Wohin mit dem Wrack der Costa Concordia?

07.01.2013 | 09:59 |   (DiePresse.com)

Die Bergungsarbeiten verzögern sich. Noch ist nicht klar, wohin das Wrack geschleppt werden soll. Bis September wird es noch vor Giglio liegen.

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Ein Jahr nach dem Unglück am 13. Jänner 2012 liegt die "Costa Concordia" - im Besitz der italienischen Gesellschaft Costa Crociere - wie ein gestrandeter Wal vor der Insel Giglio. Eine riesige Arbeitsplattform wurde aufgefahren, turmhohe Kräne überragen das Wrack. Die Bergungsarbeiten, die im Sommer begonnen haben, kommen aber nur schleppend voran und gestalten sich schwieriger als erwartet. Hatte man vor kurzem noch gehofft, bis zum ersten Jahrestag das Schiff abschleppen zu können, so ist jetzt nicht vor kommendem September damit zu rechnen.

Das italienische Unternehmen Micoperi und die US-Firma Titan Salvage, die mit der Bergung beauftragt wurden, würden über Probleme bei der Verankerung der 30 Meter langen Pfähle im Meeresboden berichten, so der Umweltschutzverband Legambiente. Die Verankerungen werden die große Unterwasser-Plattform tragen, die das Wrack stützen soll, nachdem es wieder in eine senkrechte Position gebracht worden ist. Zuvor muss die Costa Concordia am Meeresgrund gesichert und dann mithilfe von Containern und Kränen aufgerichtet werden.

Die Herausforderung ist gigantisch: Das Schiff wiegt leer so viel wie 100 Maschinen des Typs Boeing 747. 400 Fachleute und 20 Schiffe sind rund um die Uhr im Einsatz. Auch die schwierige Wetterlage in der kalten Jahreszeit würde die Arbeiten verlangsamen, so Legambiente. Außerdem sei noch nicht bestimmt worden, in welchen Hafen das Schiff geschleppt werden soll.

Prozessbeginn

In den nächsten Monaten wird in der toskanischen Stadt Grosseto der Prozess wegen des Unglücks beginnen. Bei Beweissicherungsterminen waren in den vergangenen Monaten vor allem technische Aspekte überprüft worden. Die Ermittlungen wurden bereits abgeschlossen, acht Personen müssen sich vor Gericht verantworten. Hauptangeklagt ist Kapitän Francesco Schettino, dem eine 20-jährige Haftstrafe droht. Schettino, der nach dem Unglück fast sechs Monate lang unter Hausarrest verbracht hatte, wird mehrfache fahrlässige Tötung, das vorzeitige Verlassen des Schiffes während der Evakuierungsaktion sowie Verursachung von Umweltschäden vorgeworfen. Zu den Beschuldigten zählt auch der oberösterreichische Vizepräsident der Costa Crociere, gegen den wegen des Verdachts der Beihilfe zur fahrlässigen Tötung ermittelt wird.

Späte Evakuierung

Die Tragödie beginnt am 13. Jänner 2012 um 21.45 Uhr: Ein lauter Knall erschüttert die Costa Concordia auf der Fahrt vom Hafen Civitavecchia ins ligurische Savona. Der Kreuzfahrtriese mit seinen 290 Metern Länge und 4229 Menschen an Bord rammt einen Felsen vor der Insel Giglio. Der Ruck schüttelt die Passagiere durch, die zum Großteil gerade am Dinner im Speisesaal teilnehmen. Das Licht geht aus, die Costa Concordia neigt sich schnell zur Seite, Teller und Gläser rutschen von den Tischen. Die aufgeschreckten Menschen laufen zu den Rettungsbooten, stolpern und fallen die Stiegen hinunter.

Panik und Chaos bricht aus, als sich der Luxusliner um 80 Grad nach Steuerbord neigt. Doch über die Lautsprecher tönt die Nachricht, es handle sich lediglich um Probleme mit der Stromversorgung. Erst nach einer Stunde heulen die Schiffsirenen zur Evakuierung. Wegen der starken Schieflage können die Rettungsboote nur mühsam ins Meer gelassen werden. In der Dunkelheit herrscht entsetzliches Durcheinander, einige springen ins eiskalte Wasser. Im Teil des Schiffes, der unter Wasser liegt, bleiben mehrere Menschen eingeschlossen. Gegen 1 Uhr sind noch einige Hundert Passagiere an Bord. Fünf Boote der Küstenwache eilen zur Hilfe. Rettungskräfte ziehen zahllose Schiffbrüchige aus dem Meer und bringen sie auf die Insel Giglio. Die Einwohner öffnen Schulen, Kindergärten, Kirchen und Privathäuser und versorgen die Menschen mit Decken, Mänteln und heißen Getränken.

Ein Jahr ist seither vergangen. 30 Menschen kamen ums Leben, zwei gelten immer noch als vermisst. Auch 77 Österreicher befanden sich an Bord, konnten sich aber alle retten. Der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) war unter den letzten Passagieren, die auf der Steuerbordseite das Schiff verlassen konnten. Er würde niemals wieder eine Kreuzfahrt unternehmen, berichtete er danach.

(APA)

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3 Kommentare

ja wohin?

gute frage, hat man sich die jetzt 13 monatelang noch je gestellt?

Italienisches Heldenmuseum?

Fangen wir mit diesem Schiff an!

hat der Herr schettino keinen Garten?


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