Vierte Festnahme nach Linienrichter-Totschlag

07.12.2012 | 16:27 |   (DiePresse.com)

Ein weiterer 16-Jähriger soll bei der tödlchen Attacke auf den ehrenamtlichen Linienrichter in den Niederlanden dabei gewesen sein. Unterdessen hat eine landesweite Kampagne gegen Gewalt im Fußball begonnen.

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Nach der tödlichen Prügelattacke auf einen Linienrichter in den Niederlanden hat die Polizei einen vierten Tatverdächtigen festgenommen. Ein 16-jähriger Amsterdamer soll an der fatalen Misshandlung des 41-Jährigen beteiligt gewesen sein, teilte die Polizei am Freitag mit.

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Drei Burschen im Alter von 15 und 16 Jahren sind bereits in Haft. "Wir schließen weitere Festnahmen sicherlich nicht aus", betonte Polizeisprecher Thomas Aling. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Cruyff macht Eltern verantwortlich

Unterdessen hat sich auch die niederländische Fußball-Legende Johan Cruyff zu Wort gemeldet. Der ehemalige Oranje-Star machte am Freitag vor allem die Eltern für Aggression und Gewalt im Fußball verantwortlich. "Wenn man sieht, wie Eltern sich bei einem Spiel von Kindern zwischen sechs und elf verhalten, dann ist das skandalös", sagte Cruyff in Amsterdam.

Die Vereine müssten die Eltern viel stärker anpacken. "Es ist Erziehung. Die Kinder kopieren nur, was sie bei ihren Eltern sehen."

Kampagne: "Ohne Respekt kein Fußball"

Alle Tatverdächtigen gehörten zum Amsterdamer Club SV Nieuw Sloten. Sie sollen am Sonntag den ehrenamtlichen Linienrichter des Amateurvereins SC Buitenboys in Almere bei Amsterdam mehrfach gegen den Kopf getreten und geschlagen haben. Der 41-Jährige erlag am Montag seinen schweren Kopfverletzungen (DiePresse.com berichtete). Er wird am Montag beigesetzt.

Als Reaktion auf die tödliche Attacke begann eine landesweite Kampagne gegen Gewalt im Fußball. Alle überregionalen Tageszeitungen veröffentlichten gratis eine ganzseitige Anzeige des Fußballbundes KNVB mit dem Slogan "Ohne Respekt kein Fußball". Alle Bürger wurden aufgerufen, die Anzeige in Fenster und Clubhäuser zu hängen.

Im gesamten Land werden Fußballvereine am Samstag des verstorbenen Linienrichters gedenken. Der KNVB hatte alle rund 33.000 Amateurspiele abgesagt. Vor den Spielen der Profiligen wird eine Schweigeminute abgehalten, Spieler und Schiedsrichter sollen einen Trauerflor tragen. Zahlreiche andere Sportverbände schlossen sich der Kampagne an.

(APA/dpa)

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6 Kommentare

Gewalt im Fußball? Das ist doch gar nicht das Problem hier!

Die Gewalt kommt hier nicht vom Fußball, sondern ganz wo anders her.

6 0

wegen Fußball!

Ich gebe ja zu, daß ich nichts von Fußball verstehe, aber wenn wegen einem Spiel jemand umgebracht wird, dann gehören die Täter ins Irrenhaus. Eine derartige Tat kann man nicht unter Normalität einreihen!

LOL


Liebe Redaktion, fehlen da nicht ein paar Details?

Da gab es eben einen ausführlichen B+ericht

was nicht in China so alles nicht berichtet werden darf und dass der chinesische Literaturpreisträger das sogar noch irgendwie verteidigt hätte. Tenor: Bei uns darf alles berichtet werden, wir haben Presse- und Meinungsfreiheit.
Kicher!

Re: LOL

sie meinen aber nicht das DETAIL , dass der Grossteil der Gewaltverbrechen in Österreich 40-jährige Männer sind die ihre Frauen zu Tode prügeln ?

Re: Re: LOL

wollen sie damit sagen das Opfer war selbst ein mutmaßlicher Mörder?

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