Chronologie: Morde und Bombenanschläge

29.04.2013 | 10:58 |   (DiePresse.com)

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Die Mordserie der rechtsextremen Terrorzelle NSU hat Deutschland erschüttert: Zwischen 2000 und 2007 sollen die Mitglieder des "Nationalsozialistischen Untergrunds" zehn Menschen umgebracht haben. Die Opfer wurden kaltblütig erschossen, aus nächster Nähe - so das Ergebnis der Ermittlungen.

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Hinzu kamen zwei Sprengstoffanschläge mit insgesamt 23 Verletzten. Die mutmaßlichen Täter und NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt entkamen immer unerkannt. Beide erschossen sich bei der Entdeckung des Trios.

Beate Zschäpe wird nun unter anderem die Mittäterschaft an zehn Morden sowie schwere Brandstiftung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. 

Vor dem Oberlandesgericht Münschen müssen sich ab 6. Mai zudem Ralf W. und Carsten S. wegen Beihilfe zum Mord verantworten, weil sie Böhnhardt und Mundlos die Mordpistole, eine Ceska 83 mit Schalldämpfer, besorgt haben sollen. Angeklagt ist darüber hinaus Andre E. wegen Beihilfe zu einem Sprengstoffanschlag des NSU in Köln sowie Holger G. wegen Unterstützung des NSU in drei Fällen.

Eine Übersicht über die angelasteten Taten:

  • 9. September 2000, Nürnberg: Der türkische Blumenhändler Enver Simsek (38) wird beim Arbeiten erschossen.

  • 19. Jänner 2001, Köln: In einem iranischen Lebensmittelgeschäft explodiert ein Sprengsatz. Die 19-jährige Tochter des Inhabers wird schwer verletzt.

  • 13. Juni 2001, Nürnberg: Der Türke Abdurrahim Özüdogru (49) wird in seiner Änderungsschneiderei erschossen.

  • 27. Juni 2001, Hamburg: Der türkische Händler Süleyman Tasköprü (31) stirbt durch mehrere Kopfschüsse in seinem Lebensmittelgeschäft.

  • 29. August 2001, München: Der tütkische Gemüsehändler Habil Kilic (38) wird in seinem Geschäft erschossen.

  • 25. Februar 2004, Rostock: Der türkische Imbissverkäufer Yunus Turgut (25) wird in einem Döner-Grill erschossen.

  • 9. Juni 2004, Köln: Die Terroristen zünden eine Nagelbombe vor einem türkischen Friseursalon in der Keupstraße. 22 Menschen werden zum Teil lebensgefährlich verletzt.

  • 9. Juni 2005, Nürnberg: Ismail Yasar (50) wird in seinem Döner-Imbiss getötet.

  • 15. Juni 2005, München: Der Grieche Theodoros Boulgarides (41) stirbt durch drei Kopfschüsse in seinem Schlüsseldienst-Geschäft.

  • 4. April 2006, Dortmund: Der türkischstämmige Kioskbetreiber Mehmet Kubasik (39) wird getötet.

  • 6. April 2006, Kassel: Halit Yozgat (21) stirbt durch tödliche Schüsse in seinem Internet-Café.

  • 25. April 2007, Heilbronn: Die Polizistin Michèle Kiesewetter (22) wird erschossen, ihr Kollege (24) überlebt schwer verletzt.

(c) APA NSUProzess Opfer Terrorzelle

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(APA/dpa)

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