:48 |  Von unserem Korrespondenten THOMAS VIEREGGE (Die Presse)

Präsident Obama und der republikanischer Gouverneur Christie demonstrieren im verwüsteten New Jersey überparteiliche Einheit.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Washington. Der beleibte Gouverneur und der dürre Präsident: Chris Christie und Barack Obama gaben ein komisches Duo ab, als sie auf Inspektionstour auf den „Jersey Shore“ gingen, der vom Wirbelsturm Sandy verwüsteten Küste von New Jersey. Da ragte in Seaside Heights das verbogene Wrack einer Achterbahn aus dem Atlantik, dort waren in Atlantic City die Holzplanken des „Boardwalk“, der Strandpromenade, weggebrochen.

Überall offenbaren sich die Verheerungen in den Küstenorten, in denen sich Sanddünen zwischen den Häusern auftürmen, als hätte sich über Nacht wie von Magie eine Wüste ausgebreitet. Sandy bekam solcherart eine neue Bedeutung. Der Tropensturm hat Unrat und Kleinholz angeschwemmt, er hat Autos versetzt und Löcher in Hauswände gerissen, er hat Bäume entwurzelt und alles neu zusammengewürfelt.

Börsenauftritt Bloombergs

Weggefegt waren die politischen Animositäten zwischen dem republikanischen Gouverneur und dem demokratischen Präsidenten. „Ich schere mich keinen Deut um die Wahl“, gab der bullige Republikaner in gewohnt drastischer Wortwahl zu verstehen. Vor wenigen Wochen ist Christie Schulter an Schulter mit Mitt Romney in Ohio im Wahlkampfeinsatz gestanden. Vor zwei Monaten hat er bei der Grundsatzrede am Parteitag in Tampa Obama noch harsch kritisiert. Lief sich da ein Kandidat für den Wahlkampf 2016 warm?, fragten sich die Auguren. Im Vorjahr war er selbst bekniet worden, ehe er sich als einer der ersten für Mitt Romney aussprach.

Jetzt pries der fanatische Anhänger des Obama-Fans Bruce Springsteen, dessen Karriere im „Stone Pony“ in Asbury Park auf dem „Jersey Shore“ vor mehr als 40 Jahren begann, den Präsidenten in höchsten Tönen. Und der retournierte das Kompliment. Während da zwei Politiker jovial die Einheit der Nation in Krisenzeiten demonstrierten, führte Romney seine Kampagne in Florida fort. Auch Obama nahm nach drei Tagen als oberster Krisenmanager am Donnerstag den Wahlkampf in drei Bundesstaaten, unter anderem in Nevada und Colorado, wieder auf. Zuvor sagte er aber den Opfern unbürokratische Hilfe zu.

In New York ließ Bürgermeister Michael Bloomberg dem Präsidenten indessen ausrichten, er sollte auf eine Stippvisite in die Metropole verzichten. Stattdessen agierte der Bürgermeister selbst als Zeremonienmeister: Mit traditionellem Glockengebimmel eröffnete der Milliardär, der Gründer der Finanzagentur Bloomberg News, am Mittwoch wieder die Börse an der Wall Street. Die Halloween-Parade fiel aus, der Marathon am Sonntag soll aber planmäßig, freilich mit erheblichen Erschwernissen, stattfinden.

Erst allmählich kehrt New York zur Normalität zurück. Die Flughäfen sind geöffnet, Busse verkehren teils mit Verspätung, die U-Bahn fährt nur zum Teil – einige Tunnel stehen noch unter Wasser. In New Jersey formieren sich lange Schlangen vor den Tankstellen. In Hoboken, vis-à-vis von Manhattan am Hudson gelegen, sind die Straßen noch überflutet. Immer noch sind rund sechs Millionen von der Ostküste bis zum Mittleren Westen ohne Strom. Der Sturm hat bisher mehr als 80 Menschenleben gefordert, Experten schätzen die Schäden auf 20 Milliarden Dollar. New Yorks Polizeichef Ray Kelly sprach von den schwersten Schäden seit dem 9/11-Terror.

Manhattans zwei Seiten

In Manhattan zeigt sich das Bild einer Stadt mit zwei Gesichtern – einem hellen und glitzernden und einem, das dunkel bleibt. Die Trennlinie zieht sich entlang der 39th Street, südlich davon hat die Wucht des Sturms die Elektrizität ausgeschaltet. Zum Aufladen ihrer Handys und technischer Geräte pilgern die New Yorker in öffentliche Einrichtungen.

Heldensagen machen die Runde, wie die von den Krankenschwestern des NYU Medical Center, die 20 Frühgeborene bei der Evakuierung des Spitals wegen Überflutung in Sicherheit gebracht haben. Und die Tragödie von Breezy Point, wo eine Feuersbrunst 100 Häuser, zumeist von Feuerwehrleuten und Polizisten, verschlang, erschütterte eine eng verbundene Nachbarschaft. Aus den verkohlten Trümmern blieben die Bronzestatue eines Feuerwehrmanns und eine Madonna stehen.

In einer bitteren Pointe bot der Iran, gezeichnet von harten Sanktionen des Westens, den USA seine Hilfe an. Zwei der prominentesten Musiker New Jerseys kündigten derweil ein Benefizkonzert an: Bon Jovi und Bruce Springsteen. Da wird vermutlich auch Chris Christie nicht fehlen. Immerhin hat er in seiner Bilanz mehr als 130 Springsteen-Konzerte zu Buche stehen.

Auf einen Blick
New Jersey. Der „Garden State“ ist am schwersten vom Hurrikan Sandy betroffen. Der „Jersey Shore“, die Küste von Sandy Hook im Norden bis zu Cape May im Süden, ist weitgehend verwüstet. Gouverneur Chris Christie sicherte den völligen Wiederaufbau zu. Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle im Sommer.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

19 Kommentare
Gast: Novaris
02.11.2012 12:19
1 1

Unzulässiger Vergleich

Presse:"Manche Gegenden in New York sähen aus "wie London oder Dresden nach den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg", beschrieb Bürgermeister Michael Bloomberg"

Der Vergleich ist unzulässig. Die zehntausende Toten in Dresden gestatten diesen Vergleich einfach nicht !!!!!!!!

Gast: noch einer
02.11.2012 10:39
1 1

"Wie nach Bombenangriffen"

Wenn die US Amerikaner
die durch den Sturm verursachten Schäden und Toten verhundertfachen ,
wissen sie ,was ihre "Flugverbotszone" gegen Libyen angerichtet hat .
Noch furchtbarer sind die Verwüstungen der USA im Irak

Gast: Hans im Glück
02.11.2012 08:34
2 3

Bei dem Baumaterial sind die Schäden kein Wunder.


Gast: gregor127
02.11.2012 08:10
2 2

Holzhäuser

Traurig für die Betroffenen, aber was kann man daraus lernen: Holzhäuser fallen leicht um bei starkem Wind, insbesondere bei der Bauweise der Amis. Häuser aus Stein dagegen bleiben länger stehen.

Antworten Gast: Hans im Glück
02.11.2012 09:52
1 0

Die kennen das Märchen von den drei kleinen Schweinchen nicht... :-)


Gast: schonwiedereingast (dauerzensuriert)
02.11.2012 06:36
1 3

Medienmogul Rupert Murdoch spendete

wenn man so viele Leichen im Keller hat, nutzt das auch nix mehr um sich reinzuwaschen


Gast: Was bringt das?
02.11.2012 06:10
4 2

HAARP erfolgreich eingesetzt !

Opfer der eigenen Zivilbevölkerung zählen nichts wie bei 9/11.
...New Yorks Bürgermeister Bloomberg spricht sich überraschend für Obama aus...

Antworten Gast: toro
02.11.2012 10:43
1 1

Re: HAARP erfolgreich eingesetzt !

Herrlich - die HAARP-Legende!
Immer wieder zum schmunzeln.

Ich verrate Ihnen etwas: es sind Drogen in Ihrem Trinkwasser! Und Elvis lebt!

1 1

Re: HAARP erfolgreich eingesetzt !

einige medien sprechen auch von, frankenstorm, haarp in verbindung mit chemtrails ! jetzt hat auch obama sein 9/11.
ein wahnsinn zu was die alles faehig sind damit sie ihr ziel erreichen!

... und wieder wird nur die Hälfte berichtet!

Der Grund für Christie's "Versöhnung" mit Obama liegt klar auf der Hand:
In 2013 gibt es in New Jersey Gouverneurswahlen. Der Opponent ist Corey Booker, der Ultra-Linke demokratische Bürgermeister von Newark. so muss nun Christie alles versuchen, auch die linke Seite für sich zu begeistern, um wiedergewählt zu werden.

Gast: wavevolution
02.11.2012 01:20
1 0

Fixed US Elections

Once again, the next US presidential election will be fixed. Mitt Romney will be elected even though Barack Obama would have received more votes in the 2012 election. The political assassination will be perpetrated by Bush hiding behind Crossroads GPS, the most influential group of Neocons.

The Neocons will have Mitt Romney elected to first use him and then let him fall easy prey. All blames and responsibilities will fall on the new Mormon president for the events already planned.

Mitt Romney will be the spokesman for George Bush and his job inauguration is on January 21 2013. The next Israeli election instead will be on January 22 2013. These two dates are overlapped in preparation for War.

The new World War of Religion is already a done deal behind the backs of all people to bring chaos and poverty and to favor in the end one New World Order.

It will be just from chaos that one voice will rise with the promise to fix all and everyone.
That will be the forked tongue of the New World Order.

Only one Solution can prepare for this future scenario.

www.wavevolution.org

Gast: Kassandra2012
01.11.2012 17:59
3 20

Klimakollaps

Ja, so ist das nunmal - bei allem Mitleid für die Opfer - wenn man seit Jahrzehnten - trotz eindeutiger und klarer Warnungen der Klimaforscher gar nichts macht / machen will. Es braucht ja jeder ein Auto, nein jede Familie mindestens vier, ja nicht die Bequemlichkeit einschränken. Die Natur wird uns schön die Unbequemlichkeit noch schmackhaft machen. Die Stürme - von denen es heuer auch einige bei uns gab - werden stärker werden, so stark, dass sie am Ende auch die New Yorker Wolkenkratzer umblasen werden. Es wird noch richtig lustig werden :-). Wir stehen vor eine Klimakatastrophe gewaltigen Ausmaßes, wichtiger ist natürlich die Wirtschaft, weil davon leben wir heute, wovon wir morgen leben - wurscht. Aber Hauptsache, es ist so schlimm, wenn die Grünen in Wien das Parkpickerl....wie können sie nur...uns aufs Radl zwingen...

Re: Klimakollaps

Solltest mal nachschauen wie deine Amis mit der Umwelt umgehen!!

Sie alleine brauchen über 25% der gesamten Weltenergie............die 300 Millionen Gangster!

Re: Klimakollaps

für mich hast da absolut die nähe zur realität verloren.....

Re: Klimakollaps

selbst wenn es sich verschlimmert-irgendwann gehen uns die fossilen eh aus und dann normalisiert sich alles wieder schön langsam oder eigentlich sogar sehr schnell-innerhalb ein paar Generationen..
außerdem dieser Sturm hat sicher nichts oder wenig mit den Taten der Menschheit zu tun..
und noch was - selbst wenn wir uns selbst zerstören sollten-die Welt wird sich dann in sehr kurzer zeit wieder von uns erholt haben!

Antworten Gast: Hans im Glück
02.11.2012 08:35
1 1

Re: Klimakollaps, so ein Unsinn

Noch nie was von HAARP gehört?

Re: Klimakollaps

Paranoia?

0 0

Re: Re: Klimakollaps

wenn du dich richtig informieren wuerdest,dann wuerdest du deine meinung sofort aendern!!

Re: Re: Re: Klimakollaps

ach du meine Güte, ein Verschwörungsheini.