Linienrichter getötet: Offenbar fünf jugendliche Täter

05.12.2012 | 15:56 |   (DiePresse.com)

Mehr Fußballer als zunächst angenommen verprügelten einen Linienrichter, der letztendlich starb. Gewalt ist im niederländischen Amateurfußball an der Tagesordnung, allein im Vorjahr gab es 280 Sperren.

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Am Totschlag eines niederländischen Linienrichters waren mehr Täter beteiligt als bisher bekannt. Fünf Junioren des Clubs Nieuw-Sloten sollen den 41-Jährigen nach einem Spiel in Almere am Sonntag angegriffen und lebensgefährlich verletzt haben. Bisher war von drei Tätern im Alter von 15 und 16 Jahren ausgegangen worden. Das Opfer starb am Montag im Krankenhaus (DiePresse.com berichtete).

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Drei Jugendliche werden von der Staatsanwaltschaft Amsterdam wegen Totschlags angeklagt. Sie sollen am Donnerstag dem Richter vorgeführt werden.

Gewalt an der Tagesordnung

Die Attacke vom Sonntag ist bei weitem kein Einzelfall: Auf niederländischen Fußballplätzen kommt es an jedem Wochenende zu gewalttätigen Zwischenfällen. In der vergangenen Saison registrierte der niederländische Fußballverband (KNVB) insgesamt 873 Vorfälle. Doch die Vereine geben an, dass nur die schlimmsten Attacken gemeldet werden. Anfang des Jahres hatte ein Spieler eines inzwischen aufgelösten Amsterdamer Vereins einen 77 Jahre alten Zuschauer mit einem Karatetritt tödlich verletzt. 

Vor allem Schieds- und Linienrichter sind zunehmend Opfer von Gewalt und Aggressionen, ergab eine Studie des KNVB von diesem Frühjahr. Zwölf ehrenamtliche Schiedsrichter hatten daher beschlossen, kein Spiel mehr zu leiten. Dennoch erklärte der KNVB am Dienstag nach dem Tod des Linienrichters: "Die Gewalt im Amateurfußball hat abgenommen." Allerdings kann der Verband dafür keine Zahlen vorlegen.

74 lebenslange Sperren im Vorjahr

Alleine in der vergangen Saison wurden 105 Amateurmannschaften aus den Ligen genommen, 74 Spieler lebenslang gesperrt und 200 immerhin noch für zwei Jahre. Vor allem viele 15- und 16-Jährige im Westen des Landes um die großen Städte Rotterdam, Amsterdam und Utrecht sind aggressiv, stellte der KNVB fest. Dieses Profil passt genau auf die mutmaßlichen Täter der tödlichen Prügelattacke vom Sonntag in Almere bei Amsterdam.

Erst in diesem Sommer hatte der KNVB die Sanktionen gerade für Jugendliche gelockert. "Nach vielen Reaktionen der Vereine haben wir beschlossen, den Jugendlichen noch eine zweite Chance zu geben", begründete der KNVB diese Entscheidung. Jugendliche können nicht mehr lebenslang, sondern höchstens drei Jahre gesperrt werden.

(APA/dpa/Red.)

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17 Kommentare

Das istdas Ergebnis von Geert Wilders Wahnsinnshetzkampagne! Es ist so als wenn der rechte Gewalt- und Hassprediger selbst zugetreten hätte!

Und da sieht man, wie sich die gefährliche Hetzpolitik wie die der FPÖ in der Gesellschaft auswirkt.

Der liberale Staat NL ist gescheitert!

Wir nehmen uns ein Beispiel daran!!

Fussball

Gewalt ist da immer dabei: diese Sache jetzt wieder mal, Hooligans, Feuerwerkskörper, Schlägereien und Anpöbelungen. Das ist tiefstes Entertainment für die Dummen, und auch sehe ich nicht ein, weshalb die Allgemeinheit immer die Polizeiaufgebote zahlen soll, das sollten die Vereine machen. Welch ruhiger Sport ist da zum Beispiel Golf.

die meisten Gewaltdelikte

werden in Österreich von 40-jährigen Oberösterreichern im Suff begangen. Was machen wir da, nach Bayern abschieben ?

Re: die meisten Gewaltdelikte

Nein, wieso abschieben? Ich finde, jedes Land sollte sich um seine Kriminellen kümmern und nicht anderen Ländern aufhalsen.

0 0

Re: Re: die meisten Gewaltdelikte

seine kriminellen!!!!!!!!!!!!!!!!!!

genau DAS

habe ich ja gemeint. Um seine eigenen Staatsbürger, die kriminell werden.

8 0

Re: die meisten Gewaltdelikte

Die Niederlande war mal das liberalste Land in Europa, aber scheinbar haben die Niederländer jetzt die Toleranzgrenze erreicht

3 0

10 Jahre Bootcamp ohne Chance auf Bewährung!


So schreckliche Vorfälle

gibt es leider nicht nur in den Niederlanden. http://www.rhein-zeitung.de/region/nahe_artikel,-Schlaegerei-Angst-um-Leib-und-Leben-gehabt-_arid,518825.html

jugendliche...

immigranten mit dunkler hautfarbe , aber das vergessma mal schnell. ist so unschick über nicht europäische straftäter zu berichten....

ist das der einfluss der zeitungs zusammenlegung? dann werdets euch bald auflösen können.

33 1

wie in österreich

Aus einem neuen Bericht des holländischen Innenministeriums geht hervor, dass 40 Prozent aller marokkanischen Einwanderer im Alter zwischen 12 und 24 Jahren innerhalb der letzten 5 Jahre wegen Verbrechen in den Niederlanden verhaftet, verurteilt oder angeklagt wurden. Das bedeutet, dass die Kinder marokkanischer Einwanderer sich nicht in die holländische Gesellschaft integrieren.

Re: wie in österreich

gab's zu dem Thema nicht einen Beitrag der bösen bösen FPÖ der vor Gericht endete ...

0 0

Re: Re: wie in österreich

uns was hat die fpö mit den fall zu tun?

Re: wie in österreich

soetwas auszusprechen ist rassimus, solche daten zu erhebn ist rassismus.

wir warten lieber darauf dass es zu spät ist mit dem kopf im sand.

2 0

Re: Re: wie in österreich

sie sollten der warheit ins auge sehen.

21 1

Die logische Folgerung: Fußball als Sport ist für "normale" Jugendliche in den Niederlanden unmöglich geworden, weil höchst lebensgefährlich.


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