Blizzard "Nemo" legt US-Ostküste lahm

10.02.2013 | 09:35 |   (DiePresse.com)

In der Sturm-Region waren am Samstag hunderttausende Haushalte ohne Strom, tausende Flüge wurden gestrichen. Es gibt mindestens drei Todesopfer.

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Der Blizzard "Nemo" hat mit heftigen Schneefällen und starken Böen weite Teile der US-Ostküste lahmgelegt. Mehr als 650.000 Haushalte und Betriebe waren nach Medienberichten am Samstag ohne Strom. Rund 5.300 Flüge und alle Zugverbindungen mussten gestrichen werden. Autobahnen und Innenstädte waren in einigen Landstrichen wie verwaist. Der Schnee türmte sich in einigen Gegenden bis zum frühen Samstagmorgen (Ortszeit) auf fast 80 Zentimeter. Teilweise erreichte er Geschwindigkeiten von 120 Kilometer pro Stunde.

Für fünf Nordost-Staaten riefen die Behörden den Ausnahmezustand aus: Massachusetts, New York, Connecticut, Maine und Rhode Island. 5.000 Nationalgardisten wurden alarmiert, einige Küstenstädte sollten evakuiert werden. Für den gesamten Bundesstaat Massachusetts wurde ein Fahrverbot verhängt. Wer trotzdem ins Auto steigt, dem drohten bis zu 500 Dollar (etwa 375 Euro) Strafe - oder sogar ein Jahr Gefängnis. Ausnahmen gab es nur für Rettungspersonal, einige Staatsbedienstete und Mitarbeiter der Versorgungsunternehmen.

Blizzard fordert mindestens drei Todesopfer

Mindestens drei Todesopfer forderte "Nemo" bislang. In Prospect im US-Bundesstaat Connecticut sei eine 81 Jahre alte Frau, die gerade eine Schneefräse benutzte, von einem Auto erfasst und getötet worden, berichtete unter anderem der Fernsehsender NBC. In Danbury ebenfalls in Connecticut sei ein Mann auf seiner Veranda ausgerutscht und am Samstagmorgen tot aufgefunden worden. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass ein 74 Jahre alter Fußgänger in Poughkeepsie im Bundesstaat New York während des Schneesturms von einem Auto erfasst und tödlich verletzt worden war.

Der Blizzard zog auch über Gegenden hinweg, die bereits vor rund drei Monaten stark vom Wirbelsturm "Sandy" getroffen worden waren. Damals hatte es allein in den USA mehr als 100 Tote gegeben, Hunderttausende Menschen waren wochenlang ohne Strom. Der Schneesturm könnte in diesen Regionen auch zu neuen Überflutungen führen - den Vorhersagen zufolge sollten die Schäden aber geringer bleiben als bei "Sandy".

Flugbetrieb gestört

In der Sturm-Region wurden am Freitag rund 5.300 Flüge und alle Zugverbindungen gestrichen. Mehr als 60 Flughäfen seien betroffen, meldete die Webseite "Flight Aware". Der Bostoner Logan Airport bleibe bis Sonntag geschlossen, berichtete CNN. Auch auf den New Yorker Flughäfen Newark und La Guardia wurden alle Abflüge und Landungen abgesagt.

Am Samstag lief der Flugbetrieb langsam wieder an. Am Morgen (Ortszeit) seien die ersten Flieger auf den New Yorker Flughäfen John F. Kennedy und LaGuardia gelandet, teilten die zuständigen Flughafenbehörden der Bundesstaaten New York und New Jersey mit. Für Samstag seien allerdings weitere rund 1.200 Flüge von und nach New York abgesagt worden, berichtete die auf Flugverkehr spezialisierte Website FlightAware.com. In ganz Neuengland gab es insgesamt etwa 2.000 Flugstreichungen.

Atomkraftwerk abgeschaltet

Laut "New York Times" wurde das Atomkraftwerk in Plymouth am Freitagabend abgeschaltet, da die Stromversorgung von außen unterbrochen worden war. Es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung, erklärten die Behörden.

Viele Schulen blieben am Freitag geschlossen, in einigen Städten wurden für Samstag angesetzte College-Eignungstests abgesagt. An Tankstellen und Supermärkten bildeten sich lange Schlangen. Auch in der Millionenmetropole New York schneite es heftig. Räumfahrzeuge waren im Dauereinsatz. Die derzeit laufende Modewoche konnte aber ohne große Änderungen weitergehen.

(APA/dpa/AFP)

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35 Kommentare
 
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...Klimawandel

...nein,Studie gefällig.Chevron hat sicher welche in der Schublade ;-) umdenken
...nein,warum auch,ist eh schon zu spät,wir sind erst am begin ;-)

So eine Lapalie und schon wird in etlichen Staaten der Notstand ausgerufen.

So wird die Bevölkerung an die Wichtigkeit des Staates erinnert, bzw. der Angstlevel auf einem gewissen niveau gehalten.

In Bregenz haben wir auch 70cm Schnee.

1 0

Re: So eine Lapalie und schon wird in etlichen Staaten der Notstand ausgerufen.

Die Reporter sollen nicht blödeln sondern zeigen, was uns auch passieren kann.

Wien hat schon mit 25cm das Chaos.

Mag schon sein, aber wir haben nicht diese Bevormundung der Bürger.

Zumindest nicht bei einem Schneechaos.

http://www.earthcam.com/usa/newyork/timessquare/

wenig schnee in n y?


Jeder Redet

Jeder Redet über die Auswirkung dieser Naturkatastrophe.

Aber fragt sich niemand warum in der ganzen Welt in den letzten Jahren solche katastrophen entstanden sind.

Re: Jeder Redet

Weil wir - dank Medien - rund um die Uhr von jeder einzelnen Katastrophe, die sich irgendwo auf dem Planeten ereignet, informiert werden?

0 2

Re: Jeder Redet

Es gibt keinen Klimawandel, gibts nicht gibts nicht gibts nicht! Wo kämen wir den da hin wenn sich etwas wandeln würde ;)

lt. webcam

spazieren die leute am times square wie eh und je.
ein mann schaufelt von einem lastwagen salz.

Zum Glück ist unsere Infrastruktur noch staatlich geregelt

Aber auch bei uns gibt es langsam Probleme die wir lösen sollten

4 0

Re: Zum Glück ist unsere Infrastruktur noch staatlich geregelt

Die Privatisierung der Infrastruktur hat aber auch pädagogische Effekte in der USA ausgelöst.

Die Menschen bereiten sich in diversen pivaten Gruppen z.B. ARES, RACES, SKYWARN, etc. auf solche Disaster vor und nehmen die Initiative selbst in die Hand!

Sie übernehmen Verantwortung und nehmen die vorbereitenden Übungen sehr ernst und investieren viel Geld in private Ausrüstung.

Da könnten die Österreicher viel dazulernen!

Re: Re: Zum Glück ist unsere Infrastruktur noch staatlich geregelt

...da freue ich mich schon auf eine Privatinitiative zum Bau der maroden Leitungssysteme und den freiwilligen Brücken- und Straßenbau im AMILAND.

Da wird´s dann zugehen wie beim RAD...ggg... lauter "Freiwillige und Häftlinge" - das passt zu Ihrem Staat.


Re: Re: Zum Glück ist unsere Infrastruktur noch staatlich geregelt

..genau, die AMIS nehmen alles selbst in die Hand, lobenswert.

Weil die AMIS zu deppert sind, daß dafür der STATT, dem sie Steuern entrichten, zuständig ist.

Die "Administration" führt lieber weltweit Kriege..........

Ach Gott, was soll´s.

1 0

Re: Re: Re: Zum Glück ist unsere Infrastruktur noch staatlich geregelt

Die "AMIS" zahlen im Verhältnis sehr niedrige Steuern. Ebenso wollen sie vom Staat nicht "belästigt" werden bzw. verabscheuen die Ideologie "Rundumversorgung von der Wiege bis zur Bahre".

In Österreich nähern wir uns sehr stark der anerzogenen Unselbständigkeit an. Jeder schreit nach dem Staat und schränckt damit seine persönliche Freiheit ein!

Freiheit heißt nicht: "Tun zu können was man will, sondern Verantwortung zu übernehmen für sich und sin soziales Umfeld"

Re: Re: Re: Re: Zum Glück ist unsere Infrastruktur noch staatlich geregelt

Tun wir.

Habe heute wieder einmal 1h Schnee geräumt weil der von der Gemeinde bezahlte Räumdienst der für die gemeindeeigenen Strassen zuständig wäre bislang nicht vorstellig wurde.

Auch bei der Einfahrt der alten Nachbarin etc. vorbeigesehen.

Ausnahmsweise, denn eigentlich dürfte ich als Privatmann ja gar nicht .. ebensowenig darf ich die Nachbarn offiziell an den Spritkosten beteiligen .. und wehe ich verbeule irgend etwas.

Werde dem Bürgermeister beim nächsten Aufeinandertreffen vorschlagen er soll im Gegenzug die Steuern senken.

Nächstes Winterauto wird ein Geländewagen mit Spikes, so miserabel wie in den letzten Jahren war die Schneeräumung hier noch nie (auch auf Landesstrassen) und Besserung ist nicht in Sicht.

Re: Re: Re: Zum Glück ist unsere Infrastruktur noch staatlich geregelt

...............S T A A T ....pardon

Wie wär es

wenn die Hedgefound Manger mal im eigenen Land investieren und u.a. mal in das absolut desolate Stromnetz um es auf 1. Weltstandard zu bringen.
Statt dessen nur kassiert, nicht investiert!
Aber Europa sagen wo es lang gehen soll!

14 0

Blizzard?

Schreibt die New-York-Times 'Schneesturm', wenn es in Österreich schneit?

Re: Blizzard?

komplett uninteressant...

Re: Blizzard?

Wieso glauben Sie, daß es irgendwen in den USA interessiert, ob in Europa schlechtes Wetter ist? Nur wir werden über jeden Huster des Präsidenten und jedes Kochrezept der First Lady genauestens informiert.

mich wundert gar nichts!

Wer weiß in welchem elendiglichen Zustand die US- Infrastruktur ist hat allen Grund, sich Sorgen zu machen- Stromfreileitungen wie bei uns vor 50 Jahren, Pappendeckelhäuser und keine Winterreifen - Chaos perfekt !

4 9

Re: mich wundert gar nichts!

Sie haben garantiert eine gediegene Erfahrung aus dem Norden der USA. Das mit Freileitungen stimmt, aber der Rest ist Hörensagen.

Re: Re: mich wundert gar nichts!

Sorry, aber als einer der dort wohnt muss ich thephrastus uneingeschränkt zustimmen.

"That's America"

Re: Re: mich wundert gar nichts!

habe sechs Jahre in PA gelebt.....in einem Pappendeckelhausa- Glauben sie mir- ich weiss wovon ich rede.......

Re: Re: Re: mich wundert gar nichts!

dann konnten sie sich halt kein gutes haus leisten. ich lebe seit jahren hier in einem sehr guten haus. ist alles eine frage des geldes. willkommmen im kapitslismus, sollte man eigentlich wissen wenn man in der USA lebt.

 
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