Explosion in Mexiko-Stadt: Dutzende Tote

02.02.2013 | 11:26 |   (DiePresse.com)

121 Menschen wurden bei der Explosion im Wolkenkratzer des Ölkonzerns Pemex verletzt. Ursache könnte Gasaustritt in einer elektrischen Anlage sein.

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Bei einer Explosion in der Zentrale des staatlichen mexikanischen Ölkonzerns Pemex sind in Mexiko-Stadt mindestens 33 Menschen ums Leben gekommen. Außerdem wurden bei der Detonation am Donnerstag 121 Menschen verletzt. Es werde weiter nach verschütteten Menschen unter den Trümmern gesucht, sagte der Generaldirektor von Pemex, Emilio Lozoya, am Freitag. 52 der Verletzten sind noch im Krankenhaus. Hunderte Feuerwehrleute, Polizisten und Soldaten hatten zuvor die ganze Nacht hindurch die Trümmer durchkämmt.

Die Explosion könnte nach den Worten von Generaldirektor Lozoya durch einen Unfall verursacht worden sein. "Alle Untersuchungslinien bleiben offen, wir werden keine Möglichkeit ausschließen. Es sieht aber aus, als ob es sich um einen Unfall handelte", erklärte Lozoya am Freitag dem Fernsehsender Televisa. Ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde hatte erklärt, die Explosion sei offenbar durch eine Gasansammlung in einer elektrischen Anlage des Gebäudes ausgelöst worden. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Erdöl-Techniker, Moisés Flores, sprach von einer mangelhaften Wartung der Heiz- und Kühlanlage.

Explosion kurz vor Feierabend

(c) REUTERS/ALEJANDRO DIAS Zerstörte Fenster und Fassadenteile am Pemex-Hauptquartier.

(c) REUTERS/ALEJANDRO DIAS Zerstörte Fenster und Fassadenteile am Pemex-Hauptquartier.

Viele der Angestellten der Pemex-Verwaltung standen zum Zeitpunkt der Explosion um 15.45 Uhr Ortszeit (22.45 Uhr MEZ) kurz vor ihrem Feierabend. "Plötzlich gab es eine große Erschütterung, die erste Etage war voll von Trümmern, das Licht ging aus", sagte der Angestellte Cristian Obele dem Fernsehsender Milenio. Glasscherben seien in alle Richtungen geflogen, erzählte eine Überlebende unter Tränen.

In dem 214 Meter und 54 Etagen hohen Gebäudekomplex arbeiten mehr als 10.000 Pemex-Angestellte. Die Explosion ereignete sich in einem der Nebengebäude, in dem 1700 Menschen arbeiteten, rund 250 davon in den vier am stärksten betroffenen Etagen. Der 1984 eröffnete Pemex-Tower, das zweithöchste Gebäude in Mexiko-Stadt, gilt als besonders erdbebensicher. Es konnte dem Beben der Stärke 8,2 von 1985 ohne Schäden widerstehen.

Viertgrößter Rohölproduzent der Welt

Pemex ist der viertgrößte Rohölproduzent der Welt und fördert pro Tag rund 2,5 Millionen Barrel. In der Vergangenheit gab es an Öl- und Gasanlagen des Unternehmens immer wieder tödliche Unfälle. Im vergangenen Jahr starben bei einer Explosion in einer Gas-Förderanlage von Pemex nahe der Grenze zu den USA 30 Menschen.

Im Dezember 2010 wurden 29 Menschen getötet, als eine Pemex-Pipeline explodierte, nachdem Diebe sie angezapft hatten. Im Oktober 2007 starben 21 Pemex-Arbeiter bei einem Gasleck an einer Ölplattform im Golf von Mexiko. Die meisten ertranken, nachdem sie in Panik ins Meer gesprungen waren.

(APA/dpa)

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3 Kommentare

Walser

Der Vorarlberger Nationalratsabgeordnete Harald Walser (Grüne) sieht auch diesen Anschlag als Tat eines rechtsextremen, überlandesweit aufgebauten Netzwerks.

"Wir haben gesicherte Erkenntnisse, dass die beiden Tatverdächtigen zur selben Zeit in Zwischenwasser und Mexico City von mehreren Zeugen beobachtet wurde", sagte er zur norkoreanischen Volksstimme.

Re: Walser

Leider nur zu wahr

Auf keinen Fall ein Aschlag

Nein, sicher nicht. Das kann gar nicht sein.

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