Obama stellt Pläne für strengeres Waffenrecht vor

16.01.2013 | 15:11 |   (DiePresse.com)

Laut Medienberichten will der US-Präsident ein Verbot von Sturmgewehren und strengere Kontrollen bei Waffenkäufen durchsetzen.

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Gut einen Monat nach dem Blutbad an der Schule von Newtown stellt US-Präsident Barack Obama am Mittwochabend (MEZ) seine Pläne für ein schärferes Waffenrecht vor. Obama will laut Medienberichten unter anderem ein Verbot von Sturmgewehren und eine stärkere Kontrolle von Waffenkäufern erreichen.

Der Maßnahmenkatalog Obamas beinhaltet obligatorische Prüfungen des persönlichen Hintergrunds von Waffenkäufern und eine Höchstgrenze für die Patronenzahl von Magazinen. Regierungssprecher Jay Carney hatte zuvor gesagt, dass es sich um zahlreiche konkrete Vorschläge handle. Er nannte aber keine Einzelheiten.

Konkress müsste zustimmen

Den Maßnahmen müsste der Kongress zustimmen, wo es anhaltenden Widerstand gegen schärfere Waffengesetze gibt. Eine Zustimmung des Kongresses gilt deshalb als fraglich. Obama sei bewusst, dass es Grenzen dafür gebe, was getan werden könne, sagte Carney.

Berichte, nach denen Obama angesichts des Widerstands dazu tendiere, auch per Dekret zu handeln, wollte Carney nicht bestätigen. Der "New York Times" zufolge hat Obama insgesamt 19 Punkte zur Eindämmung der Waffengewalt im Blick, unter anderem Einfuhrbeschränkungen für Schusswaffen. Es handle sich um die größte Initiative dieser Art seit Jahrzehnten, schreibt die Zeitung.

Beim Massaker von Newtown hatte ein 20-jährige Amokschütze am 14. Dezember in einer Grundschule 20 Kinder sowie sechs Erwachsene und schließlich sich selbst erschossen. Zuvor hatte er zu Hause seine Mutter getötet.

New York hat schärfstes Waffengesetz

Der Staat New York hat bereits reagiert: Hier trat am Dienstag das schärfste Waffengesetz aller 50 Bundesstaaten in Kraft (>>DiePresse.com berichtete). Es sieht vor, dass Sturmgewehre in privater Hand ebenso verboten sein sollen wie Magazine mit mehr als sieben Schuss.

Schon zuvor hatten im "Empire State" deutlich restriktivere Waffengesetze als in fast allen anderen Staaten gegolten. "Ich glaube, das ist ein umfassendes Paket, das einen wirklichen Unterschied ausmachen wird", sagte Gouverneur Andrew Cuomo.

Zwei Schießereien an US-Colleges heizten die Diskussion über schärfere Waffengesetze am Dienstag zusätzlich an. Im Bundesstaat Kentucky wurden bei einem Schusswechsel auf einem Parkplatz vor dem "Hazard Community and Technical College" zwei Menschen getötet und ein weiterer schwer verletzt.

In St. Louis im Bundesstaat Missouri schoss ein 21 Jahre alter Schüler Medienberichten zufolge auf einen Mitarbeiter der Universität und richtete die Waffe dann gegen sich selbst. Der Schütze und der Uni-Mitarbeiter wurden mit schweren Verletzungen ins Spital gebracht.

(APA/sda/dpa/AFP)

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37 Kommentare
 
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gegenbericht

wie wärs mit einem Bericht der aufzeigt wieviel schon durch den Waffenbesitz schlimmeres verhindert werden konnte. solche Fälle gibt es auch.

Re: gegenbericht

Weil es schwer nachzuweisen ist dass sie "schlimmeres verhindert" haben. Sie können ja kein "Was wäre wenn" spielen und haben meist keine Ahnung was der betreffende eigentlich vorhatte.

Du meine Güte!

Höchste Zeit, dass man gegen die Waffennarren vorgeht!
Schon zu viele unschuldige Opfer klagen an.

Zitat

der Freie gibt den Waffen ihren Sinn

Re: Zitat

eine Waffe ist zum Töten gemacht ... das ist ihr Sinn

Re: Re: Zitat

Eine Waffe ist auch zum Selbstschutz!

Re: Re: Re: Zitat

Aber nicht ein Sturmgewehr!

10

bill of rights 1791

ein auszug:
kein freier mann soll verhaftet, seiner güter beraubt, geächtet, verbannt oder sonst angegriffen werden, noch werden wir ihm anders etwas zufügen oder ihn ins gefängnis werfen lassen, als durch das gesetzliche urteil von seinesgleichen. jeder hat das recht auf einen zügigen und öffentlichen prozess, auch das recht auf informierung über art und gründe der klage. es besteht auch das verbot überhöhter kautionen, sowie grausamer und ungewöhnlicher strafen.
bei der wortwörtlichen übernahme dieser verfassungskonformen auflagen nehmen es die amerikaner nicht so genau, aber da steht auch keine waffenlobby dahinter. viele häftlinge in amerikanischen gefängnissen würden sich freuen, könnten sie auf die verfassung aus 1791 zurückgreifen.

Re: bill of rights 1791

Ahem, schau'n sie mal die Waffen von 1791 im Vergleich zu einem vollautomatischen Sturmgewehr an. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied. Damals mag das Gesetz Sinn gemacht haben, heute kaum mehr....

Re: Re: bill of rights 1791

Peanuts.

Wo ist schon der Unterschied zwischen einer einschüssigen Vorderladermuskete und einem vollautomatischen Maschinengewehr Kaliber 7,62 mit Gurtzuführung und Trageriemen.

Obama und Waffenlobby

Tja, der Präsident kann sich ruhig mit der Waffenlobby anlegen, ohne Angst zu haben. Er hat die beste "assassination insurance", seinen Vize (nicht im Bild). Er ist diesbezüglich noch radikaler.

bill of rights im jahr 1791

dort steht man u.a den menschen auch das recht auf einen zügigen und öffentlichen Prozess zu, weiters das recht auf informierung über art und gründe der anklage. das verbot von überhöhten Kautionen sowie grausamer und ungewöhnlicher strafen ist auch festgelegt.
diese auflagen werden bei den heutigen Amerikanern aber nicht so wörtlich genommen, wie das recht auf Waffen. hinter den in amerikanischen Gefängnissen einsitzenden häftlingen steht nämlich keine waffenlobby.

ein zitat von thomas jefferson:

"When governments fear the people, there is liberty. When the people fear the government, there is tyranny."

Tropfen auf dem heißen Stein.

Wer so wie das US-Amerikanische Volk in ständiger Angst lebt, wird sich davon unbeeindruckt weiter bewaffnen. Bleibt die Frage nach dem Feind, vor dem man sich in diesem Land so sehr fürchtet.

Re: Tropfen auf dem heißen Stein.

vielleicht der Staat?

na ja

gehört inzwischen zum Tagesablauf
heute in einer Berliner Bäckerei zwei Frauen abgeknallt,mal sehen was morgen gibt
Waffennarren haben immer Argumente ,Narren halt

Re: na ja

Verbrechen werden fast ausschließlich mit illegalen Waffen durchgeführt. Da helfen keine Gesetze etwas. Warum also gesetzestreuen Bürgern die Möglichkeit auf Selbstverteidigung nehmen?

Re: Re: na ja

Belegen Sie Ihre Behauptung bitte!

Bei organisiertem Verbrechen, Raubmorden, etc. mögen Sie Recht haben, aber bei den meisten Amokläufen und Verzweiflungstaten bin ich mir sicher dass das nicht der Fall ist.

Re: na ja

Sie unterschätzen die Brutalität mit der heute Verbrechen geschehen. Wir sind in unserem Gewerbebetrieb schon einmal Opfer eines brutalen und schweren Raubüberfalls geworden. Als Geschäftsführer und Waffenpass-Besitzer bin ich heute auch bewaffnet und froh darüber, dass ich in einem Fall (der hoffentlich nie wieder eintritt) nicht wehrlos den Tätern gegenüber stehen werde. Da ich mich auch entsprechend mit Selbstverteidigung und dem gebrauch der Schusswaffe auseinander gesetzt habe, ist meine persönliche Sicherheit wesentlich größer. Auch ist die Darstellung unserer Medien falsch, dass die Täter eh nett sind und niemandem was tun. Meine Erfahrung zeigt, Täter sind brutal und haben keine Achtung vor der Schöpfung!
Nur weil man sich der gestiegenen Kriminalität zur Wehr setzt, gleich als Waffennarr bezeichnet zu werden, zeigt, dass Sie die steigende Brutalität und Kriminalität noch nicht gespürt haben und die Realität verleugnen.

Re: HLMF

sehen Sie ,genau das sind die Argumente die nie und nimmer greifen können
wie stellen Sie sich das genau vor,gegenseitiges Hochrüsten,mit der Knarre zum Semmel kaufen in jeder Lebenssituation die Hand am Colt?
wie wäre es mit einer weltweiten Abrüstung,einer Ächtung der Waffenindustrie,ich weiß, dass ist nach heutigen Denken unvorstellbar in den meisten Köpfen
woher kommen all die illegalen Waffen,von Glock,Smith&Wesson und anderen, die man weiterhin gut verdienen lässt drann?
das sind die wahren Verursacher steigender Brutalität
mfG.

Re: Re: HLMF

Traeumen Sie weiter. Kain erschlug Abel mit einem Stein. Wollen Sie den auch abschaffen?
Grossbritannien ist seit vielen Jahren "Waffenfrei" zumindest gesetzestreue Buerger, die wuerden liebendgerne mit einer Waffe Semmeln kaufen gehen weil sie dann sicherer waehren unbeschadet nach hause zu kommen. Pazifisten wie Sie ermoeglichten Massenmoerder wie Stalin, Hitler und Mao, weil Diktoren immer ein wehrloses Volk brauchen. Die Gruendungsvaeter derUSA wussten dass und deshalb sicherten sie die Bill of Rights mit dem 2. Verfassungszusatz ab. Die USA sind das einzige Land mit eienem WIRKLICHEN RECHT AUF FREIE MEINUNGSAEUSSERUNG = 1. Verfassungszusatz weil sie einen 2. Verfassungzusatz haben.

Re: Re: na ja

...sie wollen nur eines ---> Verkaufen <--- danke für ihren wertvollen Artikel, ich lebe lieber nicht mit solchen "Angstzuständen"!!

Obama gegen Waffenlobby

...dabei wurden tatsächlich nur geringe Änderungen am Waffengesetz vorgenommen. Aber was nützt es, wenn die Gesellschaft in Staaten wie Texas, diese Veränderungen nicht mittragen wollen.

Wiedermal zeigt der Journalist Thomas Vieregge das er keine Ahnung von dem Thema hat!

Es mag im kleinen Hirn des Thomas Vieregge zwar gut klingen, wenn der Täter von Newton Salven abgab, es zeigt aber nur wie wenig sich die Journaille mit dem Thema auseinandersetzt. Zur Erklärung Salven kann man nicht mit halbautomatischen Waffen abfeuern, dazu braucht man eine vollautomatische. Aber ich weiß als Journalist hat man denken nicht notwendig.

Re: Wiedermal zeigt der Journalist Thomas Vieregge das er keine Ahnung von dem Thema hat!

Das habe ich mir beim Lesen des Artikels auch gedacht, würde ihn aber nicht so harsch abmahnen. Immerhin kommt er aus einem Land wo man allgemein nicht mit Waffen in Kontakt kommt, vor allem seit der Wehrdienst nicht mehr Pflicht ist.

Re: Wiedermal zeigt der Journalist Thomas Vieregge das er keine Ahnung von dem Thema hat!

Man muss sowieso immer mehr aufpassen was einem aufgetischt wird. Hier wird fahrlässig oder boshaft, wer weiß, Inhalt verändert durch ungenaue Verwendung der deutschen Sprache.

Karl Kraus wusste schon warum er diese Zunft nicht leiden kann.

 
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