UNO: Boom bei Designerdrogen und "Legal Highs"

05.03.2013 | 11:57 |   (DiePresse.com)

Psychoaktive Substanzen sind leicht zugänglich und nur schwer zu kontrollieren, berichtet der Drogenkontrollrat der UNO.

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Neue psychoaktive Substanzen stellen eine wachsende Bedrohung für die öffentlichen Gesundheit dar. Das konstatiert der Internationale Drogenkontrollrat (INCB) der UNO in seinem am Dienstag in London veröffentlichten Bericht für das Jahr 2012. "Legal Highs" sind deshalb problematisch, weil die Anbieter die Stoffe schnell modifizieren, um ein Verbot zu umgehen. Die Stoffe können dann wiederum legal erworben werden. Der Gebrauch als Rauschmittel ist in vielen Ländern dennoch untersagt, nach dem Kauf allerdings beinahe unmöglich zu kontrollieren.

Diese Substanzen seien über das Internet leicht zugänglich, der Markt wachse ständig und schnell, so der in Wien ansässige Drogenkontrollrat. "Allein in Europa taucht fast jede Woche ein solcher neuer Stoff auf. Früher, zwischen 2000 und 2005, wurden durchschnittlich fünf derartige neue Substanzen in einem Jahr registriert", erklärte INCB-Präsident Raymond Yans. Er forderte die Regierungen auf, Maßnahmen gegen solche Drogen zu ergreifen, die eine signifikante Herausforderung für die Gesundheitssysteme darstellten.

Vetrieb kaum kontrollierbar

Dementsprechend stellten Designerdrogen auch in West- und Mitteleuropa weiterhin eine große Herausforderung dar. Die Zahl der Internet-Portale, über die psychoaktive Substanzen in EU-Länder verkauft werden, habe sich in zwei Jahren mehr als vervierfacht, so der Kontrollrat. Im Jänner 2012 seien es 690 gewesen. Der Drogenmissbrauch allgemein habe sich in Europa auf hohem Niveau stabilisiert.

Der größte Markt für illegale Drogen bleibt Nordamerika. Die Region weist auch die weltweit höchste Rate an Drogenopfern auf. Fast einer von 20 Toten im Alter von 15 bis 64 Jahren starb in Zusammenhang mit Drogenmissbrauch. Das meiste Opium wird nach wie vor in der Region Westasien hergestellt, vor allem in Afghanistan. Zurückzuführen ist das auf die unsichere Lage und die politische Instabilität, die einen Nährboden für illegale Aktivitäten regionaler und internationaler krimineller Netzwerke bilden.

Weniger Koka, mehr Cannabis

In Südamerika sind die Flächen für den Koka-Anbau 2011 zwar leicht zurückgegangen, so der Bericht, dafür scheint die Cannabis-Produktion stark zuzunehmen, schließt der INCB aus der Menge des sichergestellten Suchtgifts.

Grundsätzlich sieht der INCB bei der Drogenkontrolle eine gemeinsame Verantwortung. Präsident Yans: "Das Drogenproblem ist wirklich ein globales, dass eine globale Lösung braucht."

(APA/Red.)

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8 Kommentare

Die Rache des "Red Cocaine"

Könnte die These vom "Red Cocaine: The Drugging of America and the West" wahr sein und wird diese Strategie in der heutigen Zeit von islamisch geprägten Staaten angewendet, um die Demokratien des moralisch schwachen "Abendlandes" bzw. die der westlichen Welt zu stürzen.

Naja warum nicht Cannabis legalisieren und die damit frei-...

werdenden Kräfte und Beamten auf wirklich gefährliche Drogen ansetzen?

und wieder panikmache!

„In Südamerika sind die Flächen für den Koka-Anbau 2011 zwar leicht zurückgegangen, so der Bericht, dafür scheint die Cannabis-Produktion stark zuzunehmen, schließt der INCB aus der Menge des sichergestellten Suchtgifts."
schon gecheckt das es bereits in sehr vielen Bundesstaaten der USA legalisiert wurde......schon mal dran gedacht das deshalb die Produktion zunimmt weil die Nachfrage steigt?
legalisieren und versteuern is die einzig vernünftige Möglichkeit die noch bleibt!
oder sonst hätte ich gerne eine Erklärung warum alles aus politischer Sicht getan wird um die illegalen Strukturen an der Macht zu halten....in Wirklichkeit wird gegen die privaten Hanfbauern vorgegangen und die Maffia in Ruhe gelassen weils so einfacher ist und den Wähler interessiert eh ned wers war nur das was war!

Re: und wieder panikmache!

Legalisieren geht nicht, denn das würde die Geschäfte der Pharmamafia stören. Genau deswegen wurde Cannabis ja damals auf Betreiben des (immer noch bestehenden) Medizinkartells verboten. Ein Gelegenheitskiffer zieht (so habe ich mir sagen lassen), wenn er nicht so gut drauf ist, halt eine durch und gut ist. Andere schmeißen dafür ein paar Pillen ein. Ist auch gut, aber nur für die industriellen Pillendreher... ;-)

Re: Re: und wieder panikmache!

na eh somit schenken unsere Politiker lieber das Geld den Drogenkartells als es für sinnvolle Sachen einzusetzen..... wie lange will man da noch zuschauen?

Die globale Lösung

Präsident Yans: "Das Drogenproblem ist wirklich ein globales, dass eine globale Lösung braucht."

Mir fällt eine ein, welche wirklich diese Probleme aushebeln würde - die Legalisierung

Den kriminellen Netzwerken wird der Geldhahn zugedreht - die Konsumeten werden nicht mehr kriminalisiert und wären auch nicht mehr gezwungen zu den weitaus schädlicheren aber legalen "Legal Highs" zu greifen...

Re: Die globale Lösung

ausserdem zum Problem wirds erst durch die Verfolgung.........aber wies scheint ham wir echt maffiöse Strukturen in unserer Regierung........ich bin für mehr Aufklärung und weniger Angstpropaganda! gegen die legalisierung sind eh nur noch die die dadurch gut verdienen!

gebt das hanf frei


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