Italien: Schneemobil-Unfall fordert sechs Todesopfer

05.01.2013 | 12:48 |   (DiePresse.com)

Zwei weitere Menschen wurden verletzt. Die Opfer, russische Urlauber, hatten ein Verbot für die schwierige Piste ignoriert.

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Der Unfall mit einem Schneemobil, bei dem am Freitagabend sechs Russen im Cermis-Skigebiet bei Cavalese im Trentino ums Leben gekommen sind, hat sich auf einer unbeleuchteten Piste ereignet, auf der Motorschlitten nicht unterwegs sein dürfen. Den russischen Urlaubern, die den Tag auf dem Berg Cermis verbracht hatten, war von den Betreibern der Piste ausdrücklich verboten worden, den Motorschlitten mit Anhänger für die Abfahrt zu nutzen. Diese ist als besonders schwierige "schwarze Piste" ausgezeichnet, berichteten italienische Medien am Samstag.

"Die Piste ist steil, es war dunkel und die Wetterlage schwierig. Die russische Gruppe hätte keineswegs mit dem Schneemobil hinunterfahren sollen", erklärte der Bürgermeister von Cavalese, Silvano Welponer. Er nannte das Verhalten der Urlauber "verantwortungslos". Die sechsköpfige Gruppe war von zwei weiteren Russen angeführt worden, die das Hotels Sporting Cermis betreiben. Die Touristen hatten darum gebeten, von der Ortschaft Pajon auf ungefähr 2000 Meter Seehöhe neben der Piste "Olimpia II" bis zu einer Berghütte auf 1300 Meter Höhe gebracht zu werden. Noch unklar ist, wie sich die Urlauber den Motorschlitten besorgt hatten.

Das Schneemobil mit Anhänger kam von der Piste ab und stürzte von einem Abhang rund 100 Meter in die Tiefe. Dabei prallte der Schlitten gegen mehrere Bäume. Rettungsmannschaften aus Trentino bargen die sechs Toten. Die beiden Verletzten, die sich am Steuer des Motorschlitten befanden, wurden mit einem Hubschrauber aus Bozen geborgen. Sie befinden sich in kritischem Zustand, berichteten italienische Medien. Einer von ihnen liegt im Krankenhaus von Trento, der andere im Spital von Cavalese. Überprüft werden sollte, ob sie alkoholisiert waren.

Nach Angaben der Rettungsdienste handelte es sich bei den Toten um vier Frauen und zwei Männer. Die Opfer sind die Frau des Betreibers des Hotels Sporting Cermis, eine 48-jährige Urlauberin mit ihren beiden Kindern im Alter von 16 und 25 Jahren sowie zwei weitere Urlauber im Alter von 45 und 52 Jahren. Der Betreiber des Hotels konnte sich retten.

Hohe Geschwindigkeit als Ursache

Die Staatsanwaltschaft von Trient leitete eine Untersuchung wegen fahrlässiger Tötung ein. Die Behörden wollen demnächst die Überlebenden befragen, um mehr Informationen über die Hintergründe des Unglücks zu sammeln. "Die hohe Geschwindigkeit des Motorschlitten hat diese Tragödie verursacht", sagte der russische Konsul in Mailand Aledej Parmonow in einem TV-Interview.

Der Präsident der Provinz Trient, Alberto Pacher, bemängelte, dass "die einfachsten Sicherheitsvorschriften und Regeln der Vernunft" ignoriert worden seien. "Im Trentino sind Fahrzeuge auf den Skipisten lediglich aus Sicherheitsgründen, für Rettungsaktionen, oder aus Gründen, die direkt mit dem Betrieb der Pisten zusammenhängen, unterwegs. Der Motorschlitten der Russen hatte keinerlei Genehmigung, auf der Piste zu fahren", sagte Pacher.

Cavalese war in der Vergangenheit bereits wegen zweier schwerer Seilbahnunglücke in den Schlagzeilen. Im Februar 1998 starben alle 20 Insassen einer Gondel, als ein US-Militärjet im Tiefflug die Tragekabel der Bahn zum Monte Cermis durchtrennte. 22 Jahre zuvor waren in dem Skigebiet bereits durch den Riss eines Seilbahnkabels 42 Menschen ums Leben gekommen.

 

(APA/dpa/AFP)

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