Philippinen: Australier nach 15 Monaten Geiselhaft frei

23.03.2013 | 12:42 |   (DiePresse.com)

Warren Rodwell ist im Dezember 2011 von der islamistischen Terrorgruppe Abu Sayyaf aus seinem Haus verschleppt worden.

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Nach 15 Monaten in der Hand islamistischer Rebellen ist ein 54-jähriger Australier auf den Philippinen wieder frei. Das teilten die australische Regierung und philippinische Behörden am Samstag mit. Warren Rodwell war im Dezember 2011 von der islamistischen Terrorgruppe Abu Sayyaf aus seinem Haus in Ipil auf der Insel Mindanao verschleppt worden.

Rodwell lebte bis zu seiner Entführung etwa 100 Kilometer von der Stadt Pagadian entfernt mit seiner philippinischen Frau. Er arbeitete als Lehrer. Zu der Entführung bekannte sich Abu Sayyaf. Die Terrorgruppe veröffentlichte in den 15 Monaten der Geiselhaft vier Videos des Entführten. In einem nannte Rodwell ein Lösegeld von zwei Millionen Dollar (heute rund 1,5 Millionen Euro) als Forderung der Entführer. Ob Geld gezahlt wurde, war zunächst nicht bekannt.

Per Hubschrauber ins Krankenhaus

Nach Angaben der philippinischen Polizei wurde Rodwell kurz vor Sonnenaufgang in Pagadian City von einem Passanten entdeckt. "Er hat viel Gewicht verloren, aber er scheint soweit okay", sagte der Polizeichef Julis Menez. Per Hubschrauber wurde der 54-Jährige anschließend zur Untersuchung nach Zamboanga City gebracht.

"Die Familie Rodwell hat enormen Mut während dieser Nervenprobe bewiesen", sagte der australische Außenminister Bob Carr. Noch Ende vergangenen Jahres hatte sich der Entführte in einem im Internet veröffentlichten Video verzweifelt und hoffnungslos geäußert.

Die zu Beginn der 1990er Jahre gegründete Abu-Sayyaf-Gruppe wird für zahlreiche schwere Attentate, darunter ein Anschlag auf eine Fähre mit 116 Toten im Februar 2004, verantwortlich gemacht. Die Organisation mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida ist zudem bekannt für die Entführung von Ausländern. Sie hält seit Februar 2012 zwei Vogelbeobachter aus der Schweiz und den Niederlanden in ihrer Gewalt sowie einen im Juni entführten jordanischen TV-Journalisten.

(APA/dpa/AFP)

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